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Nutztiere

Gesund fressen, mehr leisten

In der Fütterung von Schweinen gilt es, einiges zu beachten, damit gesunde und leistungsfähige Tiere resultieren. Die verschiedenen Phasen hängen stark voneinander ab: Nur mit dem optimalen Fütterungsmanagement in der Zucht resultieren grosse und gesunde Würfe. Die Ferkel müssen dann korrekt angefüttert und abgesetzt werden, um später eine gute Mastleistung zu erreichen.

Um Saugferkel früh ans Festfutter zu gewöhnen, ist das Verabreichen eines Prestarter-Futters sinnvoll. 

Um Saugferkel früh ans Festfutter zu gewöhnen, ist das Verabreichen eines Prestarter-Futters sinnvoll. 

(Bild: UFA AG)

Publiziert am

ehem. Mitarbeiter UFA AG

Schweinespezialist, UFA AG

Gesunde Tiere sind die wichtigste Voraussetzung, um Erfolg in der Produktion zu haben. Kranke Tiere können mit dem Futter zwar nicht geheilt werden, aber mit der richtigen Versorgung werden die Tiere gesund erhalten und können die volle Leistung erbringen.

Ferkel

Frühes Anfüttern

Bei den Ferkeln hat die Fütterung einen besonderen Einfluss auf die Gesundheit. Nach der Geburt ist deren Verdauung auf Milch ausgerichtet. Die Verteilung der Verdauungsenzyme verändert sich während den ersten Lebenswochen, sodass die Tiere später mit Festnahrung, ohne Milch auskommen.
Ein konsequentes Anfüttern der Ferkel mit einem Prestarterfutter in den ersten Lebenstagen und danach mit einem Starterfutter, unterstützt diesen Prozess. Die Zusammensetzung der Darmflora der Ferkel wird in den ersten Wochen für das ganze Leben bestimmt. Zudem kann ein Starterfutter, in welchem beispielsweise Immunglobuline enthalten sind, helfen, die Gesundheit der Ferkel zu unterstützen und den Antibiotika-Einsatz zu reduzieren.

Beim Absetzen unterstützen

Die nächste Hürde für das junge Tier ist das Absetzen. Dies ist eine heikle Phase, da dem Ferkel von einem Tag auf den anderen keine Sauenmilch mehr zur Verfügung steht. Für den Verdauungsapparat ist dies die grösste Umstellung im Leben eines Schweines. Damit der Darm in Schwung bleibt und die Gesundheit so wenig wie möglich beeinträchtigt wird, muss das Ferkel mit einem Absetzfutter unterstützt werden. Ungefähr zum gleichen Zeitpunkt wie das Absetzen, verringert sich die passive Immunisierung, die über das Kolostrum und die Milch übertragen wurde. Das bedeutet, dass die Ferkel nun mit dem eigenen Immunsystem zurechtkommen müssen. Oft wird nach dem Absetzen ein Einbruch des Wachstums festgestellt. Dies, weil die Tiere mit den Umstellungen überfordert sind, weshalb das Immunsystem und letztlich die Gesundheit leiden. Dieser Übergang kann mit dem Einsatz von Polyphenolen und mittel- und langkettigen Fettsäuren, die im Absetzfutter enthalten sind, erleichtert werden. Tiere, die in diesem Abschnitt zu stark zurückfallen, können den Rückstand nicht wieder aufholen.

Zuchtsauen

Gesunde Muttersauen sind die Voraussetzung für gesunde Ferkel. Wenn eine Sau vor dem Abferkeln krank ist, werden die Ferkel geschwächt zur Welt kommen.

Optimalen BCS erzielen

Bereits beim Besamen wird Einfluss auf die Ferkel genommen. Ein korrektes Flushing (Auslösen eines positiven Stresses durch eine starke Erhöhung der Energiezufuhr) löst bei den Tieren eine gute Rausche aus. Weiter kann die Gabe von sehr schnell verfügbarer Energie über das Besamen die Anzahl an Föten, welche sich einnisten, erhöhen. Nach dem erfolgreichen Belegen ist es wichtig, die Sauen zu konditionieren. Nicht alle Tiere verlieren während der Säugezeit in gleichem Masse Körperreserven. Stark abgesäugte Sauen müssen zu Beginn der Trächtigkeit mit mehr Energie versorgt werden, damit die Reserven wieder aufgebaut werden. Nach dem sogenannten Konditionieren wird versucht, die Sauen in einem ­optimalen BCS zu halten – ein Verfetten der Tiere kann zu Geburtskomplikationen führen. Sauen, die nicht genügend Körperreserven haben, können die Föten zu wenig versorgen.

