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Nutztiere

Vitamine und Spurenelemente

Die optimale Abdeckung der Vitamin- und Spurenelementbedürfnisse ist ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Schweinemast. UFA-Bühl hat untersucht, ob die eingesetzte Menge an Vitaminen und Spurenelementen in der Praxis dem Bedarf des Mastschweines angepasst ist.

Mastschweine in der Endmast benötigen weniger Vitamine und Spurenelemente als lange Zeit angenommen wurde.

Mastschweine in der Endmast benötigen weniger Vitamine und Spurenelemente als lange Zeit angenommen wurde. 

(UFA AG)

Publiziert am

Aktualisiert am

ehem. Praktikant, UFA-Marketing

Ressortleiterin Forschung und Versuche, UFA AG

Der Einsatz von Zusatzstoffen mit Vitaminen und Spurenelementen in der Schweinemast gilt als unerlässlich für ein schnelles Wachstum und eine effiziente Futterverwertung. Beim Mastschwein verändert sich der Bedarf an Nährund Wirkstoffen mit zunehmendem Lebendgewicht und somit mit dem Alter. Im Gegensatz zu Energie, Protein und Mineralstoffen existieren für Vitamine und Spurenelemente gemäss gelbem Buch keine Bedarfsempfehlungen nach Mastphase. Die UFA geht davon aus, dass speziell in der Endmast eine Überversorgung vorliegt. Eine Reduktion von Vitaminen und Spurenelementen in der Endmast würde bei gleichbleibender Mastleistung die Produktionskosten senken und das Nährstoffmanagement verbessern.

Forschung in UFA-Bühl

Im Jahr 2016 wurde auf UFA-Bühl ein Mastversuch durchgeführt, um zu prüfen, ob die Reduktion um die Hälfte oder der vollständige Verzicht von Vitaminen und Spurenelementen in der Endmast einen Einfluss auf die Leistungsparameter der Schweine habe. Bis zu Beginn der Endmast (im Versuch bis zum 56. Tag) wurden alle Schweine gleich und mit den Standardempfehlungen für Vitamine und Spurenelemente gefüttert. Die Tiere der Kontrollgruppe erhielten bis zum Mastende die Standardzufuhr an Vitaminen und Spurenelementen. Für die Gruppe 1 wurde ab Beginn der Endmast nur die Hälfte der beiden Wirkstoffprämixe zugemischt. Bei der Gruppe 2 wurde komplett auf die Zufuhr von Vitaminen und Spurenelementen verzichtet.

Unabhängig der Vitamin- und Spurenelementversorgung wurde bei allen Gruppen ein überdurchschnittliches Leistungsniveau erreicht. Trotz der Reduktion von Vitaminen und Spurenelementen in den Versuchsgruppen zeigten sich keine signifikanten Unterschiede beim Endgewicht, dem Tageszuwachs oder der Futterverwertung. Auch der Magerfleischanteil (MFA) lag für alle Schweine in einem normalen Bereich. Die Resultate aus dem Versuch bestätigten somit die Vermutung. Die im Versuch eingesetzten Mengen an Vitaminen und Spurenelementen hatten keinen negativen Einfluss auf die Leistungsparameter der Schweine. Dies bestätigt, dass in der letzten Phase der Mast weniger Vitamine und Spurenelemente benötigt werden als bisher angenommen.

Unabhängig der verabreichten Wirkstoffprämixe konnten, wie in vielen anderen Versuchen, diverse gesicherte Geschlechtsunterschiede festgestellt werden. Weibliche Versuchstiere wiesen einen höheren Futterverzehr auf, was zusammen mit einer guten tierischen Leistung zu einem höheren Tageszuwachs führte. Dies wiederum äusserte sich in signifikant höheren Schlachtgewichten im Vergleich zu den männlichen Versuchstieren. Im Durchschnitt wurden Weibchen darum rund zwei Tage früher geschlachtet als die Kastraten und erzielten zudem einen höheren Schlachterlös.

Forschung aus Frankreich und den Niederlanden

Die Erkenntnisse im Versuch auf UFA-Bühl lassen sich durch Ergebnisse aus Frankreich und den Niederlanden bestätigen. Auch hier wurden keine signifikanten Einflüsse auf die Leistungsparameter in der Endmast von Schweinen festgestellt, wenn die Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen in dieser Phase reduziert wurde. Ergebnisse aus Frankreich zeigen, dass sich die Zuwachsrate beim vollständigen Verzicht einer Vita-min- und Spurenelementzufuhr ab dem 35. Masttag (Vormast) im Durchschnitt um sechs Prozent reduzierte. Mit einer Reduktion um 50 Prozent verminderte sich der Zuwachs um vier Prozent. In den Niederlanden verminderte sich der Zuwachs ab dem 70. Masttag (Endmast) sogar nur noch um ein Prozent, wenn komplett auf Vitamine und Spurenelemente verzichtet wurde. Es lässt sich deshalb schlussfolgern, dass eine Restriktion in der Vormast die Leistungsparameter beim Schwein mehr belasten als in der Endmast. Bei einem kompletten Verzicht der Vitaminergänzung, bei gleichzeitig normaler Zufuhr an Spurenelementen, konnte weder in der Vormast noch in der Endmast ein statistischer Einfluss auf die tägliche Zu-wachs- und Futterverwertungsrate festgestellt werden. Die Schlachtkörperqualität wurde durch den Verzicht der Vitamin-Ergänzung ebenfalls nicht beeinflusst. In allen Fällen benötigte es in der Endmast weniger Vitamine und Spurenelemente.

Gehaltsanpassungen

UFA-Bühl forscht für die Praxis. Die Ergebnisse zeigen, zusammen mit Daten aus Frankreich und den Niederlanden, dass die Bedarfsempfehlungen an Vitaminen und Spurenelementen in der Endmast von Schweinen angepasst werden kann. Das Prinzip «Viel nützt viel» konnte mithilfe der gewonnenen Daten nicht bestätigt werden. Die Anwendung unterschiedlicher Fütterungsstrategien hinsichtlich Vitaminund Spurenelementversorgung je nach Mastphase macht demnach durchaus Sinn, um ein optimales Nährstoffmanagement zu erreichen. Für einen guten Start in die Mast und eine gute Entwicklung des Leistungsniveaus sollte die Ergänzung mit Vitaminen und Spurenelementen bis zur Mastmitte aber unbedingt aufrechterhalten werden.

Basierend auf den Erkenntnissen von UFA-Bühl wurden die Vita-min- und Spurenelementgehalte in den UFA-Futter angepasst. Beispielsweise wurde der Vitamin A Gehalt im Endmastfutter UFA 341 zu 50 Prozent gegenüber der alten Rezeptur reduziert. Dies entspricht auch den Empfehlungen von Studien aus den Nachbarländern. Auf eine komplette Reduktion des Vitamingehaltes im Endmastfutter wurde aber bewusst verzichtet. Dadurch kann sichergestellt werden, dass der Landwirt immer noch frei entscheiden kann, bereits in der Mittelmast frühzeitig auf das Endmastfutter umzusteigen, ohne Leistungseinbussen beim Schwein in Kauf nehmen zu müssen. Gleichzeitig kann er auf gleichem Leistungsniveau kosteneffizienter produzieren, da das Futter günstiger wurde. 

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