Zucker aus Schweizer Rüben ist gefragt; namhafte Getränkehersteller setzen auf die heimischen Kristalle. Die Aussaat startet Anfang März, geerntet wird je nach Ladedatum ab Oktober. Die grösste Herausforderung ist, im Frühling die junge Kultur sauber zu halten. Regelmässige Kontrollen auf Unkraut und Erdflöhe sichern Ertrag und sparen viel Handarbeit. Da Zuckerrüben und Melden zur gleichen Familie gehören, gilt diesem Unkraut besondere Aufmerksamkeit. Wichtig ist, die Dosierung dem Unkraut – nicht den Rüben – anzupassen. Gegen Spätverunkrautung helfen Sorten mit gesundem, breit abdeckendem Blattwerk. Eine gezielte, ausreichend hohe Stickstoffdüngung im 2- bis 4-Blatt-Stadium macht die Zuckerrübe widerstandsfähiger gegenüber Herbiziden und Trockenheit.
Expertentipp
Wie kann ich meine Herbizide bestmöglich einsetzen?
Für eine wirksame Unkrautbekämpfung ist eine frühe Behandlung entscheidend. Je kleiner das Unkraut, desto einfacher und sicherer lässt es sich kontrollieren. Vorsicht gilt jedoch vor und nach Frostperioden, da es sonst zu Herbizidschäden kommen kann.
Warum ist ein Netzmittel so wichtig?
Durch den Einsatz von Injektordüsen zur Abdriftreduktion ist die Benetzung der Unkräuter oft suboptimal. Ein gutes Netzmittel kann dem entgegenwirken. Gondor verstärkt die Herbizidwirkung und wirkt zusätzlich als Anti-Drift-Mittel. Bei schwer bekämpfbarer Melde und Ausfallraps verbessert Zofal R (1 – 2 l / ha) die Benetzung der Unkräuter und erhöht den Brenneffekt.
Was bewirken Blattdünger in Mischung mit Herbiziden?
Ein Vorteil des Blattdüngers in Kombination mit dem Herbizid ist, dass keine zusätzliche Überfahrt nötig ist. Produkte mit zusätzlichen Nährstoffen helfen der Pflanze, Stress durch Herbizide oder Frost zu reduzieren. Stress mindert den Ertrag und macht die Kultur anfälliger für Krankheiten. TopPhos senkt den pH-Wert der Spritzbrühe, wodurch der pH-empfindliche Wirkstoff Phenmedipham stabil bleibt und länger auf dem Unkrautblatt wirkt. Zudem fördert Phosphor das Wurzelwachstum.
Gibt es weitere Tipps?
Seit diesem Frühjahr sind die Pillen mit dem Wirkstoff Flupyradifuron gebeizt. Da das neue Mittel teilweise systemisch wirkt, schützt es nicht nur gegen unterirdische Schädlinge, sondern zeigt auch eine Teilwirkung gegen den Rübenerdfloh. Um diesen Effekt optimal zu nutzen, wird eine spätere Saat empfohlen, damit die Rüben zügig zuwachsen können.
Cyrill Rennhard, Product Manager bei Stähler Suisse SA







