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Nutztiere

Kaninchenmast: Mehr Fleisch am Knochen

Die Kaninchenmast in der Schweiz hat Potenzial. Die Nachfrage nach regional produziertem Fleisch übersteigt das inländische Angebot. Welche Faktoren über Erfolg und Misserfolg entscheiden und warum die gewählten Absatzkanäle beim Kaninchenfleisch eine besonders wichtige Rolle spielen.

Kaninchenmast: Mehr Fleisch am Knochen
(Nicole Matt)

Publiziert am

Kaninchenspezialist, UFA AG

Für Betriebe mit Interesse an Diversifizierung bietet die Kaninchenmast Potenzial in einem Segment mit bestehender Nachfrage. Eine erfolgreiche Profi-Haltung beginnt bei der Stallgestaltung. Kaninchen reagieren sensibel auf Klima und Luftqualität. Gute Belüftung, trockene Liegeflächen und strukturierte Buchten fördern Tiergesundheit und Leistungsfähigkeit. In der Mast haben sich überschaubare Gruppengrössen von 16 bis 20 Tieren bewährt. Sie erleichtern die Tierkontrolle und unterstützen eine gleichmässige Entwicklung. Neben durchdachten Haltungssystemen ist auch die biologische Produktivität der Kaninchen ein Erfolgsfaktor. In der Zucht dienen rund 50 abgesetzte Jungtiere pro Zippe und Jahr als Orientierungsgrösse für eine effiziente Produktionsplanung und klare Struktur im Betriebsablauf.

Konstante und hochwertige Rationen

Wichtig für eine erfolgreiche Kaninchenmast: die Fütterung. Mastkaninchen nehmen während eines Durchgangs rund acht Kilogramm Futter auf. Sie haben ein empfindliches Verdauungssystem und brauchen eine strukturreiche Ration. Hohe Rohfasergehalte, insbesondere gutes Heu, stabilisieren die Darmgesundheit und fördern gleichmässige Tageszunahmen. Würfelförmige Mischfutter verhindern, dass die Kaninchen das Futter zerlesen, und ermöglichen somit eine vollständige Nährstoffaufnahme. Eine gleichbleibende Qualität und eine abgestimmte Nährstoffzusammensetzung sichern wiederum eine harmonische Entwicklung.

Das Füttern von Würfeln verhindert Selektionsverhalten und ermöglicht eine vollständige Nährstoffaufnahme.

Strategie in der Vermarktung nutzen

Weil die breite Verankerung im Konsumalltag fehlt, setzen Betriebe auf spezialisierte Metzgereien, Gastronomie und insbesondere die Direktvermarktung. Bei der Direktvermarktung können Produzentinnen und Produzenten Kriterien wie das Tierwohl, kurze Transportwege und lokale Herkunft, aber auch den Verarbeitungsgrad direkt im Preis abbilden. Es geht also nicht nur darum, ein qualitativ hochwertiges Produkt zu produzieren, sondern auch darum, die Vorteile von Nischenstrategie und Differenzierung bei der Vermarktung voll auszuschöpfen. Damit am Ende auch für die Produzentinnen und Produzenten trotz hoher Produktionskosten aus finanzieller Sicht mehr Fleisch am Knochen bleibt.

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