Die grüne Matte im Garten offenbart sich bei genauerem Hinsehen oft als eine Mischung aus Giersch, Spitz- und Breitwegerich sowie Löwenzahn, dazwischen vereinzelt Gräser. Die mittlerweile leider routinemässig vorherrschende Dürre im Sommer tut dann ihr Übriges und verwandelt den Rasen in eine Strohmatte.
Damit der Rasen wirklich als solcher bezeichnet werden kann und auch bei Trockenheit noch Widerstandskraft zeigt, muss der Grundstein dazu schon zeitig im Frühling gelegt werden.
Saisonstart im März
Die Rasensaison beginnt, sobald es die Witterung zulässt, ab Mitte bis Ende März. Dann kann schon damit begonnen werden, die über den Winter abgestorbenen Gräserteile durch sanftes vertikutieren auszubürsten und zu entfernen. Tipp: diese Arbeit kann auf einer kleinen Fläche auch mit einem Laub- oder Rasenrechen erfolgen. Anschliessend wird der Rasen gemäht und das Schnittgut aufgenommen.
Nun erfolgt die erste Düngung. Diese kann mit einem ausgewogenen, hochwertigen Rasen-Langzeitdünger erfolgen, um das Gräserwachstum anzuregen. Damit entsteht ein schneller Schluss der Grasnarbe. Dadurch werden Unkräuter und unerwünschte Gräserarten unterdrückt und haben weniger Platz, um sich zu entwickeln.
Sobald die erste Düngung erfolgt ist, muss der Rasen regelmässig geschnitten werden, und zwar im Rhythmus von 5 bis 7 Tagen. So entsteht eine dichte Grasnarbe. Es ist darauf zu achten, dass nie mehr als ein Drittel der Gesamtlänge der Gräser weggeschnitten wird. Steht der Rasen also 9 cm hoch, sollten 3 cm weggeschnitten werden. Wird zu viel Blattmasse auf einmal weggeschnitten, fehlt diese den Gräsern für die Assimilation. Der Rasen hat nach dem Mähen einen bräunlich-gelben Schimmer und braucht einige Zeit, bis die grüne, kräftige Farbe wieder zurück ist. Durch diesen Vorgang brauchen die Rasengräser sehr viel Regenerationskraft und werden geschwächt. Die ideale Schnitthöhe für Hausrasenflächen beträgt 4 cm im Frühling und Herbst, über den Sommer oder bei Hitzeperioden sollte die Schnitthöhe auf 5 bis 6 cm angehoben werden. In dieser Zeit kann das Schnittintervall dem Wachstum der Gräser angepasst werden und bei 10 bis 12 Tagen liegen.
Im Juni ans Wasser denken
Ab etwa Mitte Juni (10 Wochen nach der 1. Düngung) erfolgt die 2. Düngung. Nun wird es auch Zeit, an die Bewässerung zu denken. Bevor der Rasensprenger angeworfen wird, sollte aber einiges beachtet werden. Bei einer Temperatur von 20 °C verdunsten auf einem Quadratmeter Rasen 2 l Wasser pro Tag; bei 30 °C sind es schon 5 l Wasser. Wenn es zusätzlich noch windet, kann es sogar mehr sein. Wann sollte aber bewässert werden? Wenn sich die Rasengräser beim Begehen nicht mehr aufrichten und die Rasenfläche einen leicht bläulichen Schimmer aufweist, ist der Welkepunkt erreicht. Jetzt sollte dringend bewässert werden (siehe «Unser Tipp»).
Bei 20 °C verdunsten auf einem Quadratmeter Rasen 2 Liter Wasser pro Tag.
Hochsommer im Garten
Gegen Ende August (10 Wochen nach der 2. Düngung) erfolgt die 3. Düngung. Selbst ein gepflegter Rasen sollte einmal pro Jahr vertikutiert werden, um Rasenfilz und Moos zu entfernen. Somit bleibt der Rasen gesund, Wasser, Luft und Nährstoffe gelangen besser in den Boden und können die Rasenwurzeln optimal versorgen. Die Bedingungen für diese Arbeit sind im späten Sommer bis frühen Herbst ideal. Der Boden ist noch warm, und eine Nachsaat kann schnell keimen.
Vor dem Vertikutieren wird der Rasen ausnahmsweise auf etwa 1,5 cm tief geschnitten, um möglichst viel abgestorbenes Material und Rasenfilz zu entfernen. Das anfallende Material muss zusammengenommen und abgeführt werden.
Das Saisonende rückt näher
Für eine allfällige Unkrautregulierung auf der Rasenfläche sind die Bedingungen im Herbst am besten und erfolgen mit einem selektiven Rasenherbizid etwa 3 bis 4 Wochen vor dem vertikutieren. Mit einer allfälligen Nachsaat mit einer Regenerationsmischung muss nach einer Behandlung 3 Wochen gewartet werden, da auch selektive Rasenherbizide eine gewisse Bodenwirkung haben. Ansonsten könnte die Keimbedingung der Gräser beeinträchtigt werden. Um die Keimbedingungen des Saatguts deutlich zu verbessern, wird Rasensub strat / Rasenerde ausgestreut und leicht eingearbeitet.
Wenn nötig, muss nach einer Renovation die Rasenfläche bewässert werden. Die oberste Bodenschicht darf dabei nicht austrocknen. Das heisst 3 bis 4 Mal pro Tag eine Wassergabe mit 5 l/m 2 während 2 bis 3 Wochen nach der Saat. Die Gaben sind bewusst fein zu dosieren, damit der Samen nicht weggeschwemmt wird. Nach 4 bis 6 Wochen ist der Rasen wieder belastbar. Nun wird der Rasen regelmässig gemäht, bis sich die Vegetation einstellt und die Rasengräser nicht mehr wachsen.
Der letzte Rasenschnitt im Jahr kann tief, bei 3,5 bis 4 cm, erfolgen. Wenn der Rasen zu hoch in den Winter geht, besteht vermehrt Krankheitsbefall mit Schneeschimmel im Frühling. Allfälliges Laub wird im Spätherbst regelmässig vom Rasen entfernt, um Fäulnis zu verhindern.
Unser Tipp
Den Rasen richtig bewässern
Bewässert wird frühmorgens in den Tag hinein, dann können die Gräser tagsüber abtrocknen. Wird am Abend und in die Nacht hinein bewässert, bleiben die Gräser lange Zeit feucht. Dies fördert Pilzbefall und Krankheiten.
Bewässert wird bei Bedarf alle 3 bis 5 Tage, und zwar mit etwa 20 l/m². Um die Wassermenge zu messen, kann ein handelsüblicher Regenmesser aufgestellt werden oder ein Topfuntersatz mit einer Höhe von mindestens 2 cm. Ist der Topfuntersatz voll, entspricht das 20 mm Niederschlag, also 20 l. Mit einer Wassergabe sollte der Wurzelhorizont bis in eine Tiefe von 15 cm gut durchfeuchtet sein.
Jeden Tag nur kleine Wassergaben fördern die unerwünschten Gräserarten (Flachwurzler) und verwöhnen die guten Rasengräser (Englisch Raigras und Wiesenrispengras). Diese sehen dann keinen Anlass, nach unten zu wurzeln, um das Wasser aus der Tiefe zu nutzen.
Der Rasen toleriert trockene Perioden besser und auch oft ohne Bewässerung, wenn die Pflegeroutine aus nicht zu tiefen, regelmässigen Schnitten, Schnittpausen bei Trockenheit, Düngung und Vertikutieren eingehalten wird.







