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Nutztiere

Bessere Fruchtbarkeit dank gutem Geburtsmanagement?

Die Fruchtbarkeit von Rindern wird stark durch das Management und die Umwelt beeinflusst. Werden Kühe und Rinder nicht trächtig, verursacht das hohe Kosten und Ärger für die Tierhaltenden. Fruchtbarkeitsstörungen und eine schlechte Trächtigkeitsrate können unter anderem Folgen von Nachgeburtsverhalten, Gebärmutterentzündungen, Zysten, Hitzestress und Fütterungsfehlern sein. Aber auch die ungenügende Brunsterkennung hat einen wichtigen Einfluss.

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(Bild: UFA AG)

Publiziert am

Tierärztliche Bestandesbetreuung

Die erfolgsversprechende Fruchtbarkeit der nächsten Laktation beginnt mit dem Abkalben und einer korrekten Vorbereitungsfütterung. Ein effektives Geburtsmanagement ist entscheidend, um die Gesundheit und die Fruchtbarkeit der Herde zu gewährleisten. Die Prozesse rund um die Abkalbung können die späteren reproduktiven Erfolge der Kühe massgebend beeinflussen. Eine optimale Abkalbephase mit einer guten Überwachung und gegebenenfalls einer zeitnahen und selbstverständlich sauberen Unterstützung während des Abkalbens tragen signifikant zu einer besseren Fruchtbarkeit der Herde bei.

Die Überwachung der Fruchtbarkeit für die nächste Laktation beginnt schon unmittelbar vor der Geburt …

  • Komfortabler und sauberer Abkalbebereich
  • Unterstützung während der Abkalbung

… und setzt sich nach der Geburt fort:

  • Tägliches Fiebermessen (Grenzwert je nach Allgemeinzustand der Kuh: 39,5 °C für eine genauere Abklärung)
  • Kontrolle der Nachgeburtsphase: Nachgeburt sollte innerhalb der ersten sechs bis acht Stunden abgehen.
  • Rückbildung der Gebärmutter sollte drei Wochen nach der Abkalbung abgeschlossen sein und unter anderem klaren, schleimigen Ausfluss zeigen.

Die Gesundheit der Kühe in der Nachgeburtsphase ist nicht nur im Moment entscheidend für eine erfolgreiche und langfristige Produktion, sondern auch für den weiteren Verlauf der Laktation. Eine Kuh mit Nachgeburtsverhalten leidet oft an Folgeerkrankungen wie Gebärmutterentzündung, Ketose, Labmagenverlagerung oder Euterentzündung.

Neben der bereits erwähnten Relevanz der perfekten Hygiene rund um die Geburt kann die Nachgeburtsphase insbesondere durch Unterstützung des Immunsystems positiv beeinflusst werden:

  • Kalziumverfügbarkeit: Ein klinischer, aber auch subklinischer Kalziummangel beeinträchtigt die zelluläre Abwehr, und damit auch den Ablauf der Plazentaablösung und der Rückbildung der Gebärmutter. Eine Verfütterung von anionischen Salzen in Kombination mit reichlich Kalzium sowie eine korrekte Galtration in Bezug auf den Verzehr und die Gehalte sind anzustreben.
  • Vitamin- und Mineralstoffversorgung: Selen sowie Vitamin A und E werden unter anderem für die zelluläre Abwehr benötigt und sind essenziell für das Immunsystem.
  • Die Körperkondition sollte vor und nach der Abkalbung möglichst wenig schwanken. Sowohl eine Verfettung in der Trockenstehzeit als auch übermässige Fettmobilisation sollte vermieden werden.
  • Qualitativ hochwertiges Futter ohne Schimmel oder Mykotoxine und kein erwärmtes Futter verabreichen.
  • Möglichst wenig Stress: Dies bedeutet insbesondere eine Überbelegung vermeiden. Zum Beispiel werden mindestens 10 m 2 Strohfläche pro Kuh bei Tiefstrohhaltung benötigt.

Zusammenfassend hat das Geburtsmanagement einen sehr wichtigen Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Fehler sieht man jedoch erst Wochen später, wenn die Kuh nicht stierig respektive nicht trächtig wird.

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