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Pflanzenbau

Extreme Witterung fordert stabile Mischungen

Lange Trocken- oder Regenperioden lassen die Grundfutterproduktion je länger je mehr zur Herausforderung werden. Denn was ist schlimmer als einen leeren Heustock oder ein leeres Silo und einen Stall voller Kühe, die gefüttert werden müssen? Doch wie kann auf diese Wettersituation reagiert werden, damit auch in Zukunft genügend Grundfutter produziert werden kann?

Eine stabile Kunstwiesenmischung bringt Ertragssicherheit.

Eine stabile Kunstwiesenmischung bringt Ertragssicherheit.

(Hanspeter Hug)

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Aktualisiert am

UFA-Samen

Eines vorweg: Ein Patentrezept, das für alle Betriebe gilt, gibt es nicht und wird es auch nie geben. Sicher ist dagegen: Je länger eine Mischung auf einem Standort genutzt werden soll, desto wichtiger wird die Rezeptur. Langjährige Versuchsergebnisse von UFA Samen zeigen klar, dass die besten Erträge im Schnitt über die Jahre mit Mischungen erzielt werden, die eine breite Rezeptur aufweisen. Das steigert die Sicherheit im Anbau. Das alleine genügt aber noch nicht. Mindestens so wichtig ist auch, dass die Mischung auf den Standort und auf die Nutzung abgestimmt ist. Alle anderen Auswahlkriterien führen bei langdauernden Kunstwiesenmischungen zwangsläufig zu Mindererträgen. Und «last but not least», auch der Saatzeitpunkt und die Art und Weise der Saat bestimmen massgebend über Erfolg oder Misserfolg. Über Mischungen, die lückenhaft aufgelaufen sind, ärgert man sich noch jahrelang.

Das Saatbeet ist das A und O

Mit der Mischungswahl wird der Grundstein für die nächsten Jahre gelegt, entsprechend sorgfältig sollte sie getroffen werden. Längerdauernde Mischungen sind bei der Aussaat die anspruchsvollsten, weil sie mit der Wiesenrispe ein Gras enthalten, das nur langsam aufläuft. In der Mischung übernimmt die Wiesenrispe die Funktion einer trittfesten Grasnarbe. Nur wenn diese schön dicht ist, können Unkräuter wie Löwenzahn, Hahnenfuss, gemeine Rispe usw. nachhaltig unterdrückt werden und macht langfristig Freude und bringt stabile Erträge.

Damit dieses Gras gute Auflaufbedingungen vorfindet, braucht es ein optimal zubereitetes, feinkrümliges Saatbeet, eine exakte Saat und eine sehr gute Rückverfestigung. Bei langjährigen Mischungen, die langsamer auflaufen, ist es sehr zu empfehlen, das Ausfallgetreide zuerst auflaufen zu lassen und mit der Saat wirklich zu warten, bis wieder eine längere Regenperiode in Sicht ist.

Übersaaten planen

Die Trockenheit (Bise) ist auch im Frühling für Übersaaten vielfach ein Problem. Gute Erfolge können mit Übersaaten anfangs September erzielt werden. Dann ist der Konkurrenzdruck der bestehenden Gräser gering und dank dem Tau steht in der Regel genügend Wasser für die Keimlinge zur Verfügung. So kann bereits im kommenden Frühling ein Mehrertrag realisiert werden.

Geduld mit der Saat

Es lohnt sich oftmals mehr, mit der Saat bis Ende August, Anfang September zu warten, als noch einen grossen Ertrag im Aussaatjahr anzustreben. Eine spätere Saat erhöht die Auflaufsicherheit. Wichtig ist, dass noch ein Säuberungsschnitt gemacht werden kann. Das Schlimmste wäre eine Saat vor einem Gewitter, wenn nachher wieder eine Trockenheit zu erwarten ist. Dann läuft die Mischung sicher auf und vertrocknet nachher garantiert. In den ersten 20 Tagen, nachdem der Sämling aufgelaufen ist, ist er am empfindlichsten. Und zwar nicht nur auf Trockenheit, sondern auch auf hohe Sonneneinstrahlung. Im August kann es am Nachmittag an der prallen Sonne und an exponierten Standorten durchaus auf der Bodenoberfläche gegen 50 Grad Celsius heiss werden. Das verbrennt die anfälligen Keimlinge regelrecht, da hilft auch eine Bewässerung nicht weiter. Nicht zu vergessen sind während einer Regenperiode die Schnecken, welche innert Kürze grosse Schäden verursachen können.

Raigras, ja aber…

Im Prinzip gilt es, bei der Grundfutterproduktion, ein energiereiches Futter anzustreben. Die Raigräser sind die zuckerreichsten und dazu prädestiniert. Sie bringen an futterwüchsigen Lagen mit genügend Niederschlag qualitativ sehr gutes Futter und eignen sich für die intensive Nutzung. Doch längst nicht alle Standorte sind ideal für Raigräser, sei es, weil sie in höheren und rauen Lagen auswintern oder an trockenen Standorten sehr schnell kaum mehr Ertrag bringen.

Die Trockenheitstolerante

Für trockene Standorte sind Mischungen mit Rohrschwingelsorten, wie UFA Helvetia HS, vorzuziehen. Die neu gezüchteten Rohrschwingelsorten sind in jungen Stadien kaum mehr vom englischen Raigras zu unterscheiden und eignen sich für eine intensive Nutzung. Allerdings laufen sie etwas langsamer auf als Raigräser. Dafür wurzeln sie tiefer und bringen in der Trockenheit länger einen Ertrag. Auch kurzfristige Überschwemmungen überstehen sie besser als Raigräser.

Der Allrounder

Für feuchte Standorte, an Waldrändern oder auch in höheren Lagen ist die UFA Swiss HS (ehemals Bergwiese) dank der breiten Mischungsrezeptur sehr anpassungsfähig und kann gut in eine langjähre Wiese überführt werden. UFA Swiss HS ist die Allrounderin, setzt sich mit Knaulgras und Wiesenfuchsschwanz auch an schwierigen Standorten durch und bringt regelmässig Höchsterträge. Sie eignet sich bestens im Mäh-Weide-System.

Wer jedoch in futterwüchsigen Gebieten eine raigrasbetonte Mischung wünscht, hat mit der UFA 420 eine Alternative zu UFA 440 HS.

Queen Gold und Strufu

Bei den dreijährigen Mischungen ist UFA Strufu die Mischung mit zusätzlichem Bastard Raigras. Sehr beliebt ist auch UFA Queen Gold, quasi ein UFA 330 mit einem kleinen Anteil Luzerne als Trockenheitsversicherung. Sie gilt nicht als eigentliche Luzernemischung und ist zu bewirtschaften wie ein UFA 330. Dabei gelten die gleichen Grundsätze wie bei anderen Mischungen auch: Nicht zu tief mähen und nicht in der Hitze Gülle ausbringen. Sie kann ihren Luzerneanteil je nach Standort stark ausdehnen. Wichtig ist ein Boden-pH-Wert von mindestens 6,5. 

Pastor

Der neue Weiderotklee Pastor, welcher ursprünglich von den Juraweiden kommt, erträgt das Beweiden besser als nor maler Mattenklee. Der Wuchs ist niedriger und flacher als beim herkömm lichen Rotklee. Auf Weiden kann er sich länger im Bestand halten, zudem ist er trockenresistenter, ausdauernder und ertragsstabiler. In den Mischungen UFA 40 AR Pastor HS und UFA Trockenweide Pastor HS kommt er gut zur Geltung.

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