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Pflanzenbau

Die Mischungswahl ist matchentscheidend

Die standortangepasste Mischungswahl legt den ersten Grundstein für ertragreiche Bestände und qualitativ hochwertiges Futter. An sonnenigen Hanglagen sind trockenheitstolerante Arten wie Rohrschwingel und Knaulgras empfehlenswert. Luzerne, die Königin der Futterpflanzen, bringt die höchsten Trockensubstanzerträge. Sie ist jedoch sehr anspruchsvoll bezüglich der Bewirtschaftung.

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(zvg)

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Verkaufsaussendienst, UFA-Samen

UFA-Samen

Der vergangene Sommer wurde in punkto Neuansaaten wegen der anhaltenden Trockenheit zur Geduldsprobe. Als in der zweiten Septemberhälfte endlich etwas vom lang ersehnten Nass bei uns ankam, liefen die kurz zuvor gesäten Futterbaumischungen zügig auf. Es macht keinen Sinn, während der Sommertrockenheit anzusäen, denn Bodentemperaturen von über 50 °C sind im Hochsommer keine Seltenheit. An sonnenexponierten Hanglagen heizt sich der Boden noch stärker auf. Bei solch hohen Temperaturen ist das Risiko, dass die empfindlichen Gräserkeimlinge verbrennen oder verdorren, sehr hoch und der Hauptgrund für das Nichtgelingen der Ansaat. Ein weiteres Problem in der Praxis stellt der unterschätzte Schneckenfrass in Neuansaaten dar. Nebst dem Einsatz einer Glattwalze ist das Auslegen eines mit einem Stein beschwerten Jutesackes und darunterliegenden Schneckenkörnern ein funktionelles Instrument, um Nacktschnecken aufzuspüren. Vor allem die kleinen Schneckenarten, welche sich tagsüber im Boden verkriechen, können erhebliche Frassschäden verursachen.

Trockenheitstoleranz

UFA-Samen führt seit bereits sieben Jahren Futterbauversuche durch. Dabei werden sowohl der Ertrag, als auch der Gehalt des Futters analysiert. Auffallend ist, dass die unterschiedlichen Mischungen an diversen Standorten ertraglich sehr ausgeglichen sind. Viel entscheidender als die Mischung ist das Wetter während der Saison.

Im vergangenen Jahr wurden vermehrt trockenheitstolerante Mischungen mit Luzerne und oder Rohrschwingel nachgefragt. Diese sind in Gebieten mit ausgeprägter Sommertrockenheit empfehlenswert, um für die nächste Sommerwachstumsdepression gewappnet zu sein.

Je länger die Mischung genutzt werden soll, desto wichtiger wird die Rezeptur, beziehungsweise die Mischungswahl, die auf den entsprechenden Standort und die Nutzung abgestimmt sein muss.

Zuchtfortschitt

Die Gräserzüchtung erzielte in den vergangenen Jahrzehnten grosse Fortschritte. Dabei fällt auf, dass die Raigräser nicht immer zu den ertragsstärksten Gräsern gehören. Dank dem Zuchtfortschritt stieg der Blattanteil und somit der Futterertrag. Der Samenertrag bei der Vermehrung der qualitativ besten Gräsersorten ist im Gegensatz zu den ertragsschwächeren geringer (negative Korrelation zwischen Blattmasse und Samenertrag), was die Vermehrung dieser neuen Zuchtsorten verteuert.

Ertragspotenzial

Die Agroscope erhebt seit über 30 Jahren den Ertrag aller wichtigen Futterpflanzenarten und deren Sorten. Luzerne, die Königin der Futterpflanzen, steht mit einem Durchschnittsertrag von knapp 13 t TS / ha an der Spitze (siehe Grafik). Den zweiten Rang belegen Timothe, dicht gefolgt von Rohrschwingel mit einem Ertragsmittel von über 12 t TS / ha. Knaulgras, welches ertraglich meist unterschätzt wird, ist wie Rohrschwingel trockenheitstoleranter als Raigräser. Der Rohrschwingel verdankt die Trockenheitstoleranz seinem ausgeprägten Wurzelsystem, eignet sich somit, um Hitzeperioden zu überstehen und stabilisiert zusätzlich erosionsgefährdete Hänge. 25 Prozent (Gewichtsanteil) der gesamten Mischung UFA Helvetia HS enthält die Rohrschwingel Zuchtsorten Otaria oder Elodie.

