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Landtechnik

Kosteneinsparungen durch höchste Präzision

Precision Farming bietet viele Vorteile, auch bei der Applikation von Düngemitteln. Nach fast dreissig Jahren sind die pneumatischen Düngerstreuer zurück, die eine höhere Präzision und Einsparungen bei den Betriebsmitteln versprechen. Die Streuer können mit einer Teilbreitenschaltung und einer wegabhängigen Dosierregelung ausgestattet werden.

Das Modell Eco-Mulch Precis ist mit einem Gestänge von bis zu 24 m ausgestattet.

Das Modell Eco-Mulch Precis ist mit einem Gestänge von bis zu 24 m ausgestattet.

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Redaktor, UFA-Revue

Der Einsatz von Betriebsmitteln in Ackerbaukulturen erfordert immer mehr Präzision. Dank pneumatischen Düngerstreuern werden Handelsdünger über die ganze Feldbreite bis präzise an den Feldrand regelmässig ausgebracht. In unseren Nachbarländern kommen gezogene Pneumatikstreuer mit grosser Arbeitsbreite vorwiegend auf sehr grossen Betrieben sowie Betriebsgemeinschaften zum Einsatz. Auf dem Markt sind aber auch Anbaustreuer mit geringeren Streubreiten erhältlich. Der deutsche Hersteller Rauch vertreibt ab nächster Saison ein Modell, das an der Agritechnica 2019 vorgestellt wurde.

Hochpräzise Maschinen

Die gängigen angebauten Modelle von MatterMacc (Arbos), Zürn, Haldrup oder Eco-Mulch werden vor allem im Forschungsbereich auf Versuchsflächen eingesetzt. Diese pneumatischen Streuer sichern die erforderliche hochpräzise Dosierung des Düngers in den Parzellen.

Seit fünf Jahren hat der französische Hersteller Eco-Mulch das Modell Precis im Angebot, das mit den Einsatzbreiten von 12, 15, 18 und 24 m erhältlich ist und sich auch für die landwirtschaftliche Nutzung eignet. «Diese Maschine für Präzisionsdüngung ist ab Werk mit einer DPAE-Regulierung ausgestattet, bei der die Geschwindigkeit mit GPS gesteuert wird», erklärt Etienne Bazin, Geschäftsführer der Firma Eco-Mulch. «Ausserdem ist diese Maschine für einen Mikrogranulateinsatz oder Streusaaten geeignet». Die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten, der geringe Windeinfluss und vor allem das hohe Präzisionsniveau einer pneumatischen Sämaschine kompensieren deren Nachteile wie das höhere Gewicht oder die im Vergleich zum Scheibenstreuer deutlich höheren Kosten.

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Die Ausbringung von Dünger, Saatgut oder Schneckenkorn erfolgt präzis bis zum Feldrand. Der Aero 32.1 ist verfügbar mit einem Ausleger bis zu 30 m.

Das Modell Aero 32.1 von Rauch kann mit einem Gestänge von 27, 28 oder 30 m Breite und 24 Öffnungen, aus denen der Dünger luftunterstützt auf die Zielfläche gelangt, ausgestattet werden. Maschinen mit geringeren Gestängebreiten bis 24 m sind mit 20 Öffnungen versehen. «Bei jeder Öffnung die über eine eigene Zuleitung verfügt, ist ein Prallteller angebracht, das den Dünger unabhängig von der Granulatgrösse regelmässig verteilt», erklärt Lukas Bucher, Rauch-Produktmanager bei Ott Landmaschinen. «Durch den Wechsel der Dosierwalzen können Schneckenkörner oder Saatgut sehr genau ausgebracht werden».

Diese Maschine wiegt im Leerzustand 2000 kg und kann bis zu 3200 kg Dünger aufnehmen. Somit wird ein mit Isobus ausgestatteter Traktor benötigt, der für dieses Gesamtgewicht zugelassen ist und bei dem die maximale Achslast nicht überschritten wird.

