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Landtechnik

Einzelkornsämaschine richtig auswählen

Einzelkornsämaschinen sind Präzisionsmaschinen. Angesichts der Vielfalt der Systeme und der technologischen Optionen ist es mitunter schwierig, bei der Anschaffung einer neuen Maschine den richtigen Kaufentscheid zu treffen. Eine sorgfältige Abklärung der Bedürfnisse hilft bei der Wahl der bestgeeigneten Sämaschine.

Einzelkornsämaschine

Eine optimale Saatkornablage ist entscheidend für ein regelmässiges Auflaufen.

(Bild: Agrar-Landtechnik)

Publiziert am

Aktualisiert am

Redaktor, UFA-Revue

Die Einzelkornsämaschine ist ein Meilenstein für den Anbau von Hackfrüchten. Ein rasches und regelmässiges Auflaufen erfordert eine präzise Aussaat und somit eine Maschine, welche die Saatkörner in der festgelegten Saattiefe und mit gleichmässigem Abstand ausbringt. Das bestehende Angebot an Maschinen und Ausstattungen ist sehr breit, was eine Kaufentscheidung erschwert.

Maschinengrösse

Die Arbeitsbreite ist zweifelsohne ein wichtiges Entscheidungskriterium. Die Saatfläche und die verfügbare Zeit ermöglichen bereits das Bestimmen der Reihenzahl für die Maschine. Die kürzest verfügbare Zeit muss für den Anbau der Kultur ausreichen. «Die grösseren Sämaschinen müssen über einen Klapprahmen verfügen, um auf der Strasse fahren zu können», erklärt Olivier Waber, Landwirt und Lohnunternehmer im waadtländischen Pompaples.

Mit vielen der heute gängigen Maschinen sind Reihenabstände von 37,5 bis 80 cm möglich. «Die Vielseitigkeit einer Einzelkornsämaschine und somit die Option, mehrere Kulturen anzubauen, ist ein wichtiges Kriterium», bestätigt der Unternehmer. Die Möglichkeit, die gleiche Maschine für die Aussaat von Mais und Rüben einzusetzen und hierfür nur die Scheiben auszuwechseln und die Reihenabstände zu ändern, ist ein praktischer Vorteil. Und wird mehr Fläche ausgesät, sinken die Kosten pro Hektare für die Sämaschine.

Spitzentechnologie

Die Hersteller bieten bei den Sämaschinen eine Vielzahl technologischer Ausstattungsoptionen an. Zu klären ist, welches die Vorteile einer zusätzlichen Ausstattung sind im Vergleich zu den höheren Kosten. Im Bereich Ausstattung sind die elektrische Antriebstechnik, die Isobus-Bedienung, das unabhängige Ausschalten der einzelnen Säelemente sowie diverse Sensoren zu erwähnen.

«Eine elektronische Aussaatkontrolle ist heute unerlässlich», bestätigt Waber. «Taucht bei einem Säelement ein Problem auf, kann man dank einer Anzeige sofort reagieren und so vermeiden, dass in einer Reihe nicht gesät wird.» Verschiedene Hersteller setzen auf Hochgeschwindigkeits-Sämaschinen, mit denen höhere Fahrgeschwindigkeiten von 12 bis 14 km / h möglich sind. Mit diesem Sämaschinentyp ist eine präzise Saatkornablage möglich, was aber auch eine gute Bodenvorbereitung voraussetzt. Interessant ist eine hohe Aussaatgeschwindigkeit vor allem bei sehr langen Parzellen mit im Verhältnis geringeren Wendezeiten am Vorgewende.

Die genaue Kornablage im Boden muss in jedem Feld kontrolliert werden.

Die Technologie der Dosierung und Förderung des Saatguts durch Überdruck wird immer häufiger eingesetzt. Väderstad hat die genaue Körnerablage per Überdruck auf Hochgeschwindigkeitsmaschinen eingeführt. Und heute bieten alle Hersteller Überdruck-Einzelkornsägeräte an.

Checkliste: Wahl der Einzelkornsämaschine in acht Schritten

  1. Vielseitigkeit der Sämaschine – leicht verstellbare Reihenabstände für verschiedene Kulturen
  2. Arbeits- und Transportbreite – der Strassentransport muss eingeplant werden
  3. Technologische Ausrüstung – notwendiges Ausstattungsniveau (Einzelausschaltung, Saatkontrolle, Isobus, Variable Rate usw.)
  4. Saatgeschwindigkeit – Aussaat 7 bis 8 km / h oder Hochgeschwindigkeits-Sämaschine
  5. Vakuum- oder Überdrucktechnologie – beeinflusst die Aussaatgenauigkeit bei hohen Geschwindigkeiten
  6. Säelemente – Aufhängung, Klutenräumer, Scheibenart, Bodenschluss der Saatkörner, Rückverfestigung
  7. Einfache Einstellung der Sämaschine (Werkzeuglos) – Abstand, Saattiefe, Druck auf die Säelemente
  8. Erstellen eines detaillierten Pflichtenhefts.

Das Kernstück der Sämaschine

Das Säelement ist und bleibt das Kernelement der Sämaschine. «Jedes Saatkorn sollte idealerweise in der gleichen Tiefe abgelegt werden und Kontakt mit feinkrümeligem Boden haben, was insbesondere für den Anbau von Zuckerrüben gilt», präzisiert Waber. Weiter sorgt der regelmässige Abstand zwischen den Samen für eine gleichmässige Entwicklung der einzelnen Pflanzen.

Das Säaggregat muss für die Vorbereitung der Saatreihe die Saatkornablage sowie die Rückverfestigung und das Schliessen der Furchen sicherstellen. Hierzu kann mit den auf einem Parallelogramm gelagerten Säelementen ein bestimmter Druck angewendet und die Schläge abgefedert werden. Anschliessend öffnet eine Doppelscheibe mit grossem Durchmesser die Saatreihe, in die das Saatkorn abgelegt wird. Die Tasträder kontrollieren die Saattiefe. Zuletzt stellt ein Andrücksystem sicher, dass der Kontakt des Saatkorns mit der feinkrümeligen Erde gewährleistet ist und die Saatfurche geschlossen wird. Für Olivier Waber gehören ein geripptes Scheibensech und ein gutes Rückverfestigungs system zu den wichtigsten Kriterien einer Einzelkornsämaschine. Trotzdem muss in jedem Feld die genaue Kornablage im Boden durch den Fahrer kontrolliert werden.

Kaufentscheid

«Die automatische Anpassung der Saatdichte auf der Basis einer Ertragskarte ist eine interessante Variante», erklärt Waber, der häufig Parzellen mit völlig unterschiedlicher Erdbeschaffenheit bestellt. Zudem haben die Wartung der Sämaschine und der Ersatz von Verschleissteilen einen erheblichen Einfluss auf die Genauigkeit der Saatkornablage.

Letztlich empfiehlt sich, für die Wahl der richtigen Sämaschine ein «Pflichtenheft» zu erstellen. Je genauer dieses ausformuliert ist, desto besser kann der Maschinentyp ermittelt werden, der den spezifischen Bedingungen am ehesten entspricht. 

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