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Pflanzenbau

Eine grüne Decke zur Unkrautbekämpfung

In dem Kontext, dass es immer weniger zugelassene Herbizide gibt, werden neue Methoden zur Unkrautbekämpfung notwendig. Die Verwendung einer Gründüngung zur Unkrautbekämpfung stellt auch im Obst-und Weinbau eine sehr attraktive und nachhaltige Lösung dar.

Je nach Niederschlagsmenge und Lage wählt man die Mischung für feuchte oder trockene Standorte. 

Je nach Niederschlagsmenge und Lage wählt man die Mischung für feuchte oder trockene Standorte. 

(UFA-Samen)

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Praktikant UFA-Samen

Beraterin UFA-Samen

Um Unkrautbesatz auf offener Fläche zu verhindern, kann eine Mischung aus bodendeckenden Pflanzen gesät werden. Wichtig ist dabei ein rasches Wachstum der Arten und deren optimale Bodenbedeckung. Für diese Nutzungsart sind zum Beispiel die, vom Beratungsdienst des Kantons Waadt entwickelten und unter den Bezeichnungen UFA Viti Fit Herbst und UFA Viti Fit Sommer, erhältlichen Gründüngungsmischungen geeignet.

Bodenfruchtbarkeit

Bestimmte Pflanzen begünstigen die Aufnahme und Weitergabe von Nährstoffen. Leguminosen zum Beispiel nehmen Stickstoff aus der Luft auf und geben ihn an die Hauptkultur weiter. Damit sich die Gründüngung zügiger abbauen kann, sollte sie gewalzt werden, sodass die Bo-den-Mikroorganismen schneller mit dem Pflanzenmaterial in Berührung kommen und es zersetzen können. Dieser Vorgang ist für die Obstbäume/Reben und deren Wachstum wesentlich. Aber die Gründüngung gewährleistet nicht nur die Bedeckung des Bodens und den Eintrag von Nährstoffen, sondern sie fördert auch die biologische Aktivität des Bodens (Bakterien, Pilze und Insekten). Dies unterstützt die Aufrechterhaltung der Bodenstruktur und -fruchtbarkeit.

Die Gründüngung unterstützt die Aufrechterhaltung der Bodenstruktur und -fruchtbarkeit

Bodenverdichtung

Eine schlechte Entwicklung der Gründüngung kann ein Hinweis darauf sein, das eine Bodenverdichtung vorliegt. Dieses Problem, aufgrund der Durchfahrt von Landwirtschaftsmaschinen bei feuchter Witterung, wirkt sich negativ auf die Wurzelentwicklung aus. In manchen Fällen ist dann eine Tiefenlockerung des Bodens sinnvoll. Dabei wird der Boden in den Fahrspuren gelockert, ohne dass der Boden gewendet wird, damit Verdichtungen in unterschiedlichen Tiefen aufgebrochen werden. Spezielle Reifen können die Gefahr von Verdichtungen reduzieren.

Boden- und Saatvorbereitung

Für das erste Nutzungsjahr ist es erforderlich, zuerst die vorhandene Bodenbedeckung zu zerstören. Erdklumpen müssen unbedingt aufgebrochen und die an der Oberfläche liegenden Ernterückstande reduziert werden, um ein geeignetes Saatbett für eine Drillsaat zu erzielen. Wird das Saatgut nur auf die Oberfläche gestreut, ist das Auflaufverhalten der Gründüngung mangelhaft. Anwalzen nach der Aussaat fördert den Bodenschluss vom Saatgut und das gleichmässige Auflaufen der Gründüngungsmischung. So können die vorhandene Struktur und Mikroorganismen erhalten werden. Es wird empfohlen, die Aussaat im Spätsommer oder im Herbst, entweder vor oder nach den Ernten, vorzunehmen, damit sich die Gründüngung vor dem Winter entwickelt. Frühjahrssaaten sind denkbar, aber weniger erfolgreich.

Zerstörung mit der Walze

Neben der Zerstörung der Gründüngung und deren anschliessenden Zersetzung, hat das Anwalzen auch weitere Vorteile: mehrjährige Arten kommen wieder und das Grüngut bedeckt und schützt den Boden. Das Anwalzen ist auch eine Methode zur Selektion bestimmter Pflanzen. Es zerstört die hohen Pflanzen zugunsten von Relaispflanzen am Boden (zum Beispiel Klee). So wird Mulch gebildet und zugleich eine gute Bodenbedeckung gewährleistet. Im Vergleich zum Mähen stellt das Anwalzen eine wirtschaftlichere Lösung dar. Durch den gebildeten Mulch kann das Wasser zurückgehalten werden, so dass die Feuchtigkeit im Boden verbleibt. Ideal sind Messerwalzen, aber auch andere Walzen eignen sich. Bei Bedarf kann der Walzdurchgang wiederholt werden. Das Anwalzen sollte zum Zeitpunkt der Blüte erfolgen, wenn die Reserven auf die Reproduktion der Pflanze ausgerichtet sind und die Vegetation gut entwickelt ist. Dann wird die Pflanze wirkungsvoll verletzt und die Bedeckung maximiert.

Risiken

Das Hauptrisiko einer Gründüngung für die Kulturen ist die Gefahr der Konkurrenz von Wasser und Stickstoff für die Hauptkultur. Deshalb wird empfohlen, die Gründüngung ausserhalb der Hauptvegetationszeit zu säen und sie frühzeitig wieder zu walzen, bevor sie die Hauptkultur konkurrenziert. Noch ist nicht klar, ob die Bedeckung einen Einfluss auf die Feldmauspopulationen hat. Das Risiko besteht allerdings und macht eine Überwachung nötig. Auch die Gefahr von Spätfrösten im Frühling muss berücksichtigt werden. In solchen Fällen sollte die Gründüngung frühzeitig angewalzt werden. 

In den Bedeckungen verwendete Arten

Bei den ein- oder zweijährigen Arten lässt sich die Gründüngung und ihre Zerstörung gut kontrollieren. Man wählt verschiedene Arten mit sich ergänzenden Funktionen aus, zum Beispiel Roggen wegen des Humus, Inkarnatklee wegen seiner Relaisfunktion im Frühjahr oder Futterrüben wegen ihrer frühen Blüte im Frühjahr und ihrer Anziehungskraft für Bestäuber, die wiederum für die Obstkulturen nützlich sind. Es gibt zwei Mischungen, die getestet wurden und in der Praxis validiert sind. Nähere Informationen sind auf Seite 17 des UFA-Samen Feldsamenkatalogs 2021 zu finden.

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