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Nutztiere

«Die Fütterung ist für die Pferde ein Ereignis»

100 Jahre Zirkus Knie. Dieses Jahr erinnert der Schweizer Nationalzirkus im Jubiläumsprogramm an seine langjährige Geschichte und Tradition. Genauso wie der Zirkus Knie in der Schweiz nicht wegzudenken wäre, gehören die Pferde in diesen Zirkus. Fredy Knie junior verrät im Gespräch sein Erfolgsrezept in der Pferdehaltung und -fütterung.

Fredy Knie jun.

Fredy Knie jun. während der 100 Jahre Jubiläumstournee.

(Bild: Sarah Güdel)

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Aktualisiert am

Berater, Hypona

UFA-Marketing

Redaktorin, UFA-Revue

Fredy Knie junior (73) entstammt der sechsten Generation der Zirkusfamilie Knie und führt den Zirkus seit 1992. Die Pferde sind seit Beginn ein fester Bestandteil in den Vorstellungen. Fredy Knie ist mit den Pferden aufgewachsen und erlernte die Pferdedressur von seinem Vater Fredy Knie senior. Dieser riet seinem Sohn, auch schlechte Beispiele anzuschauen, da man daraus besonders viel lernen könne. Deshalb besichtigte Knie junior viele Pferdebetriebe. Die Pferde sind die gros se Leidenschaft von Fredy Knie, was im Gespräch sehr gut zu spüren ist. «Das Pferd ist ein sehr ästhetisches und sensibles Tier. Mein Ziel ist es, dies den Leuten zu zeigen, sei dies während unseren öffentlichen Proben, in der Vorstellung, oder bei den Kursen ´Rund ums Pferd´, die ich regelmässig gebe, sagt Fredy Knie.

Vertrauen ist der Grundstein

Um die Pferde für die Zirkusmanege auszubilden, benötige es unglaublich viel Fleiss, Geduld und Einfühlungsvermögen. «Nur wenn man geduldig mit den Pferden umgeht, kann man ihr Vertrauen gewinnen. Hat man mal schlechte Laune und kann sich nicht beherrschen, so arbeitet man an diesem Tag besser nicht mit den Pferden», rät der ehemalige Zirkusdirektor.

Als Zirkusbesucher ist man fasziniert, wie die Pferde in der Manege trotz lauter Musik oder tobendem Applaus stets ruhig bleiben. Dies ist gemäss Fredy Knie reine Gewohnheit. Da die Trainings mit den Pferden immer öffentlich sind, gewöhnen sich diese schon früh an die Lautstärke. Ausgebildet werden die Pferde ab einem Alter von 2,5 Jahren nach dem Pfer-de-ABC. Dabei wird zuerst mit jedem einzelnen Tier trainiert, sodass das Basisvertrauen aufgebaut wird. Erst wenn dies da ist, wird das Pferd ins Gruppentraining integriert. Fredy Knie bildet laufend neue Jungtiere aus, damit die Gruppe erneuert werden kann. «Unsere Pferde reagieren alle auf ihren Namen. Auch dies ist reines Training. Man muss die Namen aber immer gleich betonen», verrät der Pferdedresseur. Im Training werde während maximal 20 Minuten etwas Neues gelernt, um die Tiere nicht zu überfordern. Die Devise von Fredy Knie ist, lieber zwei Mal am Tag kürzer, anstatt einmal lange zu trainieren. Bei jedem kleinen Fortschritt sei die Belohnung besonders wichtig. Diese erfolge je nachdem mit der Stimme, dem Flattieren oder mit Hypona-Belohnungswürfeln. Sobald ein Fortschritt erzielt wurde, wird das Training beendet und am nächsten Tag fortgesetzt.

Sozialkontakt ist wichtig

Ausgesucht werden die Vierbeiner nach optischen Faktoren, nach Sympathie und natürlich müssen sie gesund sein. Fredy Knie schaut die Pferde vor dem Kauf mehrmals an. Er lässt ihren Charakter und ihr Verhalten auf sich wirken. Dann entscheidet er, ob das jeweilige Tier für den Zirkus geeignet ist. Die 36 Pferde, welche in den Vorführungen eingesetzt werden, sind alles Hengste. Dies bedarf im Management besonderer Vorsicht. Nur wenn die Hengste richtig gehalten werden, sind sie ruhig und umgänglich. Die Zirkushengste leben in grossen Boxen. Wichtig ist, dass sie den sozialen Kontakt untereinander pflegen können, was gemäss Fredy Knie in seinem Zirkus jederzeit gewährleistet sei.

Geregelter Tagesablauf

Die Knie-Pferde haben einen strukturierten Tagesablauf und werden jeden Tag bewegt. Für das physische und psychische Wohlergehen der Pferde sei genügend Bewegung essenziell. Natürlich werden die Tiere nicht so bewegt, dass sie nachher erschöpft sind, erläutert Fredy Knie. Die Gangart Schritt werde in ihrem Training am meisten praktiziert, da dies für die Gelenke am schonendsten ist. Auch haben die Zirkuspferde regelmässigen Weideauslauf.

