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Nutztiere

Nichts dem Zufall überlassen

Die begrenzte Futteraufnahme und die rasch steigende Milchleistung in den ersten Laktationswochen sind eine echte Herausforderung. Wichtig ist es, sich dieser Situation bewusst zu sein und die Möglichkeiten zu kennen, um die Startphasenkuh entsprechend zu unterstützen.

Publiziert am

Leiter Marketing, UFA AG

UFA-Beratungsdienst

Die Voraussetzung für eine wirtschaftliche Milchproduktion sind gesunde Kühe. Ungewollte Abgangsursachen, allen voran schlechte Fruchtbarkeit und Stoffwechselerkrankungen, sind möglichst zu reduzieren. Das Gesundheitsmanagement ist dabei ein Schlüsselfaktor, wobei die Startphasenfütterung im Fokus stehen muss. Neben viel Freude wird mit gesunden Kühen nach dem Abkalben die Basis für eine erfolgreiche Laktation gelegt.

Ganzheitlich denken

Die Futteraufnahme bei einer gesunden Kuh ist am Tag des Abkalbens auf dem Tiefpunkt. Es gilt, alles daran zu setzen, dass der TS-Verzehr möglichst schnell ansteigt. Der Grundstein dafür wird in der Galtphase gelegt. Je besser die Fütterung in den letzten drei Wochen vor dem Abkalben auf die Startphasen-Fütterung abgestimmt ist, desto höher ist der TS-Verzehr. Wichtig ist dabei, dass die Komponenten nicht komplett ersetzt werden. Versuche aus den USA (Miner Institut und Cornell Dairy Research Center) zeigen, dass sich der Stärkegehalt der Ration während der Galtphase nicht zu stark von demjenigen in der Startphase unterscheiden sollte, um den TS-Verzehr nicht negativ zu beeinflussen. Der Grund ist, dass das Anpassungsvermögen des Pansens nach dem Abkalben massgeblich von der Stärkeversorgung in der Galtphase beeinflusst wird. Kühe, die in der Galtphase an höhere Stärkemengen gewohnt werden, vertragen nach dem Abkalben ebenfalls mehr Stärke. Das zeigt, dass sich die Grundfutterbestandteile der Galtphasenration nicht komplett von denjenigen der Startphase unterscheiden sollten. Wird den Galtkühen zum Beispiel nur Dürrfutter verabreicht, nach dem Abkalben aber hohe Mengen an Silage, wird die Verzehrssteigerung gehemmt. (Mehr Infos zur Galtphasenfütterung)

Wichtigste Punkte bei der Startphasenfütterung

  • Ähnliche Komponenten der Grundfutterration in Galtund Startphase
  • Futteraufnahme fördern mit qualitativ hochwertigem Grundfutter
  • Futteranalysen ermöglichen, die Ration präzise auf die Bedürfnisse der Kuh anzupassen
  • Grundration auf die entsprechende Milchleistung ausrichten
  • Langsames Steigern von Kraftfutter

TS-Verzehr über alles

Naturgemäss entsteht in den ersten Wochen nach dem Abkalben eine Lücke zwischen Energieaufnahme aus dem Futter und dem entsprechenden Bedarf. Während der Milchleistungshöchststand meist nach sechs bis acht Wochen erreicht ist, kann der TS-Verzehr bis zur 16. Laktationswoche ansteigen. Um diese Lücke so gering wie möglich zu halten, muss die Futteraufnahme gefördert werden.

Die Basis dafür ist qualitativ hochstehendes Grundfutter. Auf dem Dürrfutterbetrieb gilt es, den Frischlaktierenden nur das beste Belüftungsheu anzubieten. Bei der Verfütterung einer TMR kann in den ersten Laktationstagen, neben der schmackhaften Mischung, zusätzlich Belüftungsheu angeboten werden, da dies von den Kühen gerne gefressen wird. Die ad libitum Fütterung mit regelmässiger Futtervorlage unterstützt die Futteraufnahme ebenfalls.

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Der Startphasenkuh muss bestes Grundfutter verabreicht werden.

(Bild: Peter Röthlisberger)

UFA-Startphasenfutter

Das spezielle Startphasen-Konzept MegaDigest definiert sich durch verschiedene Zusätze. Diese ergänzen sich gegenseitig, damit die Herausforderungen in der Startphase gemeistert werden können. So lassen sich allfällige Probleme zu Beginn der Laktation reduzieren.

