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Landtechnik

Traktoren ohne Überlast einsetzen

Um sich mit dem Traktor gesetzeskonform fortzubewegen, braucht es das nötige Wissen. Gerade im Gebiet der Gewichte und Lasten ist es manchmal schwierig, sich zurechtzufinden. Doch wie ist man im Strassenverkehr legal und sicher mit dem Traktor unterwegs?

Gewichte sowie Achs- und Nutzlasten sind hauptsächlich für den Strassenverkehr von entscheidender Bedeutung.

Gewichte sowie Achs- und Nutzlasten sind hauptsächlich für den Strassenverkehr von entscheidender Bedeutung.

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Die Vorschriften für den landwirtschaftlichen Verkehr ändern sich ständig und sollen mit der konstanten Entwicklung in diesem Sektor so gut es geht Schritt halten. Gesamtgewicht, Nutzlast, Stützlast usw. – es ist nicht immer einfach, all diese Begriffe zu kennen und zu verstehen, wie die physikalischen Gesetzmässigkeiten die verschiedenen Daten beeinflussen. Wichtig ist aber zu wissen, wie mit diesen Werten umzugehen ist. Ziel ist es, immer legal unterwegs zu sein und einen Traktor zu wählen, der auf die eigenen Geräte zugeschnitten ist. Zum besseren Verständnis lohnt es sich, auf die Terminologie der verschiedenen Lasten und Gewichte einzugehen (siehe Tabelle «Terminologie»).

Trotz guter Kenntnis der technischen Begriffe ist es nicht immer einfach, sich zurechtzufinden. Manche werden sagen, es reiche, die Daten auf dem Fahrzeugausweis zu kennen. Selbst wenn dies ein guter Anfang ist, so reicht es leider nicht aus. Für einen landwirtschaftlichen Traktor gibt der Fahrzeugausweis nur Auskunft über das Leergewicht, das Gesamtgewicht, die Nutzlast und die Anhängelast. Nicht erwähnt sind die zulässigen Achslasten.

Gemäss Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (VTS, Art. 41, Abs. 2) muss der Hersteller eine Garantie für die Tragkraft der einzelnen Achsen abgeben. Diese Informationen sind bei den meisten Herstellern nicht so deutlich kommuniziert wie das Gesamtgewicht oder die Nutzlast. Es ist aber möglich, sie in Erfahrung zu bringen, indem beispielsweise das Typengenehmigungsformular eingesehen wird. Dieses Formular ist bei der Erstzulassung des Fahrzeugs unerlässlich und mit einer Geburtsurkunde vergleichbar. Alle technischen Daten sind auf dem Formular eingetragen, einschliesslich der Garantien für die Achslasten.

Quer gelesen

Mit dem Traktor gesetzeskonform unterwegs sein:

– Es reicht nicht aus, das Gesamtgewicht und die Nutzlast zu kennen.

– Sich überlegen, wofür das Fahrzeug eingesetzt wird (welcher Traktor mit welcher Maschine).

– Das Gewicht der anzuhängenden Maschinen kennen.

– Im Zweifelsfall ist das Wiegen das einzige Mittel, um die Achslasten zu ermitteln.

– Sich aufgrund der Bedürfnisse des Betriebs entscheiden.

– Den Load-Index der Reifen beachten. Dieser Index kann eine maximale Achslast und somit auch die Nutzlast massgeblich zusätzlich beschränken.

Problematischer Anhängerzug

Als Landwirt oder Traktorfahrer ist es wichtig, die Lage zu analysieren, bevor investiert wird. In der Tat ist die Traktorkategorie mit den meisten Zulassungen (siehe UFA-Artikel in der März-Ausgabe 2021) von dieser Problematik besonders betroffen. Häufig handelt es sich um Mehrzwecktraktoren, die sowohl für Arbeiten im Zusammenhang mit der Futterernte als auch für Arbeiten zur Bodenbearbeitung oder Transporte eingesetzt werden. Die leistungsstärksten Traktoren dieser Kategorie sind auch jene, die am ehesten dazu neigen, die Garantiegewichte zu überschreiten. So mag ein 120-PS-Traktor für manche Betriebe als Haupttraktor für Bodenbearbeitung und Saat der Kulturen oder Pflanzenschutzmassnahmen ausreichend erscheinen. Leider stossen viele Traktoren mit dieser Leistung schnell an ihre Grenzen, sobald eine Säkombination und Frontballast angehängt werden. Heikel wird es auch, wenn mit einer Anbauspritze mit einem Fassungsvermögen von 1000 Litern gearbeitet wird. Bei beiden gängigen Beispielen kann die Nutzlast bei bestimmten Fahrzeugen schnell überschritten werden. Die Hersteller, die sich dieser Problematik sehr wohl bewusst sind, neigen dazu, nun neue Traktormodelle mit höherer Nutzlast anzubieten. Ein anderes Beispiel ist ein 100- bis 110-PS-Traktor, der für Arbeiten mit dem Frontmähwerk auszureichen scheint. Bei dieser Kategorie liegt die Belastung auf der Frontachse häufig bei rund 1500 kg. Der Überhang wird zu einer Verlagerung des Gewichts nach vorne und zu einer entsprechenden Mehrbelastung der Achse führen. Es darf also nicht nur das Gewicht des angehängten Geräts berücksichtigt werden, sondern auch die Art und Weise, wie der Traktor ballastiert ist. In solchen Fällen kann es ausreichend sein, hinten einen Aufbereiter oder ein Gegengewicht anzuhängen, um das Gewicht zu verteilen.

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Die richtige Gewichtsverteilung auf den Achsen ist entscheidend.

«Auch bei den leistungsstärksten Traktoren kann es zu einer Überschreitung des Garantiegewichts kommen.»

Böse Überraschungen vermeiden

Um nicht mit den vorerwähnten Situationen konfrontiert zu werden, ist es wichtig, vor dem Kauf eines neuen Fahrzeugs oder einer neuen Maschine das entsprechende Gewicht zu prüfen, und zwar unabhängig von den Angaben des Herstellers. Achslasten, Gesamtgewicht sowie die Nutzlast sind zu beachten. Je nach verbauten Reifen (Load-Index) können die Werte allerdings abweichen.

Um die Übereinstimmung von Traktor und Maschine sicherzustellen, ist es manchmal sinnvoll, die verschiedenen Achsen der Fahrzeuge mit den Geräten, welche eventuell problematisch sein könnten, zu wiegen. Das Wiegen ist die präziseste Methode, um die Last zu ermitteln (Maschinenkombinationen, Anhängerzüge). Auf der Website des SVLT ist ein Gewichtsrechner zum Herunterladen verfügbar (www.svlt.ch Technik Flyer und Merkblätter).

Das grosse Dilemma

Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren wird klar, dass man beim Kauf eines Fahrzeugs vor einem Dilemma stehen kann: Soll ein Traktor mit angemessener Leistung gekauft werden, der vielleicht weniger teuer ist oder mit dem Bodenschutz im Einklang steht, es aber nicht ermöglicht, gewisse Geräte zu nutzen? Oder soll ein Traktor mit höherer Nutzlast und Achstragfähigkeit angeschafft werden, der aber unweigerlich eine grössere Investition darstellt und mit dem Bodenschutz weniger vereinbar ist? Betrifft das Problem nur eine einzelne Tätigkeit, ist es manchmal vernünftiger, die Arbeiten auszulagern oder mit einem anderen Landwirt zusammenzuarbeiten. Die Gesamtstrategie des Betriebs ist für die Endauswahl entscheidend. 

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