Pflanzenbau

Blackenstechen oder Heisswasserbehandlung?

Seit 2013 ist in der Schweiz die von Agroscope entwickelte Heisswasserbehandlung zur biologischen Blackenbekämpfung auf dem Markt. Wie das Verfahren bei einem arbeitswirtschaftlichen Vergleich gegenüber dem Blackeneisen abschneidet und wie dabei die Verfahrenskosten ausfallen, wird im Folgenden beleuchtet.

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Ich schicke mittlerweile meinen Junior zum  stechen – das ist mir mit meinem bösen Rücken zu streng. Und dieses Heisswasserverfahren ist in der Anschaffung ziemlich teuer – zudem ich nicht weiss, ob es wirklich schneller ist.» So oder ähnlich tönen Stimmen aus der Praxis, wenn es um Alternativen zum mühsamen Blackenstechen geht. Wer sich nicht sicher ist, ob das Heisswasserverfahren für ihn das richtige ist, dem hilft die arbeitswirtschaftliche Gegenüberstellung der Verfahren bei der Entscheidungsfindung weiter.

Arbeitswirtschaftliche Seite

Agroscope hat Arbeitszeitstudien zur Heisswasserbehandlung mit zwei unterschiedlichen Heisswassergeräten durchgeführt. Dabei wurden die Zeiten gemessen, die der Bediener für jeden Arbeitsschritt der Bekämpfung benötigt. Man zerlegt dazu den Arbeitsvorgang in kleine Arbeitselemente, wie zum Beispiel Einschalten des Geräts, Schlauch abrollen, Wasser aufheizen, Pflanze suchen, Pflanze behandeln, Fahrzeug umsetzen, usw. Aus den wiederholten Messung der einzelnen Arbeitselemente werden dann Planzeiten berechnet. Dies sind mittlere Werte für die einzelnen Arbeitselemente. Mithilfe der Planzeiten können ganze Produktionsverfahren in der Schweizer Landwirtschaft abgebildet (www.arbeitsvoranschlag.ch) und deren Arbeitszeitbedarf modelliert werden. Der Arbeitszeitbedarf beinhaltet dabei nur die Sollzeit für eine Arbeit. Nicht inbegriffen in den Arbeitszeitbedarf ist beispielsweise das Gespräch mit dem zufällig vorbeikommenden Berufskollegen.

Modellannahmen

Um die beiden Ansätze – Heisswasserverfahren und Blackenstechen – modellieren und vergleichen zu können, werden folgende Annahmen festgelegt: Die Blacken sind gleichmässig über die Gesamtfläche verteilt. Der Bediener läuft beim Suchvorgang, der eine beträchtliche Zeit der Bekämpfung in Anspruch nimmt, die Fläche in fünf Meter breiten Suchstreifen ab. Somit konnten die Wegzeiten von Pflanze zu Pflanze in Abhängigkeit von der Flächengrösse und der Anzahl der Blacken berechnet werden. Der Arbeitszeitbedarf wurde für 100 bis 20 000 Blacken pro Hektare auf Flächen grössen von 0,5 bis zehn Hektare modelliert. Das effektive Stechen entsprach einem fünf Meter breiten Arbeitsbereich, während für die Heisswasserbehandlung eine Arbeitsbreite von 30 m, bei einer Schlauchlänge von 15 m veranschlagt wurde. Die benötigte Wassermenge pro Blacke beträgt zwei Liter, der Fassinhalt des Heisswassergeräts 500 l.

Auch die körperliche Beanspruchung bei der Bekämpfung sollte mit in das Modell integriert werden, da das Blackenstechen eine sehr anstrengende Arbeit ist. Deshalb haben wir eine zusätzliche Variante berechnet, die eine 15-minütige Erholungszeit pro Stunde für das Blackenstechen beinhaltet.

Blackenvernichtungsanlage

Die Firma Hans Bachmann Hochdruckanlagen AG produziert speziell für die Blackenbekämpfung hergestellte Heisswassermaschinen. Die sogenannte Blackenvernichtungsanlage, die auch in den Versuchen von Agroscope eingesetzt wurde, arbeitet mit 100°C heissem Wasser, einem Druck von 120 bar und einer Hartmetallfräse. Dadurch werden Blacken bis in die Tiefe vernichtet. An der Bodenoberfläche entsteht nur ein kleines Loch von zirka vier Zentimeter Durchmesser. Die Blackenvernichtungsanlage kann auch als Hochdruckreiniger eingesetzt werden.

Wie schnell ist man unterwegs?

Agroscope hat Arbeitszeitstudien zur Heisswasserbehandlung mit zwei unterschiedlichen Heisswassergeräten durchgeführt. Dabei wurden die Zeiten gemessen, die der Bediener für jeden Arbeitsschritt der Bekämpfung benötigt. Man zerlegt dazu den Arbeitsvorgang in kleine Arbeitselemente, wie zum Beispiel Einschalten des Geräts, Schlauch abrollen, Wasser aufheizen, Pflanze suchen, Pflanze behandeln, Fahrzeug umsetzen, usw. Aus den wiederholten Messung der einzelnen Arbeitselemente werden dann Planzeiten berechnet. Dies sind mittlere Werte für die einzelnen Arbeitselemente. Mithilfe der Planzeiten können ganze Produktionsverfahren in der Schweizer Landwirtschaft abgebildet (www.arbeitsvoranschlag.ch) und deren Arbeitszeitbedarf modelliert werden. Der Arbeitszeitbedarf beinhaltet dabei nur die Sollzeit für eine Arbeit. Nicht inbegriffen in den Arbeitszeitbedarf ist beispielsweise das Gespräch mit dem zufällig vorbeikommenden Berufskollegen.

Und wie sieht es mit den Kosten aus?

Basierend auf den Arbeitszeitbedarfszahlen haben wir beispielhaft die Kosten berechnet. Dabei wurde ein Stundenlohn von 28 Franken pro Stunde angesetzt. Die Kostenansätze für den Traktor (37 – 44 kW) und den Hochdruckreiniger mit Heisswasser stammen aus dem Agroscope Maschinenkostenbericht 2018. Der Traktor wird für die Abfuhr der mit Blacken gefüllten Säcke beim Stechen sowie für den Transport des Heisswassergerätes benötigt. Der Heizölbedarf pro Pflanze beim Heisswasserverfahren liegt bei 0,2 l pro Blacke, der mittlere Heizölpreis 2018 betrug 0.96 Franken pro Liter.

Ab etwa 2000 Blacken pro Hektare sind die Verfahrenskosten praktisch konstant (Grafik 3). Die Bekämpfungskosten auf einer Hektare Fläche mit 2000 Pflanzen pro Hektare betragen pro Pflanze beim Stechen mit Erholungszeit 0.47 Franken, beim Stechen ohne Erholungszeit 0.38 Franken und bei der Heisswasserbehandlung 0.30 Franken.

Wann lohnt sich das Heisswasserverfahren?

Aus arbeitswirtschaftlicher und finanzieller Sicht lohnt sich die Heisswasserbehandlung ab etwa 2000 Blacken pro Hektare. Das Heisswasserverfahren weist dann geringfügig tiefere Kosten bei höherer Bekämpfungsleistung auf. Die geringere physische Belastung für die Arbeitsperson ist zudem ein wichtiger Aspekt und spricht für das Heisswasserverfahren. 

Weitere Informationen zum Thema Heisswasserbehandlung und Blackenbekämpfung unter www.blacke.ch

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