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Nutztiere

Hilfe vom Tierarzt: Was tun gegen Stechfliegen?

Ich habe jedes Jahr mehr Probleme mit Stechfliegen im Stall. Die Kühe werfen Unmengen Futter auf den Rücken und das Läger. Was kann man dagegen unternehmen?

Landwirt J.S.

Kuh_Fliegen_pixabay
(Bild: Pixabay, David Cardinez)

Publiziert am

Tierärztliche Bestandesbetreuung

Jeder kennt sie – jeder ärgert sich früher oder später über sie: die Fliegen im Stall. Es gibt verschiedene Arten von Fliegen. Im Stall werden Rinder hauptsächlich von Stall- und Stubenfliegen geplagt. Die Fliegen sitzen an den Stallwänden und halten sich zur Nahrungsaufnahme am Tier auf. Auf der Weide unterscheidet man vor allem zwischen den nicht-stechenden und stechenden Fliegen (siehe Tabelle). Rinder reagieren auf Fliegen mit Hautzucken, ununterbrochenem Schwanzschlagen und Kopfschütteln. Dies reduziert die Futteraufnahme, führt zu unerwünschter Aktivität oder zum Beispiel zum Abtreten der Melkzeuge. Das Wohlbefinden der Tiere wird beeinträchtigt und es kann zu Leistungsabfall führen. Auch das Stallpersonal leidet unter den Insekten. Bei einem massiven Fliegenbefall ist ein konzentriertes Arbeiten kaum möglich. Als Folge wird zum Beispiel die Tierbeobachtung häufig nicht mehr intensiv genug durchgeführt. Doch es muss nicht so weit kommen. Mit einfachen Massnahmen lässt sich der Fliegendruck im Stall senken. Wichtig ist vor allem eine gute Vorbeugung.

Lebenszyklus der Fliege

  • Die ausgewachsenen Fliegen machen nur etwa 20 Prozent der gesamten Fliegenpopulation aus (Rest: Larven und Eier). Eine Fliege kann bei hochsommerlichen Temperaturen bis zu 1000 Eier ablegen. Sie leben etwa 14 bis 18 Tage.
  • Eier: Findet man in feucht-warmer Umgebung (z. B. Mist, Gülle oder Futterreste). 
  • Larven: Schlüpfen bereits einige Stunden nach der Ablage aus den Eiern. Entwickeln sich zur Fliegenpuppe (vom Ei zur Fliege dauert in den Sommermonaten etwa neun bis zwölf Tage). 
  • Puppe: Daraus entwickelt sich die erwachsene Fliege innerhalb weniger Tage.

Die Fliegenbekämpfung setzt sich aus den folgenden Elementen zusammen: 

  • Fliegenbekämpfung am Tier und im Stall, sowie auf dem Betriebsgelände und der Weide (verschiedene Präparate auf dem Markt). 
  • Gute Belüftung. 
  • Bekämpfung der Fliegenlarven und allgemeine Betriebshygiene. 
  • Wichtigstes Bekämpfungsziel ist das Verringern der Orte für die Eiablage (feucht-warme und nährstoffreiche Orte).

Es ist wichtig, dass keine Mist- und Müllhaufen auf Hofflächen gelagert werden. Die Abkalbebox und Kälber boxen sollten wöchentlich gereinigt werden. Durch häufiges Versetzen der Kälberiglus kann der Untergrund abtrocknen. Offene Regenwasserbecken sollten vermieden werden und der Stall sowie Stall einrichtungen müssen regelmässig gegen Fliegen behandelt werden. Weiter können Schlupfwespen und Güllefliegen eingesetzt werden. Beide Nützlinge nehmen die Larve der Stallfliege als Nahrung.

Massnahmen zur Reduktion der Fliegenpopulation

Kot 

  • Laufgänge und Kotstellen täglich abschieben. 
  • Güllekanäle möglichst komplett entleeren und regelmässig umrühren.

Strohbereiche  In 1 kg Mist können sich 10 000 Fliegen entwickeln 

  • Wöchentlich entmisten bei hohen Temperaturen 
  • Entmisten alle vierzehn Tage bei niedrigen Temperaturen 
  • Liegeboxen so trocken wie möglich halten

Futter  Futterreste entfernen (inkl. in und um die Kraftfutterstation)

Milch  Keine Milchreste offen stehen lassen (v. a. Kälbereimer abdecken)

Haben Sie auch Fragen oder beschäftigt Sie etwas, das Sie bei einem Tierarzt ansprechen möchten?
Lassen Sie uns die Frage per E-Mail mit dem Betreff «Tierarzt» zukommen: redaktion@ufarevue.ch
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