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Landtechnik

Ohne Umweg in die Futterkrippe

Mit der steigenden Anzahl von Tieren in den Herden kann der Einsatz eines selbstfahrenden Futtermischwagens Vorteile mit sich bringen. Nachgewiesen sind Einsparungen bei der Arbeitszeit und dem verbrauchten Treibstoff. Zahlreiche Modelle mit einem Fassungsvermögen von etwa 11 bis 33 m 3 sowie mit diversen Ausstattungen sind erhältlich.

Ein selbstfahrender Futtermischwagen sorgt für eine erhebliche Rationalisierung der Arbeit. Bild: Trioliet

Ein selbstfahrender Futtermischwagen sorgt für eine erhebliche Rationalisierung der Arbeit. Bild: Trioliet

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Redaktor, UFA-Revue

Quer gelesen

  • Selbstfahrende Mischwagen sparen Zeit und Treibstoff. 
  • Selbstfahrer sind leistungsstarke Maschinen. 
  • Das Futter gelangt ohne Umweg in die Futterkrippe.

Selbstfahrende Futtermischwagen sind leistungsstarke Maschinen, auf die man in der Schweiz relativ selten trifft. Ganz anders in Frankreich, wo offenbar ein stärkeres und auch steigendes Interesse an diesen Maschinen besteht. Die Statistiken von Axema, dem französischen Branchenverband für Landwirtschaftsgeräte, zeigen dies deutlich anhand der Verkaufszahlen von über 100 Maschinen pro Jahr. Zudem werden mit den wachsenden Tierzahlen in den Herden diese Maschinen sowohl von Maschinenringen als auch privat bewirtschafteten Betrieben genutzt. Alexis Reymond setzt auf seinem Betrieb im waadtländischen Bettens seit nahezu 20 Jahren einen selbstfahrenden Futtermischwagen ein. «Unsere erste Maschine hatte ein Behältervolumen von 12 m 3 . Mit dem derzeitigen 24-m 3 -Futtermischwagen von Storti mische ich die Futterration für 80 bis 90 Kühe», erklärt der Landwirt.

Zeit- und treibstoffsparend

Mit dem Ziel, zu rationalisieren und Arbeit einzusparen, konkurriert der selbstfahrende Futtermischwagen direkt mit den Roboter-Fütterungssystemen. Ein grosser Unterschied besteht darin, dass ein selbstfahrendes Fahrzeug für die tägliche Zubereitung der Futterration konzipiert ist. Diese wird dem Fahrsilo direkt entnommen. Nach der Entnahme wird die Silage mit der integrierten Waage genau gewogen und anschliessend zügig mit bis zu drei Vertikalschnecken gemischt. Geräte mit horizontal eingebauten Mischschnecken sind erhältlich, aber eher selten. «Da ich auch Futter in Rundballen presse, bin ich auf eine solid konstruierte Maschine angewiesen», weiss Reymond. Aus diesem Grund hat er sich bei seinem Mischwagen für verstärkte Mischschnecken mit jeweils acht Messern und einstellbaren Gegenmessern entschieden.

Im Vergleich zu gezogenen Futtermischwagen gewinnt man mit dem Selbstfahrer Zeit. In der Praxis mag ein Zeitgewinn von zehn Minuten pro Mischvorgang gering erscheinen, doch übers Jahr gerechnet sind dies 60 Arbeitsstunden, die für andere Arbeiten investiert werden können. Studien weisen nach, dass mit einem selbstfahrenden Mischwagen auch Treibstoff eingespart wird, da für ein gezogenes Modell ein zweites Fahrzeug notwendig ist, um es zu befüllen. Somit fallen Wartung und Unterhalt nur für ein Fahrzeug an.

Aufnahme des Futters

Bei der Zubereitung der Mischration ist die Futterstruktur aus tiergesundheitlicher Sicht besonders wichtig. Für die Futterentnahme aus dem Silo sind die meisten Selbstfahrer mit einem Messer-Rotor ausgestattet. Die Anordnung und Form der Messer soll dafür Sorge tragen, die Futterstruktur beizubehalten. Die beiden Hersteller BvL und Trioliet unterscheiden sich in diesem Punkt. BvL bietet ein mit Zinken ausgestattetes Rotorsystem, das die Silagefront kämmt und nicht fräst und die Maschinen von Trioliet schneiden das Futter sauber ab. «Der Rotor der Storti-Maschine, der im Wechsel mit geraden, links- und rechtsgekrümmten Messern ausgestattet ist, hinterlässt eine sauber geschnittene Silagefront – ein wichtiger Punkt, da ich im Durchschnitt an fünf Tagen pro Woche eine Futterration zubereite», betont Reymond. Durch die dichte Frontfläche wird nämlich das Eindringen von Luft in die Silage verhindert.

«Der selbstfahrende Mischwagen ist eine effiziente Maschine.»

Alexis Reymond, Landwirt

Zum Befördern der Silage in den Behälter sind die Modelle von Trioliet mit einer besonders breiten Gummimatte ausgestattet. Das abgetrennte Futter fällt auf das Förderband und gelangt von dort in den Behälter. Bei den Modellen anderer Hersteller wird das vom Rotor abgefräste Futter über den Hubarm in den Behälter geleitet.

Futtermischung und Ausstattung

Das Herzstück der Maschine sind der Behälter und die Mischschnecken. Der Hersteller BvL passt die Schneckengrösse dem Behältervolumen an, um eine optimale Durchmischung zu erzielen. Weiter bevorzugt jeder Hersteller eine bestimmte Schneckenform, damit das Futter, das über die beiden Schnecken und durch den kompletten Behälter befördert wird, gut gemischt und aufgelockert wird und trotzdem seine Struktur beibehält. Da Silagen korrosiv sind, werden die Behälter zum Teil standardmässig oder auf Wunsch mit rostfreiem Stahl ausgekleidet.

Für Reymond bleibt der selbstfahrende Futtermischer eine effiziente Maschine: «Eine durchdachte Bauweise ohne unnötiges Zubehör sorgt für einen reibungslosen Betrieb ohne nennenswerte Ausfälle.» In seinen Augen sind die anfallenden Kosten aufgrund seiner Erfahrungen mit jenen eines gezogenen Mischwagens vergleichbar.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei den selbstfahrenden Maschinen ist deren Wendigkeit. Seinen Futtermischwagen kann der Landwirt aus Bettens zur Futterverteilung überall problemlos manövrieren. Die mächtigen Maschinen mit einer Gesamtlänge von zehn Metern sind mit verschiedenen Fahrmodi wie dem Hundegang oder zwei lenkbaren Achsen ausgestattet. Für Betriebe mit kleineren Herden stehen Einstiegsmodelle mit einer Mischschnecke und einem Behältervolumen bereits ab 11 bis 14 m 3 im Angebot. Ein gutes Beispiel für die Vielfalt an Modellen und Ausstattungen ist der Hersteller Siloking, der seine Maschinen weltweit exportiert und serienmässig herstellt. In der Kategorie von 19 bis 22 m 3 bietet er nicht weniger als sieben verschiedene Modelle an, darunter ein vollständig elektrisch angetriebenes Fahrzeug. Der Trend hin zu elektrisch betriebenen Maschinen zeigt sich auch bei den Futtermischwagen. Das Unternehmen Kurmann, Importeur der Marke BvL, übernimmt die Behälter des Herstellers und stattet sie mit einem Elektroantrieb aus. Dieses System bietet mehr Unabhängigkeit, und das Anhängen der Maschine an einen Traktor ist hinfällig. 

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