Nutztiere

Investition in die Produktionsphase

Die Aufzucht ist der Grundstein für eine wirtschaftliche Produktionsphase. Damit das genetische Potenzial in der Legephase optimal ausgenutzt werden kann, sind während der ersten Hälfte der Aufzucht das Lichtprogramm und die Fütterung optimal einzustellen.

Aufzuchthennen in der 12. Alterswoche. Der grösste Teil der Anlagenentwicklung ist zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen.

(Bild: Peter Röthlisberger)

Publiziert am

Geflügelspezialist, UFA AG

Vorsitzender der Geschäftsleitung, Burgmer Geflügelzucht AG

Ziel der Aufzucht ist eine homogene Herde mit einem idealen Körpergewicht und einer hohen Futteraufnahme, die zum gewünschten Zeitpunkt mit dem Legen beginnt. In der Schweiz gibt es keine Zuchtunternehmen – die Grosselterntiere für die Eierproduktion kommen aus dem Ausland. Das genetische Potenzial ist vorgegeben. Es muss während der Aufzucht über das Lichtprogramm, die Fütterung und das Management, den Bedürfnissen des Legebetriebes angepasst, ausgenutzt werden.

Lichtdauer beeinflusst Gewicht des Huhnes

Mit dem Lichtprogramm wird die Futteraufnahme gesteuert. Je länger die Lichtdauer, desto mehr fressen die Tiere, was die körperliche Entwicklung vorantreibt. Die Lichtdauer beeinflusst ebenfalls am Schluss der Aufzucht den Beginn der Geschlechtsreife sowie das Eigewicht. Untergewichtige Junghennen haben zu wenig Körperreserven; sie legen leichtere Eier. Bei schweren Tieren besteht die Gefahr, dass sie verfetten und später Stoffwechselprobleme entwickeln.

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Grafik 2 zeigt beispielhaft eines von vielen möglichen Lichtprogrammen. In der Phase bis zur zehnten Alterswoche geschieht der Grossteil der körperlichen Entwicklung der Aufzuchttiere (Grafik 1). Nach zwölf Wochen sollten 95 Prozent des Rahmens entwickelt sein. Ist dies nicht der Fall, hat dies einen negativen Einfluss auf das spätere Eigewicht. Versucht man in der zweiten Hälfte der Aufzucht ein Gewichtsdefizit aufzuholen, verfetten die Hühner und der Rahmen bleibt unterentwickelt.

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Auch die Wahl des Futtergehaltes und die Futterstruktur haben einen Einfluss auf die Entwicklung. In der späteren Legephase braucht die Henne genügend Magen-Volumen und Magen-Muskulatur, damit sie genügend Nährstoffe aufnehmen und verwerten kann. Ungefähr ab der elften Alterswoche (AW) bleibt die tägliche Lichtdauer auf tiefem Niveau (Grafik 2). Nicht in jedem Fall wird diese auf acht Stunden gesenkt. Einmal auf dem Minimum, darf die Lichtdauer nicht frühzeitig erhöht werden, da dies zu einer unerwünschten Stimulation führt. Die Entwicklung der Geschlechtsreife wird in dieser Phase künstlich gesteuert und gebremst.
Ab der 16. bis 18. AW wird die tägliche Lichtdauer gesteigert, was die Legereife stimuliert. Ein frühes Verlängern der Lichtdauer führt zu früher Legereife aber zu kleineren Eiern während der ganzen Legephase, weil die Hennen bei Legebeginn leichter sind.
Es ist wichtig, dass der Aufzüchter die Bedürfnisse des Eierproduzenten kennt und so in die gewünschte Richtung Einfluss nehmen kann.

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Junghennen in der 18. Alterswoche. Nur gut entwickelte Aufzuchthennen sind in der Lage, später die gewünschte Leistung zu erbringen.

(Bild: Peter Röthlisberger)

Gewichtskontrolle

Das Gewicht der Küken oder Junghennen muss regelmässig kontrolliert und mit der Soll-Gewichtskurve verglichen werden. Mithilfe automatischer Waagen hat der Tierhalter das Gewicht immer unter Kontrolle und kann bei Bedarf Anpassungen vornehmen. Da braune und weisse Aufzuchthennen unterschiedlich schwer sind, müssen bei gemischten Herden die Tiere regelmässig von Hand gewogen werden.
Durch die Gewichtskontrollen wird auch die Uniformität der Hennen eruiert, welche ein wichtiger Indikator für die Aufzuchtqualität ist. In der 15. bis 16. AW sollte die Uniformität bei mindestens 80 Prozent liegen.

