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Pflanzenbau

Konsumenten von Mehrwerten überzeugen

Beim Anbau von Mahlweizen ist der Sortenwahl eine hohe Bedeutung beizumessen. Sie legt den Grundstein hinsichtlich der Qualität und schafft damit die Voraussetzungen für eine bestmögliche Vermarktung. Nebst den eigenen Erfahrungen sollte die Sortenwahl in Abstimmung mit der LANDI/Getreidesammelstelle erfolgen.

Die Aussaat der richtigen Sorte legt den Grundstein für die erfolgreiche Vermarktung der Ernte.

Die Aussaat der richtigen Sorte legt den Grundstein für die erfolgreiche Vermarktung der Ernte.

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fenaco GOF

Herbstsaat 2017

Die innere Qualität bei Mahlweizen der Ernte 2016 war erfreulich. In der Klasse Top kam in dieser Kampagne das Qualitätskriterium Protein für Lieferungen zwischen Sammelstellen und Mühlen im zweiten Jahr zur Anwendung. Viele Posten waren im Protein-Zuschlagsbereich. Mit Freude kann festgestellt werden, dass die Einführung in der Praxis reibungslos verlaufen ist. Eine besondere Herausforderung für die Wertschöpfungskette stellten die tiefen Hektolitergewichte und die Schmachtkörner dar. So mussten in den Sammelstellen die Produzentenanlieferungen häufig nochmals intensiv nachgereinigt werden. Dies führte in den Sammelstellen zu zusätzlichen Gewichtsverlusten.

Ernte 2017

Für die Ernte 2017 geht fenaco GOF im System Maxi von keinen grösseren Verschiebungen in den nationalen Klassenanteilen aus (Grafik). Auch wenn die Klassenanteile zu den Absatzmöglichkeiten als passend erscheinen, gilt es doch die Sortenanteile innerhalb der einzelnen Qualitätsklassen weiter zu optimieren. Um das sortenspezifisch individuelle Qualitätspotenzial in hohem Masse ausschöpfen zu können, ist es wichtig, die geeigneten Sorten für die Regionen, die unterschiedlichen Böden und die betriebsspezifische Kulturführung auszuwählen. Gemeinsam mit den Maxi Sammelstellen definiert fenaco GOF Zielsetzungen in Klas-sen- und Sortenanteilen, um den Anbau nahe an die Absatzmöglichkeiten zu bringen. Stimmen Sie zur Zielerreichung die Sortenwahl für Ihren Betrieb mit Ihrer regionalen Maxi Sammelstelle ab.

Klassenanteile im System Maxi

Das System Maxi orientiert sich national betrachtet an den bestehenden Zielgrössen 40% Klasse Top, 40% Klasse 1 sowie 20% Klasse 2 mit regionaler Individualität. Die Pfeilrichtungen in der Tabelle zeigen auf, welcher regionale Anpassungsbedarf bei den einzelnen Klassen besteht. Der Anbau von Dinkel alter Sorten kann weiter ausgedehnt werden. Biskuitweizen und Roggen gelten als sogenannte Spezialitäten und werden ausschliesslich über die Vertragsproduktion gesteuert. Informieren Sie sich bei Ihrer Maxi-Sammelstelle wenn Sie am Anbau von Spezialitäten interessiert sind.

Unterschiede je Sammelstelle

Die Klassenanteile und die Sortenzusammensetzung variieren zwischen den Sammelstellen. Dies hängt mit den regionenspezifischen Gegebenheiten, den Anbauerfahrungen und Qualitätsergebnissen sowie dem wirtschaftlichen Erfolg der Produzenten im Mehrjahresvergleich zusammen. Mit der Proteinerfassung bei den Produzentenanlieferungen verschafft sich die Sammelstelle ein Bild ihrer diesbezüglichen Situation. Aufgrund dieser Erkenntnisse ergibt sich ein allfälliger Korrekturbedarf in der regionalen Sortenwahl. LANDI/Getreidesammelstellen und die Fachspezialisten der fenaco-LANDI Gruppe verfügen über die Kompetenz, die Produzenten dabei zielorientiert zu unterstützen.

Die preisliche Differenzierung

Für inländisches Brotgetreide der Ernte 2016 konnte dank dem Bekenntnis der Marktpartner für Schweizer Brotgetreide ein beachtlicher Mehrwert gegenüber Import Mahlgetreide realisiert werden. Mit der Produktion von guten Qualitäten kann diese preisliche Differenzierung aktiv unterstützt werden.

Zur weiteren Absicherung einer Preisdifferenz ist es unabdingbar, die Mehrwerte durch Produkteauslobung den Konsumenten am Verkaufspunkt positiv zu vermitteln, dies ganz im Sinne der Schweizer Qualitätsstrategie und im Rahmen von Swissness.

Anbaukorrektur bei Raps

Durch die Umstellung von Zweifel Chips auf inländisches HOLL-Rapsöl kann die nationale Zuteilungsmenge für Raps auf die Ernte 2018 durch den SGPV um zirka 10% erhöht werden. Davon profitiert die gesamte Schweizer Wertschöpfungskette. Es werden dadurch Mehrwerte und Mitgliedernutzen für die Produzenten geschaffen. Die aktuell noch vorhandenen Lagerbestände an HOLL-Rapssaat aus den Vorernten helfen in der Phase der Umstellung von Zweifel Chips ab Herbst 2017. Die Produktion von HOLL-Raps ist Teil der Zuteilungsmengen des SGPV.

Zur effizienten Mengensteuerung werden ab Aussaat 2017 die Möglichkeiten des bereits bestehenden Systems Agrosolution genutzt. So wird bei der Mengenerfassung durch die Produzenten in Agrosolution direkt ersichtlich, welche Qualitäten seine gewählte Maxi Sammelstelle in der Ernte 2018 übernimmt. Bei der Wahl von HOLL-Raps sind gleichzeitig die ergänzenden Anbaubedingungen durch den Produzenten zu bestätigen. Bei Fragen zum Anbau von HOLL-Raps melden Sie sich bei Ihrer Maxi Sammelstelle.

Futtergetreide

Gerste mit hohem Hektolitergewicht (> 68 kg/hl) hat einen Markt. Besonders das letzte Vermarktungsjahr hat wiederum aufgezeigt, dass der Produzent bei der Sortenwahl dem Kriterium Hektolitergewicht erste Priorität einräumen muss. Die Preiseinbussen für minderwertige Qualitäten am Markt können durch eventuelle Mehrerträge nicht kompensiert werden. Triticale sollte nur in Ausnahmefällen in die Fruchtfolge integriert werden.

Der Markt für dieses Getreide ist nur sehr begrenzt aufnahmefähig. Als alternative Kulturen ist Futterweizen oder Körnermais klar den Vorzug zu geben. Für diese beiden Kulturen besteht in der Schweiz noch ein sehr grosses Absatzpotential. Der Anbau von Körnerleguminosen wie Eiweisserbsen und Ackerbohnen muss aus logistischen Gründen in der Region über die LANDI koordiniert werden, damit hohe Frachtkosten für kleine Mengen vermieden werden können. Alternativkulturen wie zum Beispiel Lupinen sind zu vermeiden, da dafür kein eigentlicher Markt besteht. 

AutorJoseph von Rotz, Getreide, Oelsaaten, Futtermittel (GOF), 8401 Winterthur

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