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Landtechnik

Bis zu zehn Prozent mehr Ertrag durch Doppelreihensaat

Maiskulturen, die in Doppelreihen gesät sind, liefern höhere Erträge. Für das Saatverfahren gibt es jetzt ein neues Multitalent: Die Aerosem kann einfach von Drillsaat auf Einzelkornablage in Doppelreihe umgestellt werden. Damit ist die pneumatische Sämaschine sowohl für Mais als auch für Getreide geeignet.

Maissämaschine für Doppelreihensaat der Marke Monosem.

Maissämaschine für Doppelreihensaat der Marke Monosem. 

(Bild: Monosem)

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Aktualisiert am

Redaktor, UFA-Revue

Die Arbeitsweise von mechanischen und pneumatischen Sämaschinen ist grundsätzlich gleich, jedoch wird bei den pneumatischen Sämaschinen die Entwicklung weiter vorangetrieben. Pneumatische Geräte bieten den Vorteil, dass grössere Pflanzenabstände möglich sind. Der Saatgutbehälter ist ein konischer Trichter, mit dem die Entleerung rascher und einfacher erfolgen kann. Mit einer zentralen Verteilung ist der Zufluss des Saatguts auf alle Scharen gewährleistet, solange es noch Saatgut im Trichter hat. Die Einstellung der Saatmenge ist bei pneumatischen Maschinen ebenfalls einfacher. Als Nachteil erweisen sich dagegen die Trichterhöhe für das Befüllen der Sämaschine und die Komplexität der Maschine.

Dieses Jahr präsentiert die Marke Pöttinger eine Neuheit. Ihr Angebot umfasst bei den pneumatischen Sämaschinen Aerosem nun auch verschiedene Modelle mit dem Duplex-Seed-System. Diese Sämaschinen sind für die Drillsaat von Getreidekulturen konzipiert, mit der Möglichkeit, Mais im Einzelkornsaatverfahren und doppelreihig auszusäen.

Duplex Seed

Mit dieser Methode kann der Mais im Einzelkornsaat- und Doppelreihensaatverfahren ausgesät werden. In Versuchen der Universität für Bodenkultur Wien konnten so die Erträge für Silomais um 11% und für Körnermais um 8% gesteigert werden. Bei weiteren Versuchen in Österreich, Ungarn, Frankreich und Deutschland wurde mit der Duplex Seed Methode ebenfalls an allen Standorten ein Ertragsplus erzielt.

Bei der Maisaussaat ist es möglich, gleichzeitig einen Dünger auszubringen oder zwischen den Maisreihen eine Zwischenfrucht zu säen.

Bei einer Fahrgeschwindigkeit von knapp 10 km/h beträgt die Stundenleistung 1.5 Hektar. Ausgesät wird mit einem präzisen Doppelreihensaatverfahren mit versetzter Kornablage. Der Reihenabstand beträgt 12.5 cm. Der Körnerabstand auf einer Reihe wird verdoppelt während der Abstand zwischen den Doppelreihen unverändert 12.5 cm beträgt, wodurch die Ernte mit einem herkömmlichen Maispflücker erfolgen kann.

Vielseitigkeit

Das Umstellen von Getreideaussaat auf Maisaussaat benötigt wenig Zeit. Im Handumdrehen sind Fangrolle und Scharen am Säaggregat montiert. Die Saatdichte wird am Terminal eingestellt. Mit dem Terminal kann jede Maisreihe zuverlässig überwacht werden.

Für die Einzelkornsaat mit gleichzeitiger Düngergabe werden im Saatgutbehälter die Schottwände mit Flügelmuttern rasch umgeschraubt. «Das PCS-System (Precision Combi Seeding) integriert die Einzelkorn-Sätechnik in einer pneumatischen Sämaschine. Auf einer Sämaschine mit einer Arbeitsbreite von 3 m sind acht Einzelkorn-Dosierelemente unterhalb des Tankes platziert. Der Luftstrom befördert die Maiskörner zum Injektor und danach zur Säschar», erklärt der Händler des Pöttinger Stands an der Tier&Technik Messe, wo diese Sämaschine erstmals in der Schweiz vorgeführt wurde.

Pflanzenverteilung

Mit der versetzten Aussaat bei der Doppelreihensaat wird der Abstand zwischen den Pflanzen um zirka 30% erhöht. Das heisst, jede Pflanze verfügt über mehr Raum für die Wurzelentwicklung und mehr Licht fürs Wachstum. Die Konkurrenz zwischen den Pflanzen ist durch die bessere Körnerverteilung geringer. Der Reihenschluss erfolgt rascher, wodurch das Unkraut unterdrückt und die Wasserverdunstung reduziert werden.

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Einzelkornablageverteiler unterhalb des Saatgutbehälters. 

(Bild: Jean-Pierre Burri)

Maschinenausstattung

Der grossvolumige Saatgutbehälter der Aerosem Sämaschine hat ein Fassungsvermögen von 1250 Liter. Mit weiteren Tankaufsätzen kann das Volumen um 600 Litern erhöht werden. Der Gitterrost im Tank schützt vor Fremdkörpern und eine Rührwelle gewährleistet ein optimales Nachfliessverhalten des Saatguts. Ein Ablassschieber sorgt für eine rasche Entleerung bei Saatende oder beim Saatgutsortenwechsel. Die Aussaatmenge kann zwischen 1.5 und 340 kg/ha eingestellt werden. Das standardmässig hydraulisch angetriebene Gebläse erzeugt eine hohe Luftmenge und garantiert permanent eine hohe Sägenauigkeit. Beim mechanischen Dosierantrieb sorgt ein Schaufelrad für einen gleichmässigen Antrieb des stufenlosen Ölbadgetriebes der Dosieranlage.

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Aerosem Duplex Seed Sämaschine von Pöttinger.

(Bild: Pöttinger)

Die Twin-Row Methode

Twin-Row Sync-Row heisst das Konzept der Doppelreihensaat mit versetzter Kornablage bei Monosem. Es war ursprünglich vorgesehen für den Anbau von Erdnüssen, Baumwolle und Soja und jüngst auch für Mais. Bei diesen Kulturen wurde ein höherer Ertrag festgestellt, was auf eine bessere Wurzelentwicklung und eine erhöhte Photosynthese zurückzuführen ist. Durch den früheren Reihenschluss kann die Feuchtigkeit besser im Boden gespeichert werden. Für dieses Doppelreihensystem mit einem Abstand von 20 cm konnten aufgrund der verbesserten Körnerplatzierung die Saatdichte und der Ertrag erhöht werden, ohne dadurch das Konkurrenzverhalten der Pflanzen zu verstärken. Zudem wurde der Reihenabstand nicht verändert und es kann auch weiterhin mit einem herkömmlichen Pflücksystem geerntet werden.

«Durch das Sync-Row-System ist eine präzise Aussaat mit versetzter Kornablage gewährleistet, da die Saatkörner synchron auf die Doppelreihen verteilt werden», erklärt Ueli Fehlmann, Verkaufsberater bei Agrar Landtechnik AG in Balterswil.

Fazit

Die Doppelreihensaat ist eine seit vielen Jahren bewährte Technik. Die Marke Monosem verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich der Präzisions-Einzelkornsaat und der Twin-Row Doppelreihensaat. Die Neuheit beim Duplex Seed System von Pöttinger besteht in der Vielseitigkeit der Maschine. Die Getreidesaat wird mit einer pneumatischen Sämaschine mit den üblichen Reihenabständen ausgeführt. Die gleiche Maschine wird anschliessend nach der entsprechenden Umstellung zur Maisaussaat in Doppelreihen eingesetzt. 

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