Landtechnik

Präsentation von Maschinen zur Direktsaat

Über 700 Landwirte haben zur Tagung von Swiss no-till 2019 in Bavois zusammengefunden. Am Anlass präsentierten verschiedene Hersteller eine Vielzahl von Geräten und Sämaschinen zum pfluglosen Anbau.

Die Schneidscheibe der Sämaschine 750 hat einen Anstellwinkel von sieben Grad

Die Schneidscheibe der Sämaschine 750 hat einen Anstellwinkel von sieben Grad.

(Bild: Jean-Pierre Burri)

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Trainee, fenaco Pflanzenbau

Auf Einladung des Beratungsdienstes des Waadtländer Landwirtschaftsverbands Pro-Conseil (Prométerre) und von Swiss no-till nahmen viele Landwirte an der Fachtagung 2019 teil. Diese wurde anfangs Oktober in Bavois (VD) im Rahmen der Flurbegehung von Swiss no-till durchgeführt. Das Treffen markierte zugleich den Schlusspunkt des Programms Sol Vaud. Ziel dieses Programms war unter anderem auch die Förderung einer nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressource «Boden» und die Sensibilisierung der Landwirte für langfristig bodenschonende Bewirtschaftungsmethoden.

Für den Anlass wurde eine Versuchsfläche von über 20 Hektaren zur Verfügung gestellt. An 14 Ständen wurde über verschiedene Schwerpunktthemen informiert. Konrad Schreiber, Leiter vom Institut de l’agriculture durable (Institut für nachhaltige Landwirtschaft) in Frankreich, hat zum Thema Boden mehrere Vorträge gehalten. Den Landwirten wurden zahlreiche Landmaschinen präsentiert, insbesondere zur Direktsaat in geschlossene Pflanzendecken.

Direktsaat in der Praxis

Die Direktsaattechnik ermöglicht den Anbau einer Kultur ohne vorgängige Bodenbearbeitung. Sprich, der Boden wird weder gewendet noch gelockert und es wird auch kein Saatbett vorbereitet. «Die Saat kann in eine Gründüngung oder in eine geschlossene Pflanzendecke erfolgen, sofern diese frostempfindlich ist», erklärt Jean-Daniel Etter, technischer Berater bei Prométerre. Ist die Pflanzendecke nicht frostempfindlich, müssen die oberirdischen Pflanzenteile vorher teilweise oder vollständig zerkleinert bzw. zerstört werden.

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Die Rapid A 400 S platziert den Dünger zwischen den Saatreihen.

Mechanische Zerstörung der Bodenbedeckung

An der Tagung wurden verschiedene Zerkleinerungsmaschinen für Bodendecker vorgestellt. Die Roll Krop Maschine von Actisol besteht aus vier Schneidewalzen, die V-förmig zusammengefasst sind. Die Positionierung der Walzen unterstützt deren Drehbewegung und erleichtert den Pflanzenschnitt, was die Frostwirkung verstärkt. Die Cultro 3 TC von Horsch kommt bei der Stoppelbearbeitung oder für die Bearbeitung der Pflanzendecke zum Einsatz. Sie ist mit zwei kreuzweise angeordneten Messerwalzen ausgestattet. Die X-Cut von Kerner ist mit einer Messerwalze (acht Schneidscheiben), gefolgt von einer Reihe senkrechter Wellenscheiben bestückt. Die Carrier XL 525 von Väderstad ist eine Scheibenegge die mit einer «Crosscutter Knife»-Walze bestückt werden kann und somit zur mechanischen Zerstörung von Pflanzendecken eingesetzt wird. Da sie für eine leichte Bodenbearbeitung mit einer Arbeitstiefe von bis zu fünf Zentimetern konzipiert ist, ist sie keine Direktsaat-Maschine.

Verschiedenen Sämaschinen

Es wurden acht Sämaschinen für die Direktsaat in eine frostempfindliche Pflanzendecke präsentiert. Bei der Mehrheit der Geräte handelt es sich um Mehrzweck-Sämaschinen, die bei der Direktsaat, beim pfluglosen Saatverfahren sowie bei der Pflugsaat zum Einsatz kommen.

Die Rapid A 400 S vom Hersteller Väderstad ist eine Sämaschine mit Einscheibensystem und Packerrädern. Jedes Rad regelt mechanisch die Saattiefe von zwei Scheiben. Die Bo-denbearbeitungs- und die Saattiefe werden bei dieser Sämaschine unabhängig voneinander reguliert. Pro Säaggregat ist ein Druck von bis zu 170 kg möglich. Optional ist ein System zur Unterfussdüngung erhältlich. Das Pronto 3 DC Modell von Horsch ist eine Sämaschine, die mit Turbo-Disc-Scheiben mit Teflonlasche zur Senkung des Verstopfungsrisikos sowie mit einem pneumatischen Verteilersystem für das Saatgut ausgestattet ist. Ein Doppeltrichtersystem ist erhältlich. Diese beiden Geräte bearbeiteten die gesamte Bodenfläche und sind daher keine echten Direktsaat-Maschinen. Im Programm für schonende Bodenbearbeitung berechtigen sie zu Beiträgen als Mulchsaat.

