Die Versuchsstation Nährstoffflüsse hat die finalen Auswertungen ihres ersten grossen Teilprojekts vorgestellt. Laut Agroscope wurden auf den beteiligten Betrieben über mehrere Jahre sämtliche Nährstoffzuflüsse und -abflüsse bilanziert. Damit soll sichtbar werden, wo Stickstoff und Phosphor auf Betriebsebene anfallen, genutzt werden und verloren gehen.
Mengen erfassen statt schätzen
Für die Praxis zentral ist die Qualität der Datenerfassung. Die gemessenen Nährstoffgehalte in Futtermitteln und Hofdüngern stimmten gemäss Agroscope gut mit bestehenden Referenzwerten überein. Die grössten Unsicherheiten entstanden dagegen bei der mengenmässigen Erfassung, etwa wenn Gewicht und Menge von Heu oder Siloballen geschätzt werden. Solche Abweichungen beeinflussen die Bilanzresultate und müssen bei deren Interpretation berücksichtigt werden.
Ein einfaches Gülle-Hydrometer konnte die Gülle-TS zufriedenstellend messen.
Untersucht wurden auch Methoden zur Beurteilung der Hofdüngerqualität. Ein getestetes Nahinfrarot-Spektrometer bestand den Praxistest bei der Gülleanalyse wegen zu grosser Abweichungen zu Laborwerten nicht. Ein einfaches Gülle-Hydrometer konnte dagegen die Trockensubstanz der Gülle zufriedenstellend messen.
In der nächsten Projektphase sollen auf Basis der erhobenen Daten Massnahmen zur Reduktion von Stickstoff- und Phosphorverlusten auf einzelbetrieblicher Basis geprüft und, wo sinnvoll, gemeinsam mit den Betrieben umgesetzt werden.
Merkblätter zu Nährstoffkreisläufen
Agroscope stellt online eine laufend erweiterte Serie von Merkblättern zur Optimierung der Stickstoff- und Phosphorkreisläufe bereit. Die Merkblätter ordnen einzelne Massnahmen nach Themenbereichen ein und zeigen kurz auf, welche Vorteile, Zielkonflikte und wirtschaftlichen Aspekte damit verbunden sind. Behandelt werden unter anderem Düngung, Acker- und Futterbau, Boden, Nutztiere, Landnutzung und Spezialkulturen.
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