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Pflanzenbau

Tipps für den Anbau von Körner und Silomais

Nach zwei Maisjahren mit rückgängiger Fläche für die Körnermaisernte verzeichnen die Statistiken des Schweizer Bauernverbands (SBV) eine Zunahme der gedroschenen Flächen. 2023 wurde Körnermais auf knapp 2500 Hektaren biologisch und auf 13 300 Hektaren konventionell bewirtschafteter Fläche geerntet. Aufgrund der grossen Nachfrage in der Lebensmittelproduktion ist der Bedarf an Körnermais hoch.

Mais ist das energiereichste Getreide. Die Körner beinhalten weiter viele ungesättigte Fettsäuren. 

Mais ist das energiereichste Getreide. Die Körner beinhalten weiter viele ungesättigte Fettsäuren. 

(Isignstock)

Publiziert am

Produktmanagerin Mais, UFA-Samen

Körnermais ist eine interessante Sommerkultur für die Schweiz. Dank eines breiten Spektrums an Sorten mit unterschiedlicher Frühreife passt sie sich den verschiedenen Anbaugebieten gut an. Die Frühreife der einzelnen Sorten wird mithilfe von Temperatursummen ab der Aussaat verglichen. Um ihre Reife zu erreichen, benötigen frühreife Sorten weniger Gradtage über die Saison verteilt als spätere Sorten. In diesem Zyklus blühen manche Sorten früher, andere später. In der Regel können in Talzonen höhere Reifegrade erzielt werden als in kälteren Zonen.

Temperatursummen nach Reife

Die hier gezeigte Infografik zur durchschnittlichen Anzahl an Gradtagen (links) veranschaulicht die unterschiedliche Frühreife von Sorten ab dem Datum der Aussaat. Die drei Kurven stellen die durchschnittlichen Temperatursummen der zehn letzten Saisons dar. Dabei werden drei verschiedene Aussaatzeitpunkte im Westschweizer Ort Moudon (VD) berücksichtigt. Für die Aussaat ist der 15. April ein sehr früher Zeitpunkt, der 30. April ein eher später. Der 15. Mai ist ziemlich spät für Erstkulturen und früh für Zweitkulturen. Für alle drei Termine zeigt die Kurve die Temperatursumme im Maiswachstum (zwischen 6 °C und 30 °C). Die gestrichelten Linien markieren den Temperaturbedarf für die Blüte und die theoretische Reife der Sorten LG 31.207 und P8834. LG 31.207 gilt als frühreife Sorte, deren Blüte bei der spätesten Aussaat zwischen dem 10. und dem 23. Juli erwartet wird.

Als Silomais mit 32 Prozent Trockensubstanz sollte sie beim frühesten Aussaattermin zum 20. August geerntet werden und beim spätesten zum 6. September. Die mittelspäte Sorte P8834 blüht etwas später, frühestens am 20. Juli und spätestens am 30. Juli. Am 28. September beträgt der Wassergehalt im Korn bei der frühesten Aussaat 32 Prozent. Eine solche Reife wird bei einer Aussaat am 15. Mai erst nach dem 12. Oktober erzielt. Gedroschen wird bei einer niedrigeren Feuchtigkeit und etwas später je nach den Witterungsbedingungen der Saison. Die Grafik zeigt eine Silomaissorte, die für die Lage Moudon eher zu frühreif ist, und eine Körnermaissorte, die als Erstkultur genutzt werden sollte, um allfällige Trocknungskosten zu minimieren.

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Temperatursummen Westschweiz über die Maissaison 2023 

(UFA-Revue)

Einbettung und richtige Saatdichte

Eine gute Einbettung ist beim Mais der erste Schritt hin zu einer Ernte, die den Erwartungen entspricht. Das Saatbett muss gut vorbereitet sein. Bei einer Aussaat in einen nicht zu kalten Boden (mindestens 8 °C) können Maispflanzen schneller auflaufen und sind so weniger Schäden durch Vögel, Insekten oder Fäulnis ausgesetzt. Die Saatdichte muss an die Sorte und das Potenzial des Feldes angepasst sein. Für alle Sorten sind die jeweils empfohlenen Saatdichten bekannt.

Düngung dem Stadium anpassen

Mais erfordert eine bedarfsgerechte Düngung. Nach der Düngungsnorm werden bei Mais 110 Einheiten Stickstoff, 103 Einheiten Phosphor, 250 Einheiten Kalium, 25 Einheiten Magnesium und rund 30 Einheiten Schwefel für einen Ertrag von 185 dt TS / ha empfohlen. Bis zum 4-Blatt-Stadium nutzt die Maispflanze die Reserven des Saatkorns, danach steuern die Wurzeln das Wachstum. Ab der Aussaat und bis zum 8-bis-10-Blatt-Stadium spielen die Elemente P und K eine zentrale Rolle, da sie die Wurzel- und Blattentwicklung beeinflussen. Wird bei der Saat ein Starterdünger ausgebracht, sind P und K leicht zugänglich. Zwischen dem 8-bis-10-Blatt-Stadium und der Blüte ist der Stickstoffbedarf am höchsten. Zudem bis eine Kornfeuchte von 50 Prozent erreicht ist. Die Zufuhr kann auch in Teilgaben erfolgen. Dabei muss aber Folgendes beachtet werden: die Restmengen an Stickstoff im Boden, die Möglichkeit, den Bedarf zum Beispiel mittels N-Tester zu bestimmen, und die Möglichkeit des Betriebs, noch einmal auf die Fläche zu gehen.

Irrigationsbedarf

Der Wasserbedarf der Maispflanzen ist recht hoch. Dennoch hat er trotz gestiegener Erträge nicht zugenommen. Dies ist dem besonderen Augenmerk auf eine höhere Stresstoleranz bei der Sortenauswahl zu verdanken. Sofern eine Bewässerung nötig ist, beruht der Erfolg auf einer Berechnung der Wasserbilanz. Selbst innerhalb einer Schweizer Region sind die pedoklimatischen Verhältnisse sehr unterschiedlich. Daraus ergeben sich sehr verschiedene Situationen in eng begrenzten Gebieten. Allgemein ist der Anteil der bewässerten Maisflächen ist in der Schweiz niedrig. 

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Liste der empfohlenen Maissorten 2023

(UFA-Revue)

Maistage UFA-Samen

Weitere Informationen zum Thema Mais bei den Veranstaltungen in Winterthur (4. Januar), in Lyssach (10. Januar) und in Moudon (12. Januar). Anmeldung erforderlich. Mehr dazu unter www.ufasamen.ch

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