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Pflanzenbau

Pflanzen für die Bodengesundheit

Im März 2021 fand das internationale Biofumigation 7 Symposium statt. Dabei ging es nicht nur um den Einsatz der Biofumigation als Bekämpfungsmethode gegen bodenbürtige Krankheiten, sondern auch um die Verwendung von Pflanzen im Allgemeinen, um Krankheitserreger und Nematoden im Boden zu verringern.

Sarepta-Senf, eine typische Biofumigations-Pflanze. 

Sarepta-Senf, eine typische Biofumigations-Pflanze. 

(Agroscope)

Publiziert am

Die Biofumigation ist eine natürliche Methode zur Bekämpfung bodenbürtiger Krankheitserreger und Nematoden (siehe Kasten).Die Entwicklung dieser Methode hat vor gut 20 Jahren in Australien begonnen. Um Informationen über diese Methode auszutauschen, wurden seit 2004 sieben internationale Symposien durchgeführt. Ursprünglich für März 2020 in der Schweiz geplant, wurde das letzte Symposium diesen Frühling als online-Veranstaltung durchgeführt. Anders als bei den vorherigen Symposien wurde diesmal auch der Einsatz von Pflanzen behandelt, welche nicht für die Biofumigation verwendet werden.

Die Wirkung dieser Pflanzen beruht auf der Stimulierung der Bodenmikroorganismen.

Angewandte Forschung aus Amerika

Obwohl ein Symposium in erster Linie dem Austausch zwischen Wissenschaftlern dient, wurden an diesem Symposium mehrere, auch für Praktiker, äusserst interessante Vorträge gehalten. Besonders anschaulich war der Vortrag von Robert (Bob) Larkin, einem Forscher des amerikanischen landwirtschaftlichen Forschungsdienstes. Seit über 20 Jahren forscht er im Bereich der Bodengesundheit im Bundesstaat Maine, einer Region mit vergleichbaren klimatischen Bedingungen wie in der Schweiz. In seinem Vortrag präsentierte er Versuche zur Bekämpfung bodenbürtiger Krankheiten im Kartoffelanbau. Seit 2004 testet er in Feldern von Produzenten den Einsatz von verschiedenen Fruchtfolgen, Gründüngern und Zwischenfrüchten. Er prüfte ihre Wirkung vor allem gegen Kartoffelpocken (Rhizoctonia solani)und Kartoffelschorf (Streptomyces scabies), Krankheiten, welche auch in der Schweiz häufig vorkommen.

Direkte und indirekte Wirkung

In seinen Versuchen baute Bob Larkin sowohl Pflanzen an, welche für die Biofumigation benutzt werden (Senf, ­Sudangras) wie auch klassische Gründünger, Zwischenfrüchte und Ackerkulturen (Raigras, Buchweizen, Raps, Mais, Bohnen). Dabei hatten nicht nur die Biofumigations-Pflanzen eine Wirkung, sondern auch Pflanzen, welche keine toxischen Substanzen freisetzen. Die Wirkung dieser Pflanzen beruht auf der Stimulierung der Bodenmikroorganismen. Diese reduzieren ihrerseits die Krankheitserreger im Boden. Deshalb sollte die Menge der eingearbeiteten Biomasse möglichst gross sein, um eine starke Stimulierung dieser Mikroorganismen zu erreichen.

Einarbeiten ist nicht unbedingt nötig

Da der pfluglose Anbau auch eine von Bob Larkins eingesetzten Strategien zur Verbesserung der Bodengesundheit ist, untersuchte er die Bedeutung des Einarbeitens der Pflanzen in den Boden. Es stellte sich heraus, dass auch ohne Einarbeitung mehrere Pflanzenarten den Ertrag der Kartoffeln erhöhten und den Krankheitsbefall verringerten. Aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus untersuchte er die Wirkung von Kulturen, bei welchen ein Teil der oberirdischen Biomasse geerntet wurde. Auch in diesem Fall war noch eine gewisse Wirkung vorhanden. Allerdings war in beiden Fällen die Wirksamkeit geringer, als wenn die Pflanzen eingearbeitet wurden. Eine Wirkung von Biofumigations-Pflanzen ohne Einarbeitung ist von Interesse und wurde auch im Vortrag von Matthew Back erwähnt, einem Nematologen der Harper Adams University in England.

Ausgewogene und diverse Fruchtfolgen

Eine Fruchtfolge über mehrere Jahre war ebenfalls ein Schwerpunkt, welchen Larkin untersucht hatte. Dabei muss vorausgeschickt werden, dass in Maine die klassische Fruchtfolge im Kartoffelanbau genau zwei Jahre dauert, in Abwechslung mit Gerste und Klee. Deshalb sind auch die bis zu 50 Prozent höheren Kartoffelerträge, welche in den Versuchen dank dem Einsatz von Gründüngern oder Zwischenfrüchten erreicht wurden, nicht für die Schweiz zu erwarten.

Schlussfolgerungen und was sich empfiehlt

Bob Larkin schloss seinen Vortrag mit folgenden Empfehlungen ab:

  • ­­Die Wirkung von Gründüngern (mit Einarbeitung) ist immer grösser als die von Zwischenfrüchten (ohne Einarbeitung).
  • Die Bodengesundheit wird am stärksten mit Biofumigations-Pflanzen gefördert.
  • ­Diese Massnahmen alleine genügen nicht, um bodenbürtige Krankheitserreger ganz auszumerzen, sie müssen mit anderen Methoden ergänzt werden.­ 

Grundprinzip der Biofumigation

Die Biofumigations-Methode basiert auf dem Anbau von speziellen Pflanzen­arten, welche nach deren Einarbeitung in den Boden toxische Gase freisetzen. Diese Gase verbreiten sich im Boden und töten dabei die Krankheitserreger und Nematoden ab. Der Nachteil dieser natürlichen Methode ist, dass sie unspezifisch wirkt und auch nützliche Bodenlebewesen abgetötet werden können (wie dies bei der Boden­sterilisierung mit Dampf ebenfalls der Fall ist). Ein Informationsblatt und ein Video zur Biofumigation sind auf www.best4soil.eu vorhanden.

Die Vorträge des Biofumigation 7 Symposiums können auf dem Agroscope Youtube Kanal angeschaut werden. Der Vortrag von Bob Larkin ist auf Deutsch und Französisch untertitelt.

www.youtube.com Suche agroscopevideo Playlists 7th Biofumigation Symposium

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