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Nutztiere

Welche Symptome sind Alarmzeichen für HPS in der Schweinemast?

In letzter Zeit wird von Tierhaltern und Beratern vermehrt der Verdacht von HPS bei Mastschweinen geäussert. Wie entsteht die Krankheit vor und was kann man dagegen tun?

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Alarmzeichen oder Hinweise für eine HPS-Erkrankung in der Mast können sein: trippelnder Gang, aufgekrümmter Rücken, geschwollene Gelenke, Husten, Nasenausfluss, Auseinanderwachsen und vermehrt Beanstandungen am Schlachthof (Pleuritis, Perikarditis, Herz und / oder Lungen werden verworfen). HPS steht für Haemophilus parasuis und wird auch Glässersche Krankheit oder Transportkrankheit genannt. Der Erreger wird heute Glaesserella parasuis genannt. Ferkel nehmen den Erreger in den ersten Lebenstagen nach der Geburt mit dem Kontakt zur Mutter auf. Der Erreger gehört zur Normalflora eines Schweines.

Impfung

Je nach Menge Antikörper in der Sauenmilch sind die Ferkel bis in die dritte bis fünfte Lebenswoche vor einer Erkrankung geschützt. Ab diesem Zeitpunkt ist es möglich, die Ferkel mit einer Impfung gegen HPS zu schützen. Vom Erreger Glaesserella parasuis sind 15 verschiedene Typen bekannt. Eine Impfung wirkt nur gegen den Typ, der im Impfstoff vorhanden ist. Aus diesem Grund ist es essenziell, dass vor einer beabsichtigten Impfung der genaue Erreger nachgewiesen wird. Wie bereits erwähnt, gehört der Erreger zur Normalflora in den oberen Atemwegen des Schweines. Treten in der Mast zum Beispiel Probleme mit geschwollenen Gelenken auf, ist es wichtig, dass versucht wird, den Erreger im Gelenk nachzuweisen. Wird ein HPS-Erreger in der Lunge gefunden, bedeutet das nicht automatisch, dass im Gelenk der gleiche Typ vorhanden ist, wie in der Lunge gefunden wurde.

Der HPS-Erreger gehört zur Normalflora eines Schweines.

Der HPS-Erreger ist im Labor nicht einfach anzuzüchten, darum sind eventuell mehrere Versuche nötig. Es ist empfehlenswert, immer gleichzeitig trockene Tupfer für einen PCR-Nachweis und Tupfer mit Nährmedium für eine HPS-Anzüchtung zu entnehmen. Der PCR-Nachweis ist sehr zuverlässig und sensitiv. Soll der HPS-Erreger aber typisiert werden und sollte sogar ein stallspezifischer Impfstoff hergestellt werden, ist zwingend eine erfolgreiche Anzüchtung nötig. Zudem muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass die nötigen Laborschritte nicht von allen Labors in der Schweiz angeboten werden.

Krankheiten mit ähnlichen Symptomen

Auch andere Erreger können die oben beschriebenen Alarmzeichen auslösen. Dies können Mykoplasmen, Streptokokken, Staphylokokken oder Rotlauf sein. Bei trippelndem Gang und aufgekrümmtem Rücken muss auch an das Beinschwächesyndrom gedacht werden.

Vorbeugende Massnahmen

Folgende Massnahmen können die HPS-Häufigkeit reduzieren: keine gemischten Jagerherkünfte und eine Temperatur beim Einstallen von 22 °C. Bei der Behandlung muss daran gedacht werden, dass schon Resistenzen gegen verschiedene Antibiotika nachgewiesen wurden. Ich empfehle meist Tetracyclin und ein Schmerzmittel. 

Haben Sie auch eine Frage an den Tierarzt oder die Tierärztin? 
Senden Sie uns eine E-Mail mit dem Betreff «Tiergesundheit» an: redaktion@ufarevue.ch
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