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Nutztiere

Lüftung im Hühnerstall

Ein gutes Stallklima ist für das Wohlergehen der Hühner sehr wichtig. Von Betrieb zu Betrieb und je nach Jahreszeit sehen die Herausforderungen anders aus. Einige Grundsätze zur Lüftung können aber in jedem Stall beachtet werden.

Vernebelungsanlagen sind eine gute Kühlmöglichkeit im Sommer. Zudem binden diese auch Staub.

Vernebelungsanlagen sind eine gute Kühlmöglichkeit im Sommer. Zudem binden diese auch Staub.

(Bild: Jonas Wüthrich)

Publiziert am

Aviforum-Trainee, UFA AG

Geflügelspezialist UFA AG

Die Lüftung ist hauptsächlich von der Temperatur, der (Luft-)Feuchtigkeit und der Schadgaskonzentration im Stall abhängig. Ändern sich die Verhältnisse, soll auch die Lüftung dementsprechend angepasst werden. Jeder Stall hat dazu eigene Voraussetzungen. Witterung und Aussenklima am Standort des Geflügelstalls, Stallgrösse und Luftvolumen, Lüftungssystem und Einrichtung, Tierbestand sowie Alter und Gewicht der Tiere sind einige davon. Manche dieser Faktoren sind dynamisch, wodurch sich auch Temperatur, Feuchtigkeit und Schadgaskonzentration im Stall ändern. Dies macht die Lüftung komplex und stallspezifisch.

Lüftung in der Übergangszeit und im Winter

Bei kalten Aussentemperaturen und feuchter Aussenluft ist die Herausforderung meist, genügend Feuchtigkeit, CO 2 und allenfalls Ammoniak aus dem Stall zu schaffen. Dabei soll aber die Stalltemperatur nicht zu stark absinken. Grundsätzlich gilt, dass zugunsten einer besseren Luftqualität auch bei kalten Temperaturen genügend gelüftet werden soll, denn gut befiederte und gesunde Hühner können kältere Temperaturen gut ertragen. Kalte Luft kann hingegen weniger Feuchtigkeit aufnehmen. Durch Heizen im Stall oder mit vorgewärmter Zuluft (z. B. mit Systemen zur Wärmerückgewinnung) kann dem entgegengewirkt werden. Die meisten Legeställe verfügen aber nicht über solche Möglichkeiten, weshalb mehr gelüftet werden muss, um die Feuchtigkeit aus dem Stall zu transportieren. Weitere Nachteile kalter Zuluft sind, dass sie zu Boden fällt und dort zu schlechter Einstreu führen kann sowie dass eine ungleichmässige Temperaturverteilung im Stall geschaffen wird. Deshalb wird empfohlen, kalte Zuluft mit einer gewissen Geschwindigkeit in den oberen Stallbereich zu leiten, damit sie sich dort bereits mit wärmerer Luft durchmischen kann.

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Auslauföffnungen können das Lüftungssystem beeinflussen.

(Bild: Jonas Wüthrich)

Lüftung im Sommer

An heissen Sommertagen läuft die Lüftung meist auf Hochtouren. Um einem Hitzestress der Tiere entgegenzuwirken, kann die Lüftung zum Kühlen gebraucht werden (höhere Windgeschwindigkeiten haben einen Kühleffekt). Ein ansonsten gemiedener Luftzug im Tierbereich ist bei grosser Hitze eher erwünscht. Tunnellüftungen sind hierfür gut geeignet, zudem ist auch der Einsatz von Zusatzventilatoren zu empfehlen. Eine weitere Kühlmöglichkeit ist die Verdunstung von Wasser, zum Beispiel über Vernebelungsanlagen bei der Zuluft, mit dem positiven Nebeneffekt der Staubbindung.

Herausforderung Auslauföffnungen

Wird der Aussenklimabereich (AKB) morgens geöffnet, kann über die Auslauföffnungen rasch viel Luft in den Stall gelangen. Dies kann die Lüftung und das Stallklima stark beeinflussen und insbesondere bei Unterdrucklüftungen das Lüftungsmanagement durcheinanderbringen. Bei tiefen Aussentemperaturen fällt tagsüber kalte Luft direkt auf die dahinterliegende Einstreu, was zu nassen und später verkrusteten Stellen führen kann. Die in den Stall gelangte Kälte lässt temperaturgesteuerte Lüftungen auf das Minimum zurückfahren. Dadurch wird der Luftaustausch in einigen Stallbereichen gebremst. Dabei wäre gerade bei kälteren Temperaturen aus zuvor genannten Gründen ein ausreichend grosser Luftaustausch im Stall wichtig. Würde die Minimallüftung deshalb stärker eingestellt, wäre hingegen die kalte Zuluft in der Nacht wiederum zu stark, wenn die Tiere inaktiv sind. Optimal sind daher Lüftungen, die nicht nur die Temperatur, sondern auch die Luftfeuchtigkeit, CO 2 - oder gar NH 3 -Konzentrationen zur Lüftungssteuerung miteinbeziehen.

Zu beachten ist auch, dass die Luft über Auslauföffnungen relativ ungehindert durchströmen kann. Besonders bei intensiver Lüftung ist darauf zu achten, dass die über den AKB eingezogene Luft nicht direkt wieder aus dem Stall geblasen wird. Solche Luftkurzschlüsse führen gleichzeitig zu stehender Luft in anderen Stallbereichen, mit Folgen wie schlechter Luftqualität oder Hitzestau im Sommer. Luftkurzschlüsse können auch anderweitig entstehen, zum Beispiel bei offenen Stalltüren oder falsch geführter Zuluft. Deshalb empfiehlt es sich, den Stall einmal auf die Luftverteilung und die Luftzüge zu kontrollieren (z. B. mit Rauchpatronen). Zur Förderung der Luftumwälzung können Umluftventilatoren eingesetzt werden, kontrollierte Zuluftführung und Umluftklappen helfen auch. Am besten im Griff hat man die Lüftung bei geöffnetem AKB aber mit einer Gleichdrucklüftung.

Unser Tipp

Feuchtigkeit

  • Ziel: trockene und lockere Einstreu
  • relative Luftfeuchtigkeit: 50 bis 70 Prozent

Konzentration von Schadgasen

  • CO 2 : unter 2000 ppm (Höchstgrenze 3000 ppm)
  • NH 3 : unter 10 ppm (Höchstgrenze 20 ppm)

Temperatur

  • Ziel: kein Hitze- oder Kältestress
  • Legehennen: 
    • Optimal 16 – 22 °C 
    • Gut 12 – 28 °C 
    • Minimal 6 °C 
    • Maximal 32 °C 
  • (für Junghennen nach Richtwerten auf das Alter abgestimmt)

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