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Pflanzenbau

Mit Methode zum Wunschnachwuchs

Durch die Züchtung wurde bei den Maissorten über die Jahrzehnte eine enorme Leistungssteigerung erreicht. Dies vor allem seit der Einführung des Hybridsystems, bei dem ingezüchtete Elternlinien gekreuzt werden. Es ist dabei oftmals eine Herausforderung, die männlichen und weiblichen Pflanzen in ihrer Fruchtbarkeit zu synchronisieren und unerwünschte Bestäubungen zu vermeiden.

Maissamenvermehrungsparzelle mit männlichen Bestäuberpflanzen (links) und weiblichen Mutterpflanzen (rechts).

Maissamenvermehrungsparzelle mit männlichen Bestäuberpflanzen (links) und weiblichen Mutterpflanzen (rechts).

(UFA-Samen)

Publiziert am

Beraterin UFA-Samen

Die Produktion von Maissaatgut wird von Vermehrungsbetrieben durchgeführt. In Europa produziert Frankreich das meiste Maissaatgut – dies auf einer Fläche von mehr als 50 000 Hektar. Weitere grosse Produzenten sind die Ukraine, gefolgt von Italien, Österreich, Ungarn, Rumänien und Serbien. Hier liegen die Flächengrössen zwischen 5000 und 25 000 Hektar. Die Verteilung der Vermehrungsgebiete auf mehrere Länder ermöglicht es, Saatgut von mehr als 1000 Sorten zu erhalten, die an verschiedene regionale Klimagegebenheiten angepasst sind. Die Maisvermehrung ist technisch anspruchsvoller als die Futtermittelproduktion, da sie eine gute Synchronisation der Reife von Pollen und zu bestäubendem Kolben erfordert. In der Schweiz stammt ein Teil des verkauften Saatguts aus lokaler Produktion von Swissmais. Die Flächen betragen hier rund 200 Hektar. Die Gesamtmenge des in der Schweiz produzierten Saatguts deckt einen Drittel des inländischen Marktbedarfs. Damit ist eine sichere Versorgung gewährleistet. Diese lokale Produktion wird von KWS, Limagrain und DSP unterstützt.

Das Grundprinzip

Seit den 1930er Jahren werden in den USA Maishybride produziert - in den 1950er Jahren schliesslich auch in Frankreich. Solche Maispflanzen sind das Ergebnis der Vermehrung von zwei reinen Elternlinien. Die beiden Linien werden aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften ausgewählt und dann miteinander gekreuzt. Die so erhaltene Hybride profitiert von den genetischen Eigenschaften ihrer beiden Elternlinien. Dabei kann der Fokus zum Beispiel auf dem Ertrag und der Frühreife liegen oder auf einer neuen Charakteristik, welche die Pflanze klimatische Veränderung tolerieren lässt. Die Hybridisierung bleibt eine einfache Kreuzbefruchtung zwischen dem Pollen der väterlichen Linie und den Eizellen der weiblichen Linie. Da Mais zweigeschlechtlich ist und sich selbst bestäuben kann, müssen die Mutterpflanzen vorher kastriert werden. Dank der strengen Sortenselektion wird der Mais stetig an gewünschte, spezifische Verwendungszwecke und Umweltveränderungen angepasst.

Die Maisvermehrung ist technisch anspruchsvoller als die Futtermittelproduktion.

Produktionstechnik

Bei der Produktion von Maissaatgut muss verhindert werden, dass fremder Pollen von konventionellen Anbauparzellen eingetragen wird. Dieser könnte die weiblichen Linien befruchten. Deshalb wird die Vermehrungsparzelle entweder mit grossem Abstand oder durch eine physische Barriere (Hecke) zu anderen Parzellen isoliert. Bei der Vermehrung werden die männlichen und weiblichen Linien in zwei mal zwei Reihen oder vier mal drei Reihen gesät. Die männliche Linie wird an mehreren Terminen ausgesät, damit Pollen vorhanden ist, wenn der Kolben der Mutterpflanzen reif zur Befruchtung ist.

Diese gestaffelten Aussaatvorgänge sind manchmal schwierig, insbesondere wenn das Wetter nicht mitspielt, obwohl der richtige Zeitpunkt für die Aussaat wäre.

Während der Entwicklung der Pflanzen in der Vermehrung werden die Rispen (Fahnen) der weiblichen Linien manuell oder mechanisch entfernt, um die Hybridisierung durch Selbstbefruchtung oder Befruchtung innerhalb der Linie nicht zu verunreinigen. Der Zeitraum der Befruchtung ist heikel, da die Blüte synchronisiert werden muss und oft eine Bewässerung erforderlich ist. Diese Faktoren sind, neben der genetischen Komponente, verantwortlich für den Kornertrag pro Hektar (etwa 200 Dosen à 50 000 Körner pro Hektar).

Qualitätskontrolle

Sobald die Körner in den Kolben ausgebildet wurden, kommt die Zeit der Ernte, bei der möglichst alle Körner geerntet werden, ohne sie zu beschädigen. Die Kolben werden dann bei einer Temperatur von 40 bis 42 °C getrocknet, sortiert (Überschüsse werden entfernt), gedroschen, abermals sortiert, behandelt und verpackt. Durch die Kalibrierung ist es möglich, dem Landwirt Dosierungen mit gleichmässigen Korngrössen zur Verfügung zu stellen, was den Einsatz in Einzelkornsämaschinen erleichtert.

Die Korngrösse hat jedoch keinen Einfluss auf die Keimfähigkeit vom Saatgut. An mehreren Stellen werden Proben entnommen und analysiert, um die Qualität der erhaltenen Hybride, das Vorhandensein von Fremdsamen und die Keimrate zu bewerten. Bei einer Keimfähigkeit von unter 85 Prozent wird das Saatgut deklassiert und kommt nicht in den Handel. Die Qualitätsstandards für Saatgut sind streng festgelegt, und nur wenn alle Kriterien erfüllt sind, kann es mit einem blauen Etikett, der Garantie für diese Qualität, vermarktet werden. 

Maissaatgutbehandlungen für die Saison 2021

Das Maissaatgut wird vor allem mit einer Fungizid- und einer Repellentbehandlung (Korit) erhältlich sein. Saatgut, welches nur mit Fungizid behandelt wurde, ist sortenweise erhältlich. Die Saatgutbeizung erfolgt nach den Richtlinien des BLW.

Saatgutverfügbarkeit in der Schweiz 2021

Im Jahr 2020 war die Menge der Maissaatgutproduktion niedriger als in den Vorjahren. In einigen Anbaugebieten lagen die Erträge weit unter dem Durchschnitt und die Qualität wurde bei vielen Partien nicht erreicht. Dies führte zu einer geringeren Verfügbarkeit für einige frühe Sorten, da ihre Produktion oft in denselben Regionen stattfand. Es darf nicht vergessen werden, dass die Saatgutproduktion eine landwirtschaftliche Produktion ist, die auch mit klimatischen und technischen Gefahren verbunden ist. In der Schweiz haben das Know-how der Produzenten und das für Mais günstige Klima dennoch eine Produktion von guter Qualität und ausreichender Quantität ermöglicht. Die Produktionsflächen in der Schweiz könnten künftig vergrössert werden, um den Bedarf für die Zukunft zu sichern.

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