Die Fütterung erfolgt jeden Tag im gleichen Rhythmus und alle Hengste erhalten dasselbe Futter. Natürlich variiere die Menge zwischen den Arabern oder den Friesen. Für Fredy Knie ist die Fütterung ein besonders wichtiger Bestandteil im Tagesablauf der Pferde. «Die Pferde müssen durch die Fütterung ihren Bedarf decken. Aber es ist nicht nur das; die Fütterung ist jedes Mal ein besonderes Ereignis. Würde man alles auf einmal geben, wäre dies nicht spannend. Das Fressen muss den Pferden auch als Abwechslung und zur Beschäftigung dienen. Deshalb erfolgt die Fütterung mehrmals täglich.» Drei Mal pro Tag erhalten sie den Hypona-Raufutterersatzwürfel 893 Komplett, insgesamt rund zehn bis zwölf Kilogramm pro Tier und Tag. Diese werden am Boden verabreicht, da dies die natürliche Haltung beim Fressen ist. Um den Bedarf zu decken, wird zusätzlich Hypona 788 Optimal verabreicht. Als weiteres Beschäftigungsmaterial seien die Boxen stets gut eingestreut und ein Salzstein stehe zur Verfügung. Rund zwei Mal pro Woche erhalten die Pferde zudem Leinsamen, welche eine positive Wirkung auf den Verdauungsapparat haben.

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Die 36 Knie-Hengste sind keineswegs schreckhaft, denn sie werden schon früh an die Situation in der Manege gewöhnt.

Konstante Futterqualität ist wichtig

In der Logistik und dem Einkauf des Futters wurden in den letzten Jahren einige Änderungen vorgenommen. Früher wurde hauptsächlich Heu gefüttert, welches an jedem Gastspielort direkt von Landwirtschaftsbetrieben bezogen wurde. Dadurch konnte aber keine konstante Qualität sichergestellt werden. Zudem hatten einzelne Pferde chronischen Husten. Bei einem Hengst probierte Fredy Knie damals einen Raufutterersatzwürfel aus, woraufhin sich der Husten rasch besserte. Daraufhin wurde die Fütterung umgestellt. Probleme mit chronischem Husten treten seither nicht mehr auf.

Auf die Frage, wer bestimme, was die Pferde fressen, antwortet Fredy Knie: «Meine Pferde und ich bestimmen das». Wichtig sei, dass man die Tiere stets beobachte. Wenn eines eher mager aussehe, müsse man diesem zusätzliches Futter verabreichen. Je nachdem, werde dann auch Hypona-Mash zur Unterstützung eingesetzt. Bei der Fütterung und Beobachtung der Hengste wird Fredy Knie von seinem Team unterstützt, welches mittlerweile auch ein sehr geschultes Auge hat und Auffälligkeiten schnell bemerkt.

Nichts ändern wenn es funktioniert

Obwohl der Zirkus von Ort zu Ort reist, seien die Pferde selten krank. Eine Kolik hatten sie letztes Jahr nur einmal und bekannte Probleme wie Magengeschwüre oder Hufrehe kennt der Zirkus Knie kaum. Das führt Fredy Knie auf das konstante Futter zurück. Trends wie melasse-, getreide-, oder glutenfreie Fütterung geht der Pferdeexperte nicht nach. Wichtig sei natürlich immer das Mass. Dass die Gabe von Zückerli aus der Hand nicht gut ist, sei einleuchtend. Aber die enthaltene Melasse im Futter sei von der Menge her sicher nicht schädlich, im Gegenteil, die Melasse enthält auch wertvolle Inhaltsstoffe, sagt Fredy Knie. Weiter erwähnt er, dass ihm oft von verschiedenen Leuten neue Spezialitäten empfohlen werden. Doch ist er sehr zufrieden mit seinem System. «Warum etwas ändern, wenn es gut funktioniert?», bringt es Fredy Knie auf den Punkt. 

Hypona 892 / 893 Komplett

Pferde reagieren bei Belastung der Atmungsorgane durch Reizstoffe (Ammoniak, Staub) schnell mit Leistungseinbussen. Schimmelsporen können Allergien auslösen und beispielsweise Probleme im Atmungssystem verursachen. Gifte aus Staub und Schimmel können zudem zu Hufrehe führen.

Das Alleinfutter Hypona 892 / 893 Komplett ist ein hochqualitativer, staubfreier Heuersatz und ist mit allen wichtigen Mineralstoffen und Vitaminen ergänzt. Die Würfel werden sehr gerne gefressen und sorgen für lange Beschäftigung mit dem Futter und eine artgerechte Faserzufuhr.

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