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Pflanzenbau

Pferdeweiden sanieren

Eine leistungsfähige Pferdeweide braucht die richtigen Gräser, konsequente Pflege und eine angepasste Nutzung. Wer Lücken früh schliesst, den Boden im Blick behält und Übernutzung vermeidet, schafft eine stabile und produktive Weide für die ganze Saison.

Pferdeweiden gehören zu den am stärksten beanspruchten Grünlandflächen. 

Pferdeweiden gehören zu den am stärksten beanspruchten Grünlandflächen. 

(Mike Bauert)

Publiziert am

PM Feldsamen/Gründüngungen, UFA-Samen

Eine gute Pferdeweide besteht zu einem hohen Anteil aus wertvol‑ len Futtergräsern. Kräuter und Le‑ guminosen sind für Pferde kein Problem, sollten aber jeweils nicht mehr als 10 % ausmachen. Viele Pferdeweiden in der Schweiz werden wegen begrenzter Flächen sehr intensiv genutzt. Hohe Besatz‑ dichten, fehlende Erholungsphasen, starker Tritt, selektives Fressen und tiefer Verbiss schwächen die wertvollen Gräser. Ohne gezielte Pflege sinkt die Qualität der Weide. Die Folge sind Lücken im Bestand und eine zunehmende Verunkrautung.

Ende Winter ist der richtige Zeitpunkt, um den Zustand der Koppeln und Pferde‑ weiden zu prüfen und nötige Sanierungsmassnahmen einzuleiten. Dazu gehören die Beurteilung der Grasnarbe und des Pflanzenbestands. Vor der Sanierung ist der Bo‑ den auf pH‑Wert und Nährstoffe zu prüfen; bestehende Mängel müssen vorher behoben werden. Oftmals lohnt es sich, im Frühjahr 300–400 kg/ha Kalkstickstoff zu streu‑ en. Dadurch werden auch Weideparasiten reduziert. Die Wartezeit von 2–3 Wochen ist einzuhalten.

Übersaat für geschwächte Weiden

Pferdeweiden mit einzelnen Lücken und einem Anteil an wertvollen Gräsern von über 30 % lassen sich durch Übersaaten sanieren. Das Saatgut kann eingestriegelt oder flach als Drillsaat ausgebracht werden. Danach ist es wichtig, die Fläche zu walzen und drei bis fünf Wochen später erstmals zu nutzen, damit die jungen Pflanzen genug Licht und Platz bekommen. Auf eine Stickstoffdüngung sollte vor und bis zur ersten Nutzung nach der Übersaat verzichtet werden, sonst wird der bestehende, gut verwurzelte Alt‑ bestand nur unnötig gefördert.

Lückige Weiden neu anlegen

Auf Winterweiden und Flächen mit vielen Lücken ist eine Neuansaat oft die bessere Wahl. Eine flache Bodenbearbeitung ebnet und schafft ein gutes Saatbett. Die ideale Saattiefe beträgt 1 – 2 cm. Bei der Drillsaat kann man die Saatmenge halbieren und in zwei Durchgängen kreuzweise ausbringen. Das verbessert die Verteilung des Saatguts und sorgt für eine rasch dichter werdende Grasnarbe. Anschliessend in jedem Fall walzen. Regelmässige Schnitte im Abstand von etwa vier Wochen fördern eine dichte und belastbare Grasnarbe. Erst wenn ein geschlossener, trittfester Bestand entstanden ist, sollte die Fläche wieder beweidet werden. Weissklee siedelt sich meist später von selbst an und profitiert vom regelmässigen Weiden.

Unkrautursachen klären

Auf stark verunkrauteten Flächen gilt es vor der Sanierung den Grund für die Ausbreitung der Unkräuter zu klären, um schon begangene Fehler nicht zu wieder‑ holen. Häufig wurden Lücken und Trittschäden nicht rechtzeitig mit erwünschten Gräsern übersät, die Kalk- oder Düngerversorgung war ungenügend, die Fläche wurde übernutzt oder überständige Stellen nicht abgemäht, sodass sich Unkräuter versamen konnten. Die vorhandene Verunkrautung muss vor der Sanierung entfernt werden. Dies geschieht durch Ausstechen, wiederholtes Abmähen, gezielte Bodenbearbeitung oder – wo erlaubt – als letzte Massnahme mit einem Herbizid. Erst da‑ nach sollte die Fläche bearbeitet und neu angesät werden.

Weide nach der Sanierung richtig führen

Nach der eigentlichen Sanierung ist eine angepasste Weideführung und dem Bedarf entsprechende Kalk- und Düngestrategie entscheidend, damit die Weide stabil und produktiv bleibt. Neu entstandene Lücken müssen regelmässig mit erwünschten Grä‑ sern übersät werden, sodass kein Platz für unerwünschte Pflanzen vorhanden ist. Die Weideflächen brauchen zudem ausreichend Ruhezeiten, damit sich die Grasnarbe erho‑ len und regenerieren kann. Koppelweide‑ systeme, Portionenweiden oder zeitweise Abtrennung besonders beanspruchter Be‑ reiche helfen, die Belastung gleichmässig zu verteilen. Zudem sollten Weiden bei nassen Bedingungen möglichst nicht genutzt wer‑ den, um Trittschäden zu vermeiden. Mit guter Planung, fachgerechten Sanierungsschritten und nachhaltiger Bewirtschaftung entstehen leistungsfähige, widerstandskräftige Weiden.

Unser Tipp

Übersaat: Übersaatmischung UFA U– 440 AR Gras Highspeed oder UFA 485 Pferde-/Ponyweide Highspeed mit einer reduzierten Saatmenge von etwa 20 kg / ha. Beide Mischungen enthalten keinen Klee.

Neuansaat: Die auf die speziellen Bedürfnisse von Pferden und Ponys abgestimmte Mischung UFA 485 Pferde-/Ponyweide Highspeed. Sie besteht aus sieben verschiedenen Weidegräsern.

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