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Nutztiere

Ohne Kommunikation kein Kalb

Kühe, die drei Wochen nach der Belegung wieder brünstig werden, kennt fast jeder Landwirt. Oft wäre ein Embryo in der Gebärmutter vorhanden, jedoch kann sich dieser nicht bemerkbar machen. Das sogenannte Umrindern hat verschiedene Ursachen – die Fütterung ist eine davon.

Ist der Embryo zu schwach, um sich bemerkbar zu machen, wird die Kuh wieder brünstig.

Ist der Embryo zu schwach, um sich bemerkbar zu machen, wird die Kuh wieder brünstig.

(Bild: Sandra Frei)

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Leiter Marketing, UFA AG

Bei rund 90 Prozent der besamten Kühe kommt es zur Befruchtung der Eizelle. Jedoch gehen viele Embryonen innerhalb der ersten 16 Lebenstage ab und die Kuh wird wenige Tage später – oft pünktlich auf drei Wochen – wieder brünstig. Doch weshalb nistet sich der Embryo nicht in der Gebärmutter ein?

UFA 269 fertil plus – das Flushing-Futter

Ein Futter, das speziell für diese Ausgangslage entwickelt wurde, ist UFA 269 fertil plus. Das Flushing-Futter besteht zu 50 Prozent aus Leinsaat und ist dadurch mit reichlich Omega-3-Fettsäuren und Energie ausgestattet. Als Zusatz enthält es viel Beta-Carotin und Vitamin E. UFA 269 fertil plus wird ab Beginn der Vorbrunst während 20 Tagen mit jeweils einem Kilogramm pro Tier und Tag angeboten. Anderenfalls wird das Produkt in der Startphase prophylaktisch allen Kühen verabreicht.

Kommunikation entscheidet

Oft fehlt es an der Kommunikation. Damit der Embryo anwachsen kann, muss er mit dem Muttertier bereits früh kommunizieren. Das Eihäutchen, in dem sich der Embryo befindet, sendet am 16. Trächtigkeitstag das entscheidende Signal an die Gebärmutter: Ein lebender Embryo ist anwesend. Daraufhin wird die Gebärmutter stärker durchblutet und die Produktion des Hormons Prostaglandin, welches einen neuen Zyklus auslösen würde, wird unterdrückt. Der Gelbkörper bleibt aktiv und produziert weiterhin das Trächtigkeitshormon Progesteron. Fehlt das Signal des Eihäutchens jedoch gänzlich oder ist nur schwach vorhanden, reagiert die Gebärmutter sofort. Sie produziert mehr Prostaglandin und der nächste Zyklus mit einer neuen Brunst beginnt drei bis vier Tage später – die Kuh rindert um.

Energie als Faktor

Doch mit welchen Massnahmen kann die entscheidende Kommunikation des Embryos verbessert werden? Die Energieversorgung der Kuh hat einen grossen Einfluss darauf. Die Uterinmilch, von der sich der Embryo in den ersten Wochen ernährt, enthält viele Nährstoffe (Zucker), Mineralstoffe und Botenstoffe. Aber nur wenn die Kuh mit ausreichend Energie versorgt ist, stimmt die Qualität der Uterinmilch. Besteht ein Mangel, wächst der Embryo nicht wie gewünscht, ist schwach oder stirbt gar ab. Entsprechend gibt er nur schwache oder gar keine Signale ab.

Die Energieversorgung hat aber bereits zuvor einen wichtigen Einfluss auf den Trächtigkeitserfolg: Ist die Kuh optimal versorgt, entwickeln sich die Eizellen besser und die Brunst ist ausgeprägter. Unter diesen Umständen ist der Embryo im Anschluss grösser, besser genährt und in der Entwicklung weiter vorangeschritten.

Flushing für Kühe

Kühe mit hohen Leistungen, Stoffwechselstörungen oder akuten Entzündungen sind besonders gefährdet für schwache Embryonen und Umrindern. Bei diesen Tieren macht es Sinn, über eine so genannte Flu-shing-Fütterung nachzudenken. Das bedeutet, dass die Kühe ab Brunstbeginn zusätzliche Energie und Zusatzstoffe erhalten.

Als Zusatzstoffe sind Omega-3-Fettsäuren und Beta-Carotin unbedingt zu erwähnen. Omega-3-Fettsäuren sind die Vorstufe von Progesteron, dem Trächtigkeitshormon. Mit dem Einsatz wird der Gelbkörper unterstützt und der Embryo hat bessere Chancen, sich zu entwickeln und einzunisten. Omega-3-Fettsäuren sind vor allem in Leinsamen und Frischgras enthalten. Konserviertes Futter und Mais enthält nur sehr wenig Omega-3-Fettsäuren.

Beta-Carotin hat einen positiven Einfluss auf die Qualität der Brunst. Bei einem Mangel sinkt das Brunstintervall, der Eiblasensprung wird gehemmt und Zysten treten vermehrt auf. Beta-Carotin kommt ebenfalls vor allen in Frischgras vor. Mit zunehmender Konservierungsdauer sinkt der Gehalt kontinuierlich ab. Aus diesem Grund verschlechtert sich die Fruchtbarkeit auf vielen Betrieben im Laufe des Winters. 

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