Das Ertragspotenzial von Wiesenfuchsschwanz wird meist unterschätzt und liegt in Durchschnitt über 11 t TS / ha. Er ist bezüglich Bodenbeschaffenheit sehr elastisch und in der UFA Swiss HS mit 15 Prozent der Saatmenge enthalten. In den beiden oben erwähnten Mischungen ist der einzige tetraploide Wiesenschwingel Tetrax mit je 70 g pro Are enthalten. Im Mittel liegt der VOS-Gehalt von Tetrax um 20 g / kg TS höher als derjenige der besten diploiden Wiesenschwingel Sorten. Tetrax weist zudem eine bessere Resistenz gegenüber Blattkrankheiten auf, hat eine schnellere Jugendentwicklung, höhere Konkurrenzkraft, ist ausdauernder und eignet sich besser für höhere Lagen als die diploiden Sorten. In den Mischungen UFA Ensil, UFA Strufu, UFA Swiss HS und UFA Helvetia HS beträgt der Tetrax-Anteil 100 Prozent.

Nur für Toplagen

Die hochgepriesenen Raigräser können nur in futterbaulichen Toplagen ertragsmässig mit den oben erwähnten Arten mithalten. Sobald die Sommertrockenheit einsetzt, ist das Wachstum der Raigräser geringer, als das der trockenheitsverträglicheren Arten. Auch bezüglich Nutzung sind Raigräser um einiges anspruchsvoller, als die oben erwähnten Gräser. Qualitativ gehören sie jedoch noch immer zu den besten Futtergräsern . 

«Die Futterbaumischung muss an die Nutzung angepasst sein»

Christophe Mornod aus Pontenet ist Lohnsäer. Im Interview erklärt er, auf was bei der Aussaat von Feldsamen zu achten ist.

UFA-Revue: Was ist Ihnen als Lohnsäer wichtig?

Christophe Mornod: Es ist wichtig, auf die Kundenwünsche einzugehen. Es müssen Faktoren beachtet werden wie die Lage und Exposition der Parzelle, Höhenlage und Bodenbeschaffenheit. Zudem kommt es darauf an, wie lange die Nutzungsdauer ist und ob eine Schnitt- oder Weidenutzung folgt. Die Mischungswahl muss den Tieren angepasst sein. Es ist ein Unterschied, ob die Futtermischung beispielsweise für Hochleistungskühe oder Pferde sein soll. Dabei ist auch die Frage zu beantworten, wieviel Protein produziert werden soll.

Weshalb erwarben Sie eine Sämaschine mit Scheibenscharen?

Mornod: Ich wollte eine polyvalente Sämaschine, die für alle Saatgüter einsetzbar ist, also Getreide, Raps, Feldsamen, Eiweisserbsen, etc. Diese pneumatische Sämaschine ist auch geeigneter für den Hangeinsatz und bei verschiedenen Bodenbedingungen. Die Präzision dieser Saattechnik mit dem stufenlosen Einstellen der Saatmenge von der Traktorenkabine aus hat mich überzeugt. Das Eindrillen der Feldsamen erweist sich als erfolgreicher als die oberflächliche Verteilung, vor allem bei Trockenheit.

Auf was wird bei der Bodenbearbeitung geachtet?

Mornod: Es wird darauf geachtet, dass die Bodenoberfläche abgetrocknet ist. Das Saatbett muss abgesetzt und rückverfestigt sein. Die Bodenbearbeitung ist der Bodenzusammensetzung und den -verhältnissen anzupassen.

Wie wählen Sie die Mischungen von Feldsamen?

Mornod: Auf dem Betrieb befindet sich eine Demo-Futterbaumischungsparzelle im ersten Hauptnutzungsjahr mit folgenden sieben Mischungen: UFA Versuchs mischung für trockene Lagen, UFA 240, UFA Ensil, UFA Strufu, UFA 330, UFA 323 und UFA 330 M. Wir werden sehen, welche Mischungen sich auf diesem Standort etablieren. Zudem sind auch hier die zu anfangs erwähnten Faktoren zu nennen.

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