Landtechnik

Saatbettbereitung: fein aber nicht zu fein

Die Kreiselegge ist die am häufigsten eingesetzte Maschine zur Saatbettbereitung. Eine zu feine Bodenaufbereitung erhöht jedoch das Erosions- und Auswaschungsrisiko. Mit einfachen Massnahmen lässt sich der Einsatz der Maschine optimieren und ein ideales Saatbett für das Auflaufen der Kultur herrichten.

Die Gerätekombination ist die gängigste Methode der Bodenbearbeitung und Aussaat

Die Gerätekombination ist die gängigste Methode der Bodenbearbeitung und Aussaat.

(Jean-Pierre Burri)

Publiziert am

Aktualisiert am

Redaktor, UFA-Revue

Der Erfolg einer Kultur hängt massgeblich von deren Anlage ab. Eine regelmässige Bodenvorbereitung unter guten Bedingungen fördert das gleichmässige Auflaufen der Pflanzen.

Die Unkrautbeseitigung ist eine grosse Herausforderung im Ackerbau. Dabei soll der Fokus sowohl auf der aktuellen Kultur der Parzelle als auch auf der gesamten Fruchtfolge liegen. In vielen Fällen lässt sich ein grosser Anteil der Unkräuter durch die Saatbettbereitung mit Pflug und Kreiselegge eliminieren.

Gleichmässiges Saatbett

Die Kreiselegge ist vielseitig und für den Einsatz in allen Bodentypen geeignet. Sie hinterlässt eine feine Bodenstruktur, wodurch der Kontakt zwischen Saatgut und Boden gewährleistet ist. Eine korrekt eingestellte Walze führt zu einer gleichmässigen Arbeitstiefe. Für Jacques-Alain Pfister, Verkaufsberater für die Westschweiz bei Kuhn, wird für die Bodenvorbereitung die Kreiselegge grundsätzlich mit dem Einsatz des Pflugs verknüpft. «Mit der Kreiselegge kann der Boden ausgezeichnet nivelliert werden. Durch das vorgängige Pflügen können Schädlinge, wie beispielsweise Maiszünsler, gut bekämpft werden», erklärt der Fachmann. Jacques-Alain Pfister stellt zudem fest, dass das Interesse an diesem Verfahren wieder zunimmt, gerade wegen der Vorteile bei der Unkrautbekämpfung. Auch für die Anlage von Zwischenkulturen erweist sich ein Bearbeitungsgang mit der Kreiselegge nach der Stoppelbearbeitung als interessante Lösung.

Allzu feines Saatbett

In einem allzu feinen Saatbett besteht bei starken Niederschlägen ein Erosions- und Auswaschungsrisiko, das bei verschlämmenden Böden besonders hoch ist. Die zu feine Bodenstruktur kann von einer übermässigen Bearbeitungsintensität wegen einer zu geringen Fahrgeschwindigkeit herrühren. Die geringe Fahrgeschwindigkeit kann mit einem zu schwachen Traktor zusammenhängen, der die Zapfwellenleistung für den Maschinenantrieb bei ausreichender Fahrgeschwindigkeit nicht aufbringen kann. Viele Kreiseleggen sind mit einem Getriebe ausgerüstet, das es ermöglicht, die Rotationsgeschwindigkeit der Rotoren je nach Bodenart anzupassen. Dieses einfache und effiziente Regulierungsinstrument wird in der Praxis nur wenig genutzt. Ein ausreichend leistungsstarker Traktor kann bei allen Zapfwellendrehzahlen (540 / 750 und 1000 U / Min) Rotor- und Fahrzeuggeschwindigkeit im Gleichgewicht halten. Für optimale Arbeit und Bearbeitungstiefe gilt es, die Abnützung der Zinken im Auge zu behalten.

Ein Zinken-Schnellwechselsystem vereinfacht das Auswechseln der abgenutzten Zinken

Ein Zinken-Schnellwechselsystem vereinfacht das Auswechseln der abgenutzten Zinken.

(Jean-Pierre Burri)

Vorbereitung und Zinkentypen

Eine ideale Vorbereitung hinterlässt eine krümelige, ca. 3 cm tiefe Erdschicht an der Oberfläche und eine feinere Struktur im Bereich der Saatgutablage. Die Saatbettbasis soll kompakter sein, damit die Wasserversorgung durch Kapillarwirkung gewährleistet ist. Eine schonende Arbeit mit Zinken auf Schleppstellung liefert ein ausgezeichnetes Resultat. Gröbere Erdschollen wie auch Steine, bis zu einem gewissen Grad, werden untergearbeitet und die feinere Erde verbleibt an der Oberfläche. «Die Ausstattung der Egge ist entscheidend, ebenso ihre perfekt horizontale Ausrichtung», erklärt Raphael Bertschy, Regionalverkaufsleiter bei Pöttinger. «Für diese Maschinen steht ein breites Walzensortiment zur Auswahl. Die gängigsten sind die Zahn- und Prismenpackerwalzen, die eine gute bis sehr gute Rückverfestigung auch in der Saatreihe vor der Saat gewährleisten», fährt er fort. Auch die Zinkenabnutzung gilt es zu beachten. So werden die Zinken in sandigen Böden z. B. besonders stark abgenutzt. «Verstärkte Zinken wie Durastar haben eine rund 60 Prozent längere Lebensdauer als normale», präzisiert Raphael Bertschy. Diese Originalzinken sind mit einer 2 mm dicken, besonders widerstandsfähigen Wolframcarbid-Beschichtung überzogen. Alle Hersteller bieten Zinken-Schnellfixierungssysteme an, die ohne schwer zu lösende Bolzen auskommen.

Maschinenausstattung

Der Planierbalken ist ein wichtiges Arbeitsgerät. Vor der Egge montiert, können damit, auf unregelmässigen Bodenoberflächen, die groben Erdschollen zerkleinert und dadurch der Feinerdeanteil gesteigert werden, ohne die Arbeitstiefe zu beeinflussen. Der Planierbalken zwischen Kasten und Walze wird so eingestellt, dass dieser so wenig Erde wie möglich nachzieht jedoch genügend, um ein ebenes Saatbeet zu hinterlassen. Die gesamte Maschinenausstattung zielt darauf ab, ein exaktes, regelmässiges Arbeitsergebnis zu erreichen, welches das gleichmässige Auflaufen der Kultur begünstigt. Sehr verbreitet ist der Einsatz von Kreiselegge und Sämaschine als Kombination. Damit lässt sich eine Feldüberfahrt einsparen und Arbeitszeit gewinnen. Hingegen wird die Gerätekombination schwer und der Traktor braucht mehr Leistung, um sie anzuheben.

Die Kreiselegge bleibt die am häufigsten eingesetzte Maschine zur Bodenvorbereitung, obwohl ein hoher Dieselverbrauch notwendig ist. Wie für alle Bodenbearbeitungsgeräte muss der Einsatz der Kreiselegge bei zu nassen Bedingungen unbedingt vermieden werden. Die richtige Maschineneinstellung, die Auswahl der geeignetsten Walze und die Überprüfung der Arbeit auf dem Feld bleiben unabdingbare Voraussetzungen für einen gelungen Kulturstart. 

Was es für eine ideale Saatbett bereitung braucht

  • Eine korrekte Einstellung der Maschine bezüglich Geschwindigkeit, Ausrichtung und Arbeitstiefe 
  • Eine ausreichende Fahrgeschwindigkeit 
  • Einen genügend leistungsstarken Traktor 
  • Eine Überprüfung der Saatbettvorbereitung 
  • Gute Bedingungen bei der Bodenbearbeitung
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