Punktgenaues Ausbringen

Der Standardbehälter vom Aero 32.1 hat ein Volumen von 1900 l und kann mit einem Aufsatz auf 3200 l erhöht werden. Die Zapfwelle treibt das Gebläse an (optional hydraulisch) und vier hydraulische Nocken-rad-Dosierwalzen versorgen die vier Teilbreiten des Gestänges. Das Einstellen der Dosiermenge erfolgt automatisch über eine integrierte Waage. Um eine gute Verteilung in Abhängigkeit der Pflanzenhöhe sicherzustellen, können die Prallteller an jeder Öffnung entweder nach oben oder nach unten gerichtet werden. Am Ende des Gestänges sorgt ein elektronisch gesteuerter Breitenbegrenzer für ein genaues Randstreuen.

«Die Stärke der pneumatischen Düngerverteiler liegt in der präzisen Querverteilung selbst bei Mischdünger», betont Lukas Bucher. Dank dem Ausleger wird auch eine exakte Düngung von Teilbreiten sichergestellt. «Die ersten Maschinen sind ab nächstem Frühjahr lieferbar und verfügen über eine Gestängebreite von 27 bzw. 30 m», versichert der Produktmanager. Die Serienproduktion von Modellen mit kleineren Streubreiten von 18, 21 und 24 m ist für das Folgejahr geplant. Später wird auch das neue elektronische Dosiersystem «MultiRate» verfügbar sein. Mit Multirate wird über GPS jeder Düngerabgang individuell an und abgeschaltet, wodurch Teilbreiten von 1,12 – 1,25 cm möglich sind. Zudem kann die Ausbringmenge für jeden Auslass separat definiert werden wodurch Applikationskarten noch genauer bearbeitet werden können.

Edelstahltank und Multi-Track

Der pneumatische Streuer Eco-Mulch Precis ist mit einem Behälter und einem Gestänge aus Edelstahl ausgestattet. Zwei Öffnungen auf dem Behälter ermöglichen das Befüllen mit Big-Bags und ein hermetisches Verschliessen. Mit einer hydraulischen Turbine ist der Druckaufbau sichergestellt sowie das präzise Ausbringen von Dünger, Schneckenkorn oder Saatgut. Unter dem Verteilersystem befinden sich zwei Klappen zum Entleeren des Behälters. «Das Gestänge ist auf einem Pendel montiert und wird durch Hydraulikzylinder gesteuert», erklärt Etienne Bazin. Das Gestänge kann auf eine Höhe zwischen 0,5 m und 1,6 m eingestellt werden, so dass das Befahren in allen Kulturen möglich ist. «Bei einem Hindernis sorgt eine Federsicherung dafür, dass das Ende des Gestänges zurückklappt», erklärt Bazin.

Das Verteilsystem Hexa besteht aus Dosierrotoren, die von Elektromotoren angetrieben werden. Auf der Seite des Streuers befindet sich ein Kontrollpanel, das mit einer Wiegezelle ausgestattet ist und die Kalibrierung der Dosierer ermöglicht. Die genaue Dosierung des Streugutes wird durch das Auswechseln von verschieden gerillten Rotortypen gewährleisten. «Die Einstellungen und die Steuerung der Maschine, wie Ausbringmengen, Gestängeklappung und Gestängehöhe, werden am Touchscreen-Terminal Multi-Track vorgenommen», so Etienne Bazin.

Einsparungen werden möglich

Die genaue Querverteilung über die gesamte Breite, kombiniert mit dem präzisen Ausbringen am Feldrand durch einen pneumatischen Düngerstreuer, sind mit einem Scheibenstreuer praktisch nicht zu erreichen. Jedoch sind pneumatischen Streuer auch deutlich teurer als konventionelle Scheibenstreuer. Diese Technologie bringt durch die differenzierte Teilbreiten-Applikation und den Einsatz von Modulationswerkzeugen wie dem N-Sensor auch wirtschaftliche Vorteile. 

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