Nutzen von MegaDigest 

  • Steigern den TS-Verzehr 
  • Entlasten den Stoffwechsel 
  • Verbessern die Futterverwertung 
  • Erhöhen die Energie- und Protein‑ effizienz 
  • Sorgen für bessere Regeneration nach dem Abkalben

Ration ausgleichen

Durch eine ausgeglichene Grundration wird die Futteraufnahme unterstützt. Die Pansenmikroben sollen dabei bestmöglich versorgt werden, wozu die Fermentationsprozesse im Pansen berücksichtigt werden müssen. Mit dem Fütterungssystem UFA W-FOS kann die Fütterung sehr genau justiert werden. Futteranalysen ermöglichen, die Ration präzise auf die Bedürfnisse der Kuh anzupassen. Besonders wichtig beim Berechnen der Ration sind der Faseranteil und die Strukturversorgung, damit die Pansenfermentation gewährleistet ist. Wichtig ist, dass die Grundration auf die entsprechende Milchleistung ausgerichtet wird. Bei einem durchschnittlichen Leistungsniveau von 10 000 kg Milch wird beispielsweise eine Energieversorgung von rund 6,4 MJ NEL angestrebt. Auch die Mineralstoff-, Spurenelement- oder Vitaminergänzung muss dem Leistungsniveau angepasst sein.

Leistungsfutter steigern

Die fehlende Energie kann teilweise mit dem Leistungsfutter ergänzt werden. Dabei sind verschiedene Punkte zu beachten. Einerseits soll die Kuh so angefüttert werden, dass sie beim Abkalbezeitpunkt an rund zwei Kilogramm Leistungsfutter gewohnt ist. Nach dem Abkalben wird die Menge bis am 30 Laktationstag langsam aber sukzessive gesteigert. Bekommt eine Kuh am Tag des Abkalbens zwei Kilogramm Kraftfutter und hat Anrecht auf maximal sechs Kilogramm nach 30 Tagen, entspricht dies theoretisch einer täglichen Steigerung von 135 g. Je nach Leistungsniveau ist in der Praxis ein Erhöhen der Menge von täglich 100 bis maximal 200 g angezeigt. Durch das langsame Steigern wird der Pansen nicht überfordert und das Risiko für Pansenazidose und Labmagenverlagerungen wird massiv reduziert. Beim Melkroboter oder entsprechenden Fütterungssystemen kann diese Kraftfuttersteigerung entsprechend hinterlegt werden.

Auch wenn das Leistungsfutter manuell an der Futterkrippe verabreicht wird, sollte die Menge langsam erhöht werden mit mindestens drei Gaben täglich. Startphasenfutter mit erhöhtem Bypass-Stärkeanteil entlasten den Pansen zusätzlich, da ein Grossteil der Nährstoffe erst im Dünndarm verdaut wird.

Propylenglykol als Problemlöser

Sofern die Gefahr von Ketose zu gross ist und die Energieunterversorgung nicht ausreichend gedeckt werden kann, empfiehlt sich der Einsatz von Propylenglykol. Diese Energiequelle wird von den Pansenbakterien nicht fermentiert und belastet den Stoffwechsel kaum. Es soll ausschliesslich bei Gefahr von Ketose-Erkrankungen eingesetzt werden und nicht zur Kompensation einer allgemeinen Energieunterversorgung. Propylenglykol kann in flüssiger oder pelletierter Form verabreicht werden. Bei vermehrten Problemen mit Ketose, muss die Galtphasenfütterung und die Energieversorgung der Frischlaktierenden korrigiert werden.

Wiederkauen überwachen

Die Wiederkauaktivität erhöht sich deutlich schneller im Vergleich zum TS-Verzehr. Bei einer gesunden Kuh erreichen die Wiederkauwerte eine Woche nach dem Abkalben meist das ursprüngliche Niveau. Anzustreben sind rund 550 Wiederkauminuten pro Tag, wobei diese tierindividuell starken Schwankungen unterworfen sind und je nach Präzision der verschiedenen Systeme auch Abweichungen festzustellen sind. Wichtig ist, die Wiederkauaktivität als Gesundheitsüberwachung beizuziehen und rasch zu reagieren, wenn diese zu gering ist. In den ersten Laktationstagen gilt es, die Wiederkauaktivität mit den genannten Massnahmen zu maximieren, was die Speichelproduktion erhöht und zu einer natürlichen Pufferung des Pansen-pH’s führt.

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