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Nutztiere

Hilfe vom Tierarzt: Sind meine Hühner krank?

Nicht alle Symptome beim Geflügel können sicher einer Krankheit zugeordnet werden. Wann sollte man Proben ins Labor senden? Und wie interpretiert man die darauffolgenden Befunde?

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(Bild: Peter Röthlisberger)

Publiziert am

Abteilung für Geflügel- und Kaninchenkrankheiten, Universität Zürich

Um keine Raubtiere auf sich aufmerksam zu machen, verbergen Hühner möglichst lange, dass es ihnen nicht gut geht. Treten dann unspezifische klinische Anzeichen wie Mattigkeit, Schwäche und Fressunlust auf, erlauben diese meist keine sicheren Rückschlüsse auf eine bestimmte Erkrankung. Bei Bestandesproblemen ist es deshalb am besten, zunächst mit der Geflügeltierärztin oder dem Geflügelberater die Tiere im Stall zu begutachten oder nach telefonischer Absprache einen Massnahmenplan zu erstellen.

Proben sollten in folgenden Fällen an ein veterinärmedizinisches Labor eingesandt werden, um eine gesicherte Diagnose zu erhalten: 

  • Wenn mehrere kranke Tiere beobachtet werden (z. B. Blut im Kot, Atemwegserkrankungen). 
  • Falls es sich anhand der Krankheitsanzeichen um eine Tierseuche handeln könnte.
  • Wenn erhöhte Abgänge oder ein starker Abfall der Legeleistung vorhanden sind.
  • Falls es sich um eine Zoonose handeln könnte. Das ist eine Krankheit, die vom Tier auf den Menschen übergehen kann. Zum Beispiel können Infektionen mit Rotlaufbakterien bei Freilandhennen zu Todesfällen führen und beim Menschen Hautentzündungen oder gar Entzündungen am Herzen verursachen. 
  • Wenn man eine gezielte Therapie vornehmen will.

Je nach Fragestellung können Kadaver, Kot-, Blut- und/oder Tupferproben eingesandt werden. Dazu ist zu beachten: 

  • Bei Unklarheiten das Labor anrufen und fragen, was eingeschickt werden soll. 
  • Proben auslaufsicher verpacken und per A-Post einsenden. 
  • Ganze Kadaver am besten von frisch toten Tieren, die typische Krankheitsanzeichen gezeigt hatten (keine nach dem Tod ausgefressenen Kadaver).

Die Interpretation von Laborbefunden ist eine Herausforderung. Es müssen auch Faktoren wie das Alter der Tiere, Vorbehandlungen oder zum Beispiel Impfprogramme berücksichtig werden. Gerade bei Blutuntersuchungen ist die Interpretation von serologischen Resultaten nicht immer einfach, gilt es doch zu unterscheiden zwischen: 

  • Antikörpern (AK) gegen einen Erreger, der für das aktuelle Krankheitsgeschehen verantwortlich ist.
  • Impf-AK (zum Beispiel infolge Impfung gegen Infektiöse Bronchitis). 
  • Bei Jungtieren: maternale AK (mütterliche AK), die von der Henne auf das Küken übertragen werden.
  • Unspezifischen Reaktionen im Test (sogenannte «Kreuzreaktionen» mit anderen, nahe verwandten Erregern). 
  • AK gegen eine früher durchgemachte natürliche Infektion, die nichts mit dem aktuellen Krankheitsgeschehen zu tun hat (sogenannte «Seronarben»).

Deshalb sollte ein serologischer Befund immer mit allen anderen verfügbaren Daten zusammen mit dem Bestandestierarzt oder der Bestandestierärztin interpretiert werden, bevor womöglich unnötige Massnahmen ergriffen werden.

Mittels einer korrekten Diagnose kann eine gezielte Therapie eingeleitet werden. Dies ist insbesondere für den sachgemässen Einsatz von Antibiotika notwendig. 

Kontaktadresse

Abteilung für Geflügel- und Kaninchenkrankheiten, Universität Zürich, Winterthurerstrasse 270, 8057 Zürich, Telefon: 044 635 86 31 www.ivb.uzh.ch E-Mail Sekretariat: sandra.leutenegger@vetbakt.uzh.ch 

Haben Sie auch eine Frage an den Tierarzt oder die Tierärztin? 
Senden Sie uns eine E-Mail mit dem Betreff «Tiergesundheit» an: redaktion@ufarevue.ch
Oder füllen Sie das Formular aus.

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