Landwirtschaft im Kontext des Klimawandels

Über 40 Forschende aus dem In- und Ausland präsentierten Mitte März ihre neusten Erkenntnisse zum Tagungsthema «Landwirtschaft im Kontext des Klimawandels – Risiken und Handlungsoptionen» den mehr als 170 Teilnehmenden aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis. Pandemie bedingt führte die Schweizerische Gesellschaft für Agrarwirtschaft und Agrarsoziologie (SGA) ihre wissenschaftliche Jahrestagung online durch.

Ein höherer Leguminosenanteil im Grünland reduzieren die Lachgas-Emissionen bei gleichbleibendem Ertrag und gleicher Futterqualität.

Ein höherer Leguminosenanteil im Grünland reduzieren die Lachgas-Emissionen bei gleichbleibendem Ertrag und gleicher Futterqualität.

(Bild: Fritz Leuenberger)

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«Klimawandel ist eine der grössten Herausforderungen unserer Zeit, auch für die Landwirtschaft. Denn die Landwirtschaft ist gleichzeitig Teil und Lösung dieser globalen Herausforderung. Lösungen für die Landwirtschaft zur Vermeidung und Anpassung müssen wirksam, rasch umsetzbar sowie ökonomisch und sozial tragfähig sein», machte SGA-Präsidentin Nadja El Benni in ihrer Begrüssung deutlich.

Leguminosen vermindern Emissionen

Ein wichtiger Lösungsbeitrag der Landwirtschaft im Kampf gegen den Klimawandel sind die Reduktion von Treibhausgas-Emissionen. Basierend auf Daten des Schweizer Netzwerks zur Messung von klimarelevanten Gasflüssen (Swiss Flux Net) zeigte ETH Professorin Nina Buchmann in ihrem Referat, dass eine Erhöhung des Leguminosenanteils im Grünland die Lachgas-Emissionen reduzieren – dies bei gleichbleibendem Ertrag und Futterqualität.

Humus entscheidend für Bodenfruchtbarkeit

Martin Huber, Direktor des Bildungs- und Beratungszentrums Arenenberg, verwies in seinem Beitrag auf die Dynamik des Humusauf- und -abbaus im Pflanzenbau, welche eine wesentliche Rolle für Fruchtbarkeit und Wasserführung der Ackerböden haben. Die aktive Einbindung der Landwirtinnen und Landwirte zum Erhalt oder Aufbau des Humusanteils in den Böden ist aus seiner Sicht entscheidend.

Forschung und Landwirtschaft lernen gemeinsam

Für die Transformation der Landwirtschaft im Kontext des Klimawandels müssten Forschung und Praxis gemeinsam lernen. Dies erläuterte Professor Michael Stauffacher von der ETH Zürich ausgehend von den Erkenntnissen seiner Reallabore. Wie man gemeinsam lernt und wie die Landwirtschaft fit für den Klimawandel wird, erklärte Priska Stierli, Fachexpertin Energie & Klima bei Agro Clean Tech anschaulich am Beispiel von Biogasanlagen.

Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt

Die Forschenden aus dem In- und Ausland haben einerseits die unterschiedlichen Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft sowie den Einfluss der Landwirtschaft auf die Klimaveränderung deutlich gemacht. Andererseits wurden vielfältige Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt. Diese reichten von der Sensibilisierung und aktiven Einbindung der Landwirtinnen und Landwirte, über konkrete produktionstechnische Massnahmen bis hin zu Veränderungen im Konsumverhalten und einer Reduktion der Lebensmittelverschwendung. Die Tagung hat damit aus angewandter wissenschaftlicher Perspektive eine Vielzahl von Wegen für die Landwirtschaft aufgezeigt, um den zukünftigen Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen.

Quelle: SGA

Austausch-Plattform fördert Dialog

Die Schweizerische Gesellschaft für Agrarwirtschaft und Agrarsoziologie SGA bietet eine Plattform für den Austausch und den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung, Politik, Bildung und Beratung zu aktuellen Herausforderungen des Agrar- und Ernährungssystems aus agrarökonomischer und agrarsoziologischer Perspektive.

Die nächste SGA-Jahrestagung findet am 28. und 29. April 2022 im Neubau am Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in Frick statt. Die Hoffnung ist gross, dass die nächste Tagung zum 50-Jahr-Jubiläum der SGA dannzumal in gemischter Form mit physischer Präsenz und digital stattfinden kann.

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