Pflanzenbau

Was nachts im Maisfeld passiert

2020 wurde im Kanton Tessin erstmals ein digitales Pheromonfallen-Monitoring zum Maiszünslerflug durchgeführt. Neu ist, dass eine Kamera vor Ort automatisch Daten über den Maiszünslerflug weiterleitet. Dies hilft beim Entscheid, wann Schlupfwespen zur Bekämpfung ausgebracht werden sollten.

In der Falle zum digitalen Monitoring bleiben die Maiszünsler auf einer Klebeplatte haften.

(Agroline Service & Bioprotect)

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Agroline Bioprotect

Der bedeutendste Schädling im Maisanbau ist der Maiszünsler. Seine Larven sind sehr gefrässig und bohren sich durch das Innere des Pflanzenstängels und der Kolben. So können grosse Schäden durch Stängelbruch und Bohrlöcher mit teils massiven Ertrags- und Qualitätsverlusten entstehen. Durch die günstigen Witterungsbedingungen im Tessin können sich zwei Maiszünsler-Generationen pro Jahr entwickeln. Um den Flugbeginn und die damit beginnende Eiablage festzustellen, wurden Pheromonfallen aufgestellt, und ein neues Monitoring-System kam zum Einsatz.

Maiszünsler-Monitoring 2.0

An den Orten Cadenazzo und Sant’Antonio (TI) wurde das neue, digitale Monitoring-System, das eine Pheromonfalle mit einer Kamera vereint, getestet. Die Falle enthält den Duftstoff des Maiszünslerweibchens, wodurch die Männchen angelockt werden und an einer Klebeplatte haften bleiben. Eine dort angebrachte Kamera macht alle 24 Stunden ein Foto und leitet es an eine Website weiter. Werden Maiszünsler gefangen, erkennt das System diese anhand von Parametern, wie dem Farbmuster der Flügel und zählt sie automatisch. Den aktuellen Maiszünslerflug erhält man täglich per E-Mail zugeschickt.

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Klebeplatte mit gefangenen Maiszünslern (grüne Quadrate). 

(Agroline Service & Bioprotect)

 

Dämmerflug

Die Zünsler überwintern als Larve in den Mais-Stoppeln. Im Folgejahr verpuppen sie sich und im Mai schlüpfen die ersten Falter, die dann in der Dämmerung in die Maisfelder fliegen. Mit dem einsetzenden Flug beginnt die Eiablage auf den Pflanzen. Das digitale Maiszünsler-Monitoring-System fliesst in das schweizweite Monitoring der Forschungsanstalt Agroscope in Changins ein. Es findet von Anfang Mai bis Ende September in allen Maiszünsler-Befallsregionen der Schweiz statt. Die Daten aus über 30 Pheromon- und Lichtfallen werden übermittelt und so der Maiszünsler-Flug erfasst. Die Beobachtung des Fluges ist ein Kriterium für den Ausbringungszeitpunkt der Trichogramma-Schlupfwespe und ist entscheidend für den Bekämpfungserfolg.

Biologische Bekämpfung

Der Maiszünsler versteckt sich tagsüber gerne an windstillen, warmen Plätzen wie Wiesen, die von Baumoder Buschinseln umgeben sind. Hier lassen sich Pheromonfallen besonders gut aufstellen. Die Daten, welche an Agroscope weitergegeben werden, sind über die Agrometeo-Website abrufbar. Im Jahr 2020 wurden zum Flughöhepunkt der beiden Maiszünsler-Generationen Trichogramma-Schlupfwespen als Eiparasiten mit der Drohne ausgebracht. Aufgrund des hohen Befallsdrucks im Tessin und der zwei Maiszünsler-Generationen ist die Drohnen-Einsatzstrategie für 2021 eine dreimalige Ausbringung mit insgesamt 440 000 Trichogramma pro Hektar.

Wann soll die Drohne fliegen – ein einfaches Eingabe-Tool

Auf der Webseite www.bioprotect.ch/OptiDroneDE können Landwirtinnen und Landwirte Parzellendaten direkt eintragen. Alternativ übernimmt das auch ihr LANDI Agrarcenter. Auf einer vorgegebenen Karte werden da zu die betreffenden Parzellen markiert. Danach ist es möglich, noch Angaben über Hindernisse wie Bäume oder Hochspannungsleitungen zu machen. Sind alle Angaben erfasst, werden die Parzellendaten über den Button «erfasste Felder absenden» direkt an geschulte Drohnenpiloten weitergeleitet. Unterstützung findet man auch durch ein Video, mit einer Anleitung zur Parzellen-Eingabe. Die Daten können ab sofort eingegeben werden.

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