Nutztiere

Raufutter richtig verabreichen

In der Bio-Schweinehaltung besteht die Vorgabe, dass den Tieren täglich Raufutter in Form von Gras oder einer ganz geernteten Ackerkultur, frisch oder siliert, verfüttert werden muss. Dies ist in der Praxis umsetzbar, kann jedoch beispielsweise in der Schweinezucht eine Herausforderung sein.

Das Verabreichen von Raufutter ist bei Bio-Schweinen obligatorisch. 

(Bild: Peter Röthlisberger)

Publiziert am

UFA-Beratungsdienst

Raufutter fällt auf jedem Betrieb jährlich an – das kann Heu von extensiven Wiesen, silierten Ackerkulturen, Gründüngungen oder Kunstwiesen sein. Die Qualität und die Inhaltsstoffe unterscheiden sich je nach Kultur stark. Diese Unterschiede müssen beachtet werden, gerade wenn das Raufutter, wie zum Beispiel in der Galtphase, ein Teil der Ration ist. Das Konservieren ist auch für die Fütterung später ein wichtiger Bestandteil. Treten Fehlgärungen auf, kann das auf die Wirtschaftlichkeit der Schweinehaltung einschneidende Folgen haben.

Raufuttermenge

Gemäss den Knospen-Richtlinien von Bio Suisse, muss man den Schweinen täglich Gras (frisch oder siliert), Heu oder eine Ackerkultur, bei welcher die ganze Pflanze geerntet wird (frisch oder siliert), verfüttern. Die Mengen variieren je nach Betrieb, abhängig davon, ob das Angebot ein «Dessert» oder Bestandteil der Ration ist. Bei Letzterem muss mit Hilfe einer Rationsberechnung der Bedarf ermittelt werden, sodass die Tiere artgerecht und ausgewogen ernährt sind.
Fehler in der Ration können zu Mangelerscheinungen, zum Verfetten oder sogar zum Abmagern des Tieres führen.

Vitaminversorgung

Ein Puzzleteil der ganzen Rationsgestaltung in der Schweinefütterung ist die Vitaminierung. Überschüsse oder Mängel können negative Auswirkungen auf das Wachstum, die Trächtigkeit oder die Geburt haben. Gerade bei Zuchtsauen mit einem grossen Bestandteil Raufutter in der Ration ist es wichtig, zusätzlich Mineralstoff, abgestimmt auf Ergänzung und Raufutter, zu füttern. Ändert sich die Raufutterzusammensetzung, ist auch die Ergänzungsfütterung anzupassen. Zum Beispiel ist kleereiches Gras bekannt für seinen hohen Kalzium-Gehalt. Wird dieses verfüttert, ohne die restliche Ration anzupassen, kann es zu einem Kalziumüberschuss führen, was Geburtsprobleme nach sich zieht.

Art der Raufuttergabe

Das Füttern von Raufutter muss gut in die tägliche Stallarbeit integriert werden. Ist das Lager mit einem Dach gedeckt, wird es vor Regen oder Hitze geschützt, sodass es nicht zu Nachgärungen führt. Für den Standort des Futterangebots ist zu berücksichtigen, dass die Raufutter nicht restlos aufgefressen werden. Das Integrieren in den maschinellen Reinigungsprozess ist zeitsparend und lohnt sich. Um Verluste möglichst gering zu halten, eignen sich Futterraufen oder wandständige Raufen, zum Beispiel aus alten Schwenktüren oder Absperrgattern. Die Stababstände der Raufen variieren je nach Alter der Tiere und sind massgebend für die Fressgeschwindigkeit und die Futterverluste. Ist die Raufuttergabe ein Teil der Ration und werden die Schweine in Grossgruppen gehalten, ist es wichtig, dass mehrere Raufen zur Verfügung stehen. Kämpfe um das Futter mit Verletzungen können so vermieden werden und die Tiere sind ruhiger.

Körperkondition beurteilen

Die Körperkondition der Muttersauen ist ein wichtiger Parameter, um die Sauen gesund zu halten. Eine Beurteilung der Herde anhand des Body Condition Scores (BCS) kann Probleme wie das postpartale Dysgalaktie-Syndrom (PPDS, auch bekannt als MMA) oder zu starkes Absäugen vorbeugen.
Die ideale Beurteilung für eine Muttersau ab dem zweiten Wurf liegt bei 3,5 bis 4,0; bei Jungsauen bei 4,0. Das Halten einer guten Körperkondition kann in Zusammenhang mit der Raufuttergabe auch eine Herausforderung sein. Es gibt immer Schweine, die viel und andere, die praktisch kein Raufutter fressen. Dies zeichnet sich schnell aus, indem sie im BCS oben oder unten hinausfallen und sollte mit der Fütterungseinstellung korrigiert werden. Je nach Aufstallungssystem können Sauen umgestallt werden, um das Fressverhalten besser zu regulieren.
Die Grundlagen der Raufutterversorgung bei Schweinen ist regelmässig zu überdenken. Bereits bei der Ernte legt man die Grundlage für eine gute Qualität. Die Arbeitsabläufe müssen gut eingebettet werden, sodass die Fütterung nicht zum täglichem Zeitfresser wird. Die Art und Menge der Raufutter ist möglichst auf einen langen Zeitraum konstant zu halten, um die Ergänzung und Vitaminierung gut abzustimmen. 

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