Landtechnik

Mantelfolienbindung macht die Ballen rund

Der österreichische Maschinenhersteller Pöttinger stellt die neue, im Werk montierte Folienbindung auf seiner Impress Rundballenpresse vor. Das Schneidesystem mit 32 Messern ist besonders effizient und komfortabel. Ein Unternehmer präsentiert ein Vorserienmodell in der Praxis.

Mantelfolienbindung kombiniert mit Kurzschnitt ist ideal für die Herstellung kompakter, gut geformter Ballen.

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Redaktor, UFA-Revue

Im luzernischen Kleinwangen werden seit Anfang letzten Sommers mit der ersten Presse von Pöttinger, die mit einem Folienbindesystem ausgestattet ist, Rundballen hergestellt. Thomas Lustenberger hat die Impress 125 FC für Arbeiten für Dritte und für den Betrieb seines Bruders Sepp gekauft, der die Arbeiten mit seinem John Deere 6920 ausführt. Die Maschine erfüllt die Erwartungen und die beiden Brüder sind mit der effizienten Technologie vollauf zufrieden.

Pick-up und Schneidebalken

Die Impress 125 FC Pro verfügt, wie alle Modelle der Impress-Baureihe, über eine gesteuerte Pendel-Pick-up, die eine optimale Bodenanpassung gewährleistet. Das Futterfluss-System Perfect Flow ist eine Besonderheit des österreichischen Herstellers. Von der Pick-up gelangt das Erntegut über den Rotor direkt in die Presskammer. Der Lift-up-Rotor mit grossem Durchmesser ist sehr niedrig montiert und dreht sich in die gleiche Richtung wie die Pick-up. Bei dieser Festkammerpresse ist das Kurzschnittschneidwerk Flexcut mit 32 Wendemessern ausgestattet und ermöglicht eine theoretische Schnittlänge von 36 mm. «Im Grunde genommen arbeiten wir mit 16 Messern, somit können wir die beiden Messersätze abwechselnd einsetzen und stets über perfekt geschnittenes Futter verfügen», erklärt Sepp Lustenberger anlässlich eines Besuchs der UFA-Revue auf seinem Betrieb. «Die Messer oberhalb des Rotors tragen auch zur Senkung von Futterverlusten bei, da das feine Material statt auf den Boden zu fallen mit dem Futter in die Kammer geleitet wird», ergänzt Thomas Lustenberger, der den mechanischen Bereich der Maschine bestens kennt.

Kurzer Schnitt und Folienbindung

Der Easy Move Messerbalken lässt sich seitlich herausziehen und befindet sich auf der richtigen Höhe, um die Messer zu schleifen, auszuwechseln und mit einem Hebel die gewünschte Anzahl vorzuwählen. Zudem hat jedes Messer eine individuelle Sicherheitsvorrichtung. Durch den kurzen Schnitt wird das Erntegut stärker verdichtet, wodurch die Ballen kompakter werden. Die Reduktion des Sauerstoffs im Futter verringert das Schimmelrisiko und fördert die Qualität, was auch das Ziel der Mantelfolienbindung darstellt. Mit dieser Maschine haben die Lustenberger Brüder die erste Impress der Schweiz, die mit einem im Werk eingebauten Folienbindungssystem ausgestattet ist.

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Sepp Lustenberger schätzt die Effizienz des Schneidsystems sowie die einfache Vorwahl der Messeranzahl und die Wartung.

Beim eigentlichen Bindevorgang wird die Folie in einem Zopf eingezogen. Die Folienrolle wird dank einer elektrohydraulischen Bremsvorrichtung gebremst, um eine verstellbare Vordehnung von 50 bis 70 Prozent zu erzielen. Durch diese Spannung wird der Druck um den Rundballen aufrechterhalten und begrenzt das Eindringen von Sauerstoff ins Erntegut. Der Ballen ist kompakter, schwerer und bewahrt seine Form besser während der Lagerungszeit. Wird der Ballen geöffnet, kann die Folie leichter entfernt werden als ein Netz, das sich in der Silage verfängt. «Der kurze Schnitt bis zum Ballenrand und die Folienbindung sind eine ideale Lösung auf der Press-Wickelkombination», hält Thomas Lustenberger fest. «Die Kunden gewöhnen sich rasch daran und verlangen für die Silagen im Frühling und Herbst nur noch die Folienbindung».

Komplette Ausstattung

Die Impress 125 FC Pro Press-Wickelkombination ist serienmässig mit einer Tandemachse, Kameras und dem Load Sensing ausgestattet. Thomas Lustenberger entschied sich bei seiner Maschine für Zwillings räder an der Vorderachse, für eine hydraulische Deichsel und einen integrierten Hangausgleich, damit in Hanglagen ein reibungsloser Ballentransfer auf den Wickeltisch gewährleistet ist. «Der Antrieb der beiden Wickelsatelliten von unten und die tiefe Position des Rotors hinter der Pick-up führt zu einer Senkung des Schwerpunkts der Maschine, was ein Vorteil ist», meint Thomas Lustenberger. 

«Kompakte Ballen für eine bessere Futterqualität»

Thomas Lustenberger ist als Betriebsmechaniker in einer Firma für Leitungsbau tätig. Mit seinem Bruder Sepp, Landwirt in Kleinwangen im Kanton Luzern, ist er seit einem Jahr in Besitz der ersten Pöttinger Rundballenpresse der Schweiz, die mit einem im Werk eingebauten Folienbindungssystem ausgestattet ist. «Ich habe diese Impress 125 FC Pro, eine Vorserienmaschine, gekauft, um die alte Maschine mit Netzbindung zu ersetzen», erklärt Thomas Lustenberger. Die beiden Brüder erledigen landwirtschaftliche Arbeiten für Dritte in der Region Lindenberg. Zudem haben sie zwei kleine Ballenpressen, die besonders für Stroh und Heu sehr gefragt sind. Dank eines mobilen Greifers und einem Dosiergerät können sie das Futter bei den Landwirten auf dem Betrieb pressen, um so Platz für die neue Ernte zu schaffen.

Im Sommer führen sie auch Muldentransporte für Getreide- und teilweise auch Futterernten durch. «Im Herbst kaufe ich bei den Betrieben der Region jeweils Äpfel ein und transportiere sie in die Muff Mosterei in Römerswil», erklärt Thomas Lustenberger. Im Winter erledigt Sepp Lustenberger mit seinen eigenen Maschinen Forstarbeiten und stellt Brennholz her. Auf seinem 11-Hektar-Betrieb produziert er hauptsächlich Futter für Pensionsjungvieh, das bis zum Abkalben auf dem Betrieb bleibt. Der Stall wurde im Jahr 2000 für die Haltung von Milchkühen erstellt. Weiter baut er Mais und Getreide an und erledigt Arbeiten mit der Rundballenpresse. «Im Frühjahr und Herbst kommt die Maschine für die Herstellung von Silageballen mit Mantelfolienbindung zum Einsatz. Die ersten Erfahrungen sind überzeugend. Die Ballen sind kompakt und die Qualität des Futters stimmt. Das Ersetzen der Folienrolle durch eine Netzrolle beansprucht nur einige Minuten», erklärt Thomas Lustenberger.

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Dem Unkraut an den Kragen
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