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Betriebsführung

Paralandwirtschaft – Attraktiver Stundenlohn

Mit einer Arbeitsverwertung von 40 Franken pro Stunde ist das Ausführen von Arbeiten für Dritte wirtschaftlich attraktiver als die Direktvermarktung. Bei beiden Aktivitäten gibt es enorme Unterschiede zwischen den Betrieben.

Im Schnitt verdient ein Landwirt in der Direktvermarktung rund 25 Franken pro Stunde.

Im Schnitt verdient ein Landwirt in der Direktvermarktung rund 25 Franken pro Stunde.

(Gabriela Küng)

Publiziert am

Aktualisiert am

Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Agroscope

Leiter Forschungsgruppe Betriebswirtschaft, Agroscope

Bei den paralandwirtschaftlichen Betriebszweigen sind das Ausführen von Lohnarbeiten, auch «Arbeit für Dritte» genannt, und die Direktvermarktung in der Schweizer Landwirtschaft am stärksten verbreitet. Entsprechend erstellte Agroscope für die Serie «Betriebszweiganalyse» auch für diese beiden Aktivitäten Kosten-/Leistungsrechnungen.

Umsatz als Bezugseinheit

Das Erstellen der Kosten-/Leistungsrechnung erfolgt ähnlich wie bei den anderen Betriebszweigen, die bereits in der Serie vorgestellt wurden. Die Direktkosten können von den Buchhaltungsdaten der Zentralen Auswertung von Agroscope übernommen werden. Bei den Gemeinkosten ist eine Zuteilung auf die einzelnen Betriebszweige notwendig, was mittels Plankosten und der Maximum Entropie Methode erfolgt. Gegenüber den Betriebszweigen des Pflanzenbaus und der Tierhaltung besteht ein wichtiger Unterschied: Die Kosten werden nicht auf die Hektare oder die Grossvieheinheit bezogen, sondern auf die Rohleistung bzw. den Umsatz. Dazu verwenden wir 10 000 Franken. Im Betriebszweig Arbeit für Dritte belaufen sich beispielsweise die Maschinenkosten im Mittel auf 5282 Franken pro 10 000 Franken Umsatz. Betragen die Kosten insgesamt weniger als 10 000 Franken, liegt ein kalkulatorischer Gewinn vor. Das heisst, die effektive Arbeitsverwertung liegt über den verwendeten Lohnansätzen von 22 bis 27 Franken pro Stunde. Diese Ansätze unterscheiden sich nach Region und Jahr. Um die Unterschiede zwischen den Betrieben aufzuzeigen, wird wiederum anhand der Arbeitsverwertung eine obere Gruppe (bestes Viertel) und eine untere Gruppe (schlechtestes Viertel) gebildet.

Arbeit für Dritte

Beim Betriebszweig Arbeit für Dritte liegen über 1400 Beobachtungen vor. Der Betriebszweig ist sehr attraktiv, denn die durchschnittlichen Kosten belaufen sich nur auf 8543 Franken, was ein kalkulatorischer Gewinn von 1457 Franken zur Folge hat. Entsprechend liegt die Arbeitsverwertung mit 40 Franken deutlich über dem Lohnansatz. Die Kostenstruktur wird von den Maschinenkosten dominiert (62 %), was nicht erstaunt, denn typischerweise kommen grosse und teure Maschinen bei der Lohnarbeit zum Einsatz. Die Streuung ist enorm: Die untere Gruppe hat eine durchschnittliche Arbeitsverwertung von minus einem Franken, während die obere Gruppe einen Stundenlohn von 89 Franken erreicht. Die untere Gruppe weist bei allen Kostenpositionen höhere Werte auf. Besonders ins Gewicht fallen die Maschinenkosten mit ei ner Differenz von 6268 Franken (Fr. 8687 minus Fr. 2419). Die Betriebe der unteren Gruppe weisen sehr hohe Maschinenkosten für alle Betriebszweige des Betriebs auf.

Direktvermarktung

Auch bei der Direktvermarktung wird ein kalkulatorischer Gewinn erzielt, wenn auch deutlich kleiner als bei der Arbeit für Dritte. Die Arbeitsverwertung beträgt 25 Franken. Bezüglich Kostenstruktur dominieren die Direktkosten mit 60 Prozent. Ebenfalls bedeutend sind die Arbeitskosten. Zwischen der Arbeitsverwertung des besten und des schlechtesten Viertels liegt ein Faktor von mehr als 10 (5 Franken im Vergleich zu 53 Franken). Die grösste Differenz zwischen den beiden Gruppen betrifft die Direktkosten mit 5137 Franken.

Fazit

Aus wirtschaftlicher Sicht sind die paralandwirtschaftlichen Betriebszweige Arbeit für Dritte und Direktvermarktung attraktiv. Erfolgreiche Betriebe weisen bei der Arbeit für Dritte tiefe Maschinenkosten und bei der Direktvermarktung niedrige Direktkosten auf. 

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