Pflanzenbau

Sonnenblumen: eine interessante Kultur

Sonnenblumenkulturen sind lohnenswert, da in der Schweiz eine echte Nachfrage besteht. Für einen erfolgreichen Sonnenblumenanbau sollten einige wichtige Regeln bezüglich Sortenwahl und Saatbedingungen beachtet werden. Ausserdem wird nach offiziellen Sortenversuchen der Forschungsanstalt Agroscope eine neue Sorte angeboten.

Die Wahl der Sorte ist entscheidend für einen erfolgreichen  Anbau von Sonnenblumen. 

Publiziert am

Mitarbeiter Region Westschweiz, UFA-Samen

Im Jahr 2016 konnten sich die Sonnenblumenkulturen gleich gut wie beispielweise die Körnermaiskulturen behaupten. Die Nachfrage auf dem Sonnenblumenmarkt ist weiterhin hoch und die Ölwerke werden in diesem Jahr 18 000 Tonnen (davon 12 000 Tonnen HO) übernehmen. Zur Deckung der Nachfrage müssen die Anbauflächen vergrössert und die Erträge pro Fläche erhöht werden. Damit dies gelingt, wurden verschiedene Massnahmen getroffen.

Sortenwahl

In der Schweiz sollte auf eine standortgerechte Sortenwahl geachtet werden. In geeigneten Anbaugebieten (gleich wie in Weinbaugebieten) können Sorten mit einem etwas späteren Reifezeitpunkt verwendet werden. In weniger günstigen Gebieten muss man auf frühreifere Sorten zurückgreifen, damit der Feuchtigkeitsgehalt bei der Ernte möglichst gering ist.

Klassische Sorten

  • Die neue Sorte LG 53.77 bringt im Vergleich zu den Referenzsorten einen um beinahe 15% höheren Ertrag. Es handelt sich zwar um eine frühreife Sorte, sie reift jedoch später ab als Sanluca. Der Reifezeitpunkt ist vergleichbar mit jenem der Sorte LG55.25. 
  • LG 55.25 ist die Referenzsorte. Sie ist auch als unbehandeltes Saatgut für den Bioanbau erhältlich. 
  • Sanluca ist eine sehr frühe Sorte für besonders ungünstige Standorte. Ihr Ertragspotential ist niedriger als bei LG 53.77 und LG 55.25.
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Bei den geernteten Samen ist möglichst wenig Restfeuchte  erwünscht. 

Ölsäurereiche Sorten

  • LG 55.24 HO ist die Hauptsorte für die Ölproduktion. Sie bringtgute Erträge und hat einen frühen Reifezeitpunkt. Sie eignet sichfür günstige Standorte. Das Saatgut ist auch unbehandelt für denBioanbau erhältlich. 
  • Die Sorte LG 54.50 HO ist 2017 letztmals erhältlich. 
  • Aurasol ist eine Sorte für jene Standorte, bei denen der Reifezeitpunkt ausschlaggebend ist für die Sortenwahl. Ihr Ertragspotential ist niedriges als bei LG 55.24 HO. 
  • PR64H42 ist eine Express SX (Nachauflauf-Herbizid) tolerante Sorte. Sie ist besonders geeignet für Standorte mit hohem Unkrautdruck.
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Drei Regeln für eine ideale Aussaat

  1. Sorgfältige Bodenbearbeitung, damit die Pfahlwurzeln tief wachsen können. Bei günstigen Bedingungen erreichen diese eineTiefe von bis zu 3 m. Sonnenblumen entwickeln zudem horizontal einreich verzweigtes Wurzelwerk von 0 bis 30 cm. Daher muss für dieEntwicklung dieser Wurzeln die Bodenoberfläche gelockert sein.Damit die Pfahlwurzeln in die Tiefe wachsen können, sollte dieBildung einer Pflugsohle unbedingt verhindert werden. Dadurch hatdie Pflanze eine bessere Standfestigkeit und ist trockenheitsresistenter. 
  2. Die Aussaat erfolgt, sobald der Boden genügend abgetrocknet und aufgewärmt ist. Bei Frühsaaten wird der Reifezeitpunkt früher erreicht, wodurch auch das gesamte genetische Potential der Sorteausgeschöpft werden kann. Es ist aber unbedingt darauf zu achten, dass nur auf genügend aufgewärmte Böden ausgesät wird, damit das Auflaufen möglichst rasch erfolgt und das Schädlingsrisiko möglichst gering bleibt. 
  3. Der ideale Reihenabstand beträgt 50 cm, damit zwischen den Reihen keine Konkurrenz entsteht, die Bodenreserven besser ausgenützt und möglichst viel Sonnenenergie aufgenommen werdenkann. Die ideale Pflanzenzahl pro Hektar liegt zwischen 65 000 und 80 000 Pflanzen.

Die richtige Sortenwahl und gute Saatbedingungen bilden die Grundlage für einen erfolgreichen Sonnenblumenanbau! 


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