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Erste Ernte aus der Vertical Farm

Die Vertical-Farming-Pilotanlage von Yasai und fenaco hat Ende 2021 den Betrieb aufgenommen. Basilikum aus der Indoor-Produktion kann seit Ende Januar im Detailhandel gekauft werden, Minze und Koriander folgen. Interessierte Landwirtinnen und Landwirte können schon jetzt einen Augenschein nehmen.

Die Entwicklung der jungen Basilikumpflanzen wird durch den Agronomen Tobias Beeler, Produktionsleiter der Pilotfarm von Yasai, geprüft.

Die Entwicklung der jungen Basilikumpflanzen wird durch den Agronomen Tobias Beeler, Produktionsleiter der Pilotfarm von Yasai, geprüft.

(Yasai)

Publiziert am

fenaco Genossenschaft / Leiter Public Relations

«Endlich ist es so weit», sagen Mark E. Zahran, CEO des Vertical-Farming-Start-ups Yasai, und Daniel Schwab, Category Manager Gemüse bei fenaco Landesprodukte und Projektmanager Vertical Farming. Nach über einem Jahr Planung, Entwicklung und Aufbau freuen sie sich über die erste Ernte aus der Vertical-Farming-Pilotanlage in Niederhasli (ZH). Es ist heimisches Basilikum – ultrafrisch, ohne Pflanzenschutzmittel produziert bei deutlich tieferem Wasserverbrauch. Und dies im Schweizer Winter dank Hightech in einem Vorort von Zürich.

Im Oktober 2020 hatte die fenaco die Zusammenarbeit mit Yasai und die Investition von rund einer halben Million Schweizer Franken in die Pilotanlage angekündigt. Mit diesem Engagement will fenaco Landesprodukte die Vorteile der neuen Anbaumethode verifizieren. Dank der gestapelten Bauweise verspricht sie nämlich eine markante Steigerung der Produktivität bei massiv tieferem Wasserverbrauch und weniger oder keinen Pflanzenschutzmitteln. Die Indoor-Produktion ermöglicht zudem einen Anbau während 24 Stunden und 365 Tagen im Jahr und kann somit den Anteil von Schweizer Gemüse und Kräutern steigern.

Die fenaco engagierte sich im Sinne ihres Genossenschaftszwecks, die Schweizer Landwirtinnen und Landwirte bei der wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Unternehmen zu unterstützen. «Dazu gehört auch die Prüfung und Erschliessung von neuen Geschäftsfeldern», erklärt Daniel Schwab und fügt hinzu: «Der Schlüssel zu einem rentablen Betrieb auf den hiesigen Bauernbetrieben liegt bei der Skalierung und Automatisierung der Prozesse. Im Moment produzieren wir noch vergleichsweise kleine Mengen, die wir aber Schritt für Schritt steigern können.» Mark E. Zahran pflichtet ihm bei: «Zurzeit produzieren wir Basilikum. Ab März kommen Minze und Koriander dazu. Weitere Sortimentsergänzungen wie Blattgemüse oder sogar Beeren sind in Planung.» Was in Niederhasli im kleinen Massstab funktioniert, soll die grosse Welt erobern. Die hochautomatisierte Pilotanlage besteht nämlich aus Modulen, die zu beliebig grossen Produktionsanlagen zusammengesetzt werden können. Yasai plant, das System später in alle Welt zu verkaufen. Etwa in Gegenden mit wenig Frischwasser oder landwirtschaftlichen Flächen.

Wichtiger Schweizer Detailhändler im Boot

Der Detailhandel ist schnell auf das Projekt aufmerksam geworden. Coop hat sich nun die ersten Ernten gesichert: Seit dem 24. Januar wird das Basilikum aus Niederhasli in rund 80 Filialen im Raum Zürich, Basel und Luzern angeboten. «Für uns ist das der echte Test», sagt Mark E. Zahran. «Nachdem die technische Machbarkeit geklärt ist, muss es uns gelingen, die Konsumentinnen und Konsumenten im Laden von unseren Produkten zu überzeugen.» Dabei weiss der junge Unternehmer, dass der Trend für ihn spricht: Die Nachfrage steigt nach Lebensmitteln, die nachhaltig produziert wurden, also mit wenig Wasserverbrauch und ohne chemisch-synthetische Wirkstoffe.

«Der Schlüssel zur Rentabilität liegt bei der Skalierung und der Automatisierung.»  

Daniel Schwab, Leiter Category Gemüse bei fenaco Landesprodukte

Auch die Forschung und Innovationsförderung ist auf den Vertical-Farming-Zug aufgesprungen: Mittlerweile ist das Vorhaben als Innosuisse-Forschungs projekt aufgestellt: Mit Leistungen im Wert von rund einer Million Schweizer Franken kann Yasai zusammen mit Spezialistinnen und Spezialisten der ZHAW, der Agroscope und der fenaco nun sämtliche Anbau- und Arbeitsprozesse der modular aufgebauten Vertical Farm optimieren. Damit sollen in verschiedenen Arbeitspaketen Ausbeute, Qualität, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit der Anlage verbessert werden.

 

«Vertical Farming und traditioneller Anbau ergänzen sich ausgezeichnet.»

Mark E. Zahran, CEO Yasai

Potenzial für die Schweizer Bäuerinnen und Bauern

Und wie steht es mit dem Potenzial der neuen Anbauform für die Schweizer Landwirtschaft? «Wir glauben, dass sich die neue Technologie und der konventionelle Anbau ausgezeichnet ergänzen», sagt Mark E. Zahran. «Allerdings gibt es auch einige Hürden, die wir noch überwinden müssen», gibt Daniel Schwab zu bedenken. Verabschieden musste sich das Team von der Idee, ungenutzte Ställe auf Vertical Farming umzurüsten. «Die neue Technologie ist erst ab einer gewissen Grösse und vor allem Höhe sinnvoll. Das ist bei bestehenden Agrargebäuden oft nicht gegeben», erklärt Daniel Schwab. Während die Umsetzung in landwirtschaftlichen Zonen nicht immer so einfach ist, ergeben sich andere Möglichkeiten, zum Beispiel über einen Zusammenschluss von Produzentinnen und Produzenten für eine Investition und Realisierung einer Vertical Farm in einer leer stehenden Industriehalle. «Die Schweizer Bäuerinnen und Bauern sind unternehmerisch eingestellt», stellt Daniel Schwab fest. «Die positiven Rückmeldungen zeigen mir, dass ein echtes Interesse besteht. Es braucht aber noch eine abschliessende Validierung der Pilotfarm und des Marktpotenzials, bevor die ersten Innovatoren aufspringen.» Die dazu nötige Überzeugungsarbeit leisten die Partner Yasai und fenaco, indem sie parallel zur Abklärung des Marktpotenzials im Detailhandel bald auch sogenannte Yasai Tours in der Vertical-Farming-Pilotanlage anbieten. «Die Rückmeldungen aus diesen Begegnungen mit Interessierten sind sehr wertvoll für uns», sagt Mark E. Zahran. So entwickelt sich die neue Technologie Schritt für Schritt Richtung Marktreife. 

Machen Sie sich ein Bild

Sind Sie interessiert am Potenzial von Vertical Farming für Ihren landwirtschaftlichen Betrieb? Wenden Sie sich an den Verantwortlichen bei fenaco Landesprodukte, Daniel Schwab: daniel.schwab@fenaco.com

Möchten Sie die Pilotanlage besuchen? Buchen Sie einen Rundgang über tours@yasai.earth. Mehr Infos finden Sie auf www.yasai.earth.

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