Rohfaserversorgung

Während der Trächtigkeit ist die Versorgung mit Rohfaser einer der wichtigsten Fütterungsaspekte, um die Sauen gesund zu erhalten. Der Verdauungstrakt darf durch die verminderte Futterzufuhr nicht zum Erliegen kommen. Daher muss während der Galtzeit auf eine genügende Rohfaserversorgung geachtet werden. Die zur Verfügung gestellte Rohfaser muss quellfähig sein, damit sie im Darm Volumen bildet. Besonders im Sommer sollte sichergestellt werden, dass die Rohfaser nicht zu stark fermentierbar ist, da dies den Hitzestress fördert.

Kalzium- und Energieversorgung

Vor und während dem Abferkeln ist die Gefahr einer Verstopfung erhöht. Verstopfungen beim Abferkeln können zu Entzündungen der Harnwege und des Gesäuges führen. Mit einer genügenden Energiezufuhr und einer guten Faserversorgung vor der Geburt wird sichergestellt, dass der Darm aktiv bleibt und der Sau genügend Energie zur Verfügung steht, um das Abferkeln zu überstehen. Zudem wird beim Abferkeln der Kalzium-Stoffwechsel umgestellt. Während der Trächtigkeit lagern die Tiere Kalzium in die Knochen ein, welches nach der Geburt für die Milchproduktion benötigt wird. Bei der Geburt wird das Kalzium zudem benötigt, um die Kontraktionen der Gebärmutter durchzuführen. Diese Umstellung ist nicht für jedes Tier gleich gut zu bewältigen. Der Einsatz von einem Geburtshilfefutter mit gut verfügbarem Kalzium und Vitamin D3, kurz vor der Geburt, unterstützt die Sau und so wird die Abferkelzeit verkürzt. Dank dem kann mit weniger tot geborenen Ferkeln gerechnet werden und die Sauen erholen sich schneller von der Geburtsphase.
Zu Beginn der Säugezeit wird die Energiezufuhr rasch erhöht. Die Sauen müssen viel Milch produzieren und dürfen nicht zu viel Körperreserven abbauen. Durch den Einsatz eines Hochenergiekonzentrats während der Säugezeit kann die Energieversorgung sichergestellt werden. Eine höhere Milchleistung führt zu vitaleren und gesünderen Ferkeln.

Frisches, sauberes Wasser

Wird den Schweinen qualitativ schlechtes Wasser verabreicht, bringt auch die beste Fütterung nichts. Es sollte immer auf eine genügende Versorgung mit sauberem Wasser geachtet werden. Wasser ist das wichtigste Lebensmittel; es hilft bei der Thermoregulation und der Verdauung und ist das wichtigste Stoffwechselprodukt.

Mastschweine

Beim Umstallen unterstützen

Zu Mastbeginn tritt oft ein Wachstumsknick ein. Das Gewöhnen an neue Artgenossen, die Umstallung, das neue Futter und das neue Umfeld belasten die Tiere. Um diesen Knick zu reduzieren und vor allem, um dessen Folgen abzufedern, brauchen die Tiere einen Vitamin- und Mineralstoffschub. Ein Einstellfutter oder ein Vitamin- und Mineralstofffutter hilft den Schweinen, den Start gut zu überstehen und versorgt sie mit genügend Spurenelementen.

Phasenfütterung

Eine grosse Herausforderung in der Mast ist es, die Abgänge tief zu halten. Mit einer phasengerechten Fütterung kann massgeblich dazu beigetragen werden. Denn eine Überversorgung führt zu unnötigen Nährstoffausscheidungen und belastet den Stoffwechsel. Eine Unterversorgung hingegen bremst das Wachstum der Tiere.
Weiter muss auch bei den Masttieren auf eine genügende Versorgung mit Rohfaser geachtet werden. Dadurch können Verdauungsstörungen wie Verstopfungen vorgebeugt werden. 

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