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Pflanzenbau

HOLL-Raps gewinnt an Bedeutung

Alljährlich treffen sich Vertreter der Getreidebranche am Maxi-Event und diskutieren die vergangene Ernte. fenaco-GOF zieht Bilanz zur Vermarktung und wirft einen Blick auf kommende Entwicklungen des Marktes. Dieses Jahr lag ein besonderes Augenmerk auf der Produktion von HOLL-Raps.

Die Referenten des Maxi-Events (v.l.n.r.): Heinz Mollet, Joseph von Rotz, Pius Eberhard, Pietro Realini, Hansjörg Reiss, Andreas Rohner und Fortuna...

Die Referenten des Maxi-Events (v.l.n.r.): Heinz Mollet, Joseph von Rotz, Pius Eberhard, Pietro Realini, Hansjörg Reiss, Andreas Rohner und Fortunat Schmid.

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Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Forschungsgruppe Extension Gemüsebau, Agroscope

Maxi-Event 2017

Wie jedes Jahr hat die fenaco Geschäftseinheit GOF (Getreide, Ölsaaten, Futtermittel) auch 2017 zum Maxi-Event nach Kirchberg (BE) eingeladen. Sie informierte die Vertreter der Maxi-Sammelstellen und der LANDI über die Vermarktung der vergangenen Ernte und präsentierte ihre Schlussabrechnungen. Ein Blick auf die kommende Kampagne durfte natürlich auch nicht fehlen.

Tiefe Hektolitergewichte

Alle Beteiligten der Getreideproduktion hatten mit der vergangenen Ernte zu kämpfen. Die Hektolitergewichte lagen sehr tief und die Erntemenge fiel gering aus. Hansjörg Reiss, neuer Leiter GOF, betonte, dass mindestens die Hälfte der Futtermittel aus inländischer Produktion stammen soll. Mit der Ernte von weniger als 500 000 t Schweizer Futtergetreide sei die Schwelle unterschritten worden.

2016 wurde der Branchenkompromiss für Futtergetreide aufgehoben. Aufgrund der geringen Erntemengen stellte dies kein Problem dar, da die inländische Ernte bereits bis Ende des Jahres grösstenteils vermarktet war. Die Bewährungsprobe für die Aufhebung des Branchenkompromisses steht also noch an, so Reiss.

Auch beim Brotgetreide waren die Hektolitergewichte sowie der Anteil an Schmachtkörnern eine Herausforderung. Trotzdem konnten im Schnitt zwei Franken mehr ausbezahlt werden als im Vorjahr, berichtet Joseph von Rotz, Leiter des Geschäftsbereichs Lebensmittel-Rohprodukte (siehe UFA-Revue 04/2017).Bei den Ölsaaten wurden die Überlagungsmengen abgebaut. Beim HOLL-Raps sind noch 3000 t vorhanden, beim klassischen Raps kann sogar mit leeren Lagern in die neue Kampagne gestartet werden.

Proteinzahlungen für Bio-Brotgetreide

Bei der vergangenen Ernte wurden erstmals auch für Bio-Brotweizen Proteinzahlungen vorgenommen. Der Grossteil der Landwirte konnte sich darüber freuen: 2016 war ein Rekordjahr hinsichtlich der Proteingehalte. Viele Posten lagen über dem neutralen Bereich von 12 –13% Rohproteingehalt und erhielten somit einen Zuschlag. Abschläge gab es nur wenige.

Andreas Rohner, Ressortleiter Bioprodukte, hält fest, dass das Bio-Netz gut ausgebaut ist. Mittlerweile nehmen 44 Sammelstellen im Maxi-Verbund Bio-Getreide und Bio-Ölsaaten an. Optimierungsbedarf sieht Rohner in der Effizienz. Bei den Sammelstellen werden häufiger Kleinstmengen angeliefert. Diese sind aufwändig in der Logistik und bergen ein Vermischungsrisiko. Rohner schlägt die Zusammenarbeit von benachbarten Sammelstellen vor. Damit kann die Effizienz gesteigert und die erforderliche Qualität der Rohstoffe sichergestellt werden. Fortunat Schmid knüpft an diesen Punkt an: Für die Zukunft sieht er es von Vorteil, wenn Sammelstellen mehr konzentriert und reine Bio-Sammelstellen geschaffen werden.

Mehr HOLL-Raps benötigt

Für den zweiten Teil des Maxi-Events hielt Pius Eberhard, ehemaliger Leiter GOF, eine erfreuliche Nachricht bereit: Die Zweifel Pomy-Chips AG wird künftig ihre Chips mit Schweizer HOLL-Rapsöl produzieren. Hergestellt wird das für die Chips benötigte HOLL-Rapsöl durch das Ölwerk Florin AG. Der Bedarf an Schweizer HOLL-Raps steigt damit um zirka 8000 t. Die Vertragsproduktion wird entsprechend erhöht – die Landwirte können mehr HOLL-Raps anbauen (siehe UFA-Revue 04/2017).

Das HOLL-Rapsöl ersetzt bei Zweifel das bisher verwendete Sonnenblumenöl, welches überwiegend aus ausländischer Produktion stammte. «Das Familienunternehmen Zweifel setzt auf Nachhaltigkeit und inländische Rohstoffe», erklärt Pietro Realini, Direktor Produktion und Logistik der Firma, diesen Schritt. Die Entscheidung sei nicht aufgrund von «Swissness»-Vorgaben getroffen worden, denn die Zweifel-Chips erfüllen diese Anforderungen ohnehin schon. Am 1. November 2017 wird bei Zweifel die Produktion umgestellt; dann werden auch keine Sonnenblumen mehr, sondern Rapsblüten die Chips-Packungen zieren. 

AutorinVerena Säle, UFA-Revue, 8401 Winterthur

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