Direktsaat in Vegetationsdecke

Für die Great Plain Sämaschine wurden zwei multifunktionale Fronttanks Fertidrill Sprint ASF von Alpego auf amerikanische Säaggregate angebracht. Diese Trichter können Saatgut oder Dünger unabhängig voneinander verteilen. Ein dritter, kleinerer Trichter ist für die Aussaat von Feldsämereien, Gründüngungen oder weitere Breitsaaten bestimmt. Der Schardruck kann bis zu 300 kg betragen. «Dieses Modell gibt es je nach Bedarf des Nutzers in gezogener Variante oder als Anbaugerät», erklärt Joël Petermann von der Firma Alphatec. Die Besonderheit dieser Maschine besteht darin, dass sie über eine geprägte Öffnerscheibe und versetzt angeordnete Doppel-scheiben-Säaggregate verfügt.

Das Avatar 3.16 SD Modell von Horsch mit einer Arbeitsbreite von drei Metern hat einen Scheibenabstand von 16,7 cm. Der hydraulisch gesteuerte Schardruck erlaubt es, in trockenen Bedingungen zu arbeiten. Der Tank mit einem Volumen von 2800 Litern ist mit einem pneumatischen Verteilersystem ausgestattet. Mit diesem Modell kann gleichzeitig die Pflanzenkultur und ein Düngemittel oder eine Gründüngung ausgebracht werden. Der Aufbau eines dritten Tanks ist möglich.

Im Gegensatz zu den anderen präsentierten Maschinen handelt es sich bei der Primera DMC 3000 von Amazone um eine Schar-Sämaschine. Der Trichter ist in vier Kammern unterteilt und Saatgut sowie Düngemittel können gleichzeitig ausgebracht werden. Zwei Bügelrollen sorgen für eine gute Rückverfüllung der Säfurche und die Striegel gewährleisten einen optimalen Saatgut-Boden-Kontakt.

Die Easy-Drill-Sämaschine des Herstellers Sky Agriculture ist mit zwei Trichtern ausgestattet. Die Körner werden neben der Scheibe abgelegt und der Dünger oder eine zweite Pflanzenart können hinter der Saatscheibe platziert werden. Die Saattiefe für den ersten und zweiten Trichter ist individuell einstellbar. Es kann ein zusätzlicher Trichter angebracht werden, um drei unterschiedlich dosierte Produkte auszubringen und nach Bedarf in derselben Tiefe wie das erste oder zweite Produkt abzulegen.

Mit der Avatar 3.16 SD ist ein Druck von bis 350 kg pro Säaggregat möglich

Mit der Avatar 3.16 SD ist ein Druck von bis 350 kg pro Säaggregat möglich.

(Bild: Jean-Pierre Burri)

Die John Deere Sämaschine 750 A zeichnet sich durch Scheibenscharen mit einem Anstellwinkel von sieben Grad aus, wodurch eine optimale Saatfurche geformt wird. Ein pneumatisches Tiefenführungsrad gewährleistet eine gleichmässige Tiefenablage des Saatguts, das vom nachfolgenden Gummiandrückrad für den Bodenschluss angedrückt wird. Mit der Maschine wird keine Bodenbearbeitung durchgeführt.

Nur eine der vorgestellten Sämaschinen wird ausschliesslich für die Direktsaat eingesetzt. Die T-Force 320 von Novag ist eine Hybrid-Sämaschine, die die Vorteile einer Scheibensämaschine (zum Schnitt) und einer Drillmaschine mit Säscharen (zur Saatgutablage) aufweist. Die Scharen haben die Form eines umgekehrten T. Dadurch wird eine Düngung rund ums Saatkorn gewährleistet, ohne dass Dünger und Saatgut miteinander in Berührung kommen. Mit einem Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen ist diese Maschine die schwerste, die präsentiert wurde. Sie weist auch den höchsten Schardruck auf, wodurch auch bei trockenen Bedingungen gearbeitet werden kann.

Das Säaggregat der T-Force 320 besteht aus einer Scheibe und einem Schar in der Form eines umgekehrten T

Das Säaggregat der T-Force 320 besteht aus einer Scheibe und einem Schar in der Form eines umgekehrten T.

(Bild: Jean-Pierre Burri)

Praxis-Vorführung

Am Nachmittag sind die Maschinen im Praxiseinsatz vorgeführt worden. Die zu nassen Bodenbedingungen erschwerten das korrekte Schliessen der Saatfurchen und die Saatkörner blieben zum Teil auf der Bodenoberfläche sichtbar. Beim Versuch mit dem Modell 750 A von John Deere und dem Modell Avatar 3.16 SD von Horsch konnte die Furche trotzdem geschlossen werden. 

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