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Betriebsführung

Kaufen geht auch ohne Bares

Um ein Unternehmen langfristig wirtschaftlich zu führen, müssen Anlagen, Maschinen und Fahrzeuge von Zeit zu Zeit ersetzt werden. Dabei stellt sich die Frage der Finanzierbarkeit. In bestimmten Situationen sind Leasings und Kredite eine Alternative zum Barkauf. Es gibt aber noch weitere Optionen, wenn die liquiden Mittel knapp sind.

Ob sich die Anschaffung einer eigenen Maschine rechnet, hängt von der Art und der Häufigkeit des Einsatzes ab. Bei sehr teuren Gütern ergibt oft auch ei...

Ob sich die Anschaffung einer eigenen Maschine rechnet, hängt von der Art und der Häufigkeit des Einsatzes ab. Bei sehr teuren Gütern ergibt oft auch eine überbetriebliche Anschaffung und Zusammenarbeit Sinn.

(Bild: Meier Maschinen AG)

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Aktualisiert am

 

Etwas haben alle Investitionen gemeinsam, sie müssen finanziert werden. Vor der Anschaffung einer neuen Maschine oder eines neuen Fahrzeugs sind Notwendigkeit und Dringlichkeit zu prüfen. So gibt es zur eigenen Anschaffung für den Betrieb mögliche Alternativen, wie beispielsweise eine Miete oder den gemeinsamen Kauf mit mehreren Berufskollegen zusammen. 

QUER gelesen

  • Wer Anlagegüter neu anschafft und diese bar bezahlt, fährt meist am günstigsten.
  • Bei tiefer Liquidität oder bei sehr hohen Investitionen im Bereich von Maschinen, Fahrzeugen und Anlagen sind Leasings oder Kredite mögliche Alternativen.
  • Bevor man Anlagegüter neu anschafft, sollte man die Optionen Miete oder Kauf einer Occasion prüfen.
  • Bei Investitionen in betriebliche Gebäude oder Einrichtungen ist eine Finanzierung über die Hypothek möglich.

Hat man sich dazu entschlossen, eine Neuanschaffung zu tätigen, und sind Art und Ausstattung definiert, sollte zuerst geprüft werden, ob auch eine Occasionsmaschine den Zweck erfüllen würde. Die Vor- und Nachteile sind hier einander gegenüberzustellen, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können. Ist die nötige Anschaffung bestimmt, stellt sich die Frage nach deren Finanzierung.

Mehr Freiheiten dank Barkauf

Bei genügender Liquidität kann der Kauf aus eigenen Mitteln finanziert werden. Damit ist man nicht den Konditionen und Bedingungen der Geldgeber unterworfen und kann über die gekaufte Neuanschaffung frei verfügen. Oft gibt es attraktive Rabatte bei Barzahlung. In der Buchhaltung bedeutet dies eine Verschiebung innerhalb der Aktiven. Flüssige Mittel werden zu Anlagevermögen. Das Abschreibungspotenzial nimmt zu.

Der Barkauf ist meist die günstigste Variante unter allen Finanzierungsmöglichkeiten.

Bei gewissen Konstellationen, beispielsweise bei schwacher Liquidität oder bei hohen Anschaffungskosten, muss das Investitionsgut mit Fremdkapital finanziert werden. Finanzinstitute bieten dafür Leasings und Kredite an. Bei beiden Methoden wird zuerst die Bonität geprüft, was den Kauf hinauszögern kann. In der Regel zahlt man über die ganze Laufzeit gleichbleibende Raten. Die Rate umfasst die Abzahlung der Schuld und den Schuldzins. Dabei reduziert sich der Zinsanteil laufend, wobei der Abzahlungsanteil erhöht wird (sogenannte Annuität).

Kein Eigentum bei Leasing

Der wesentliche Unterschied zwischen Kreditkauf und Leasing besteht darin, dass beim Kreditkauf in der Regel die Maschine dem Erwerber gehört und er der Bank den Betrag schuldet, weil der gesamte Kaufpreis sofort finanziert werden muss. Beim Leasing hingegen kauft die Finanzierungsgesellschaft die Maschine und der Leasingnehmer oder die Leasingnehmerin bezahlt die Nutzung.

Beim Leasing wird zwischen Finanzierungsleasing und operativem Leasing unterschieden. Das operative Leasing zeichnet sich durch eine kurze Laufzeit und flexible Kündigungsbedingungen aus. Die Instandhaltungs- und Reparaturkosten gehen zulasten des Leasinggebers. Am Ende der Vertragslaufzeit wird kein Eigentumsübertrag angestrebt und das Leasinggut geht an den Leasinggeber zurück, welcher es an den nächsten Leasingnehmer zum Gebrauch übergibt. Das Finanzierungsleasing ist von mittlerer bis langfristiger Dauer und kann nicht einfach gekündigt werden. Die Leasingnehmerin trägt das Investitionsrisiko und kennt bereits beim Abschluss des Leasingvertrags den Fahrzeugwert am Ende der Leasinglaufzeit. Das Leasinggut kann nun entweder zurückgegeben, zum vorgegebenen Restwert gekauft oder um den Restbetrag verlängert werden.

Buchhalterische Unterschiede

Buchhalterisch wird beim Kreditkauf die Maschine im Anlagevermögen aktiviert und die Kreditschuld passiviert. Beim Leasing gibt es zwei Möglichkeiten. Einerseits dieselbe Variante wie beim Kreditkauf, andererseits kann die gesamte monatliche Rate als Leasingaufwand in der Erfolgsrechnung als Aufwand verbucht werden. Welche Variante gewählt wird, ist abhängig von der Form des Leasings und des gewünschten Erfolgs in der Buchhaltung. Die Bedingungen der Fremdfinanzierungen sind vorgängig genau zu prüfen und mit anderen Finanzierungsgesellschaften zu vergleichen.

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Gebraucht tut es manchmal auch. Vor dem Kauf einer Occasionslandmaschine müssen jedoch die tieferen Amortisationskosten der Rest einsatzzeit sowie den Aufwänden für Reparaturen und Unterhalt gegenübergestellt werden. 

(Bild: agrarfoto)

Wann sich Leasing lohnen kann

Bei guter Kreditwürdigkeit ist das Leasing teurer als ein Kredit. Ein Leasing ist interessant für Betriebsleiter, die gerne technisch auf dem aktuellen Stand bleiben wollen oder auf die modernste Technik angewiesen sind, da das Leasinggut nach Ablauf zurückgegeben und ein neueres geleast werden kann. Auch der Restwert am Ende der Leasingdauer kann entscheidend sein, ob diese Variante gewählt wird. Leasings eignen sich aber auch für Unternehmer, die das Leasinggut zum Eigentum übernehmen möchten, das Kapital aber nicht von Anfang an vollumfänglich zur Verfügung haben.

Weitere Alternativen prüfen

Je nach Verhandlung mit dem Verkäufer kann die Kaufpreiszahlung in Raten erfolgen. Viele Händler gehen Abzahlungsverträge ein. Die Raten werden fix vereinbart und im Kaufvertrag verbindlich festgehalten. Sind gewisse Bedingungen und Voraussetzungen erfüllt, können Starthilfedarlehen oder Investitionskredite beantragt werden. Bei Investitionen in betriebliche Gebäude oder Einrichtungen ist eine Finanzierung über die Hypothek möglich, insofern die maximale Gesamtbelastung noch nicht ausgeschöpft ist. Auch innerhalb der Familie werden oft zinsgünstige Darlehen für Anschaffungen zur Verfügung gestellt. Alle diese Varianten stellen ebenfalls Fremdkapital dar und haben ihre Vor- und Nachteile.

Ein Barkauf ist meist die günstigste Variante unter allen Möglichkeiten, wenn eine langfristige Haltedauer vorgesehen und die Liquidität vorhanden ist. Jede Situation und jedes Bedürfnis muss aber individuell betrachtet und geprüft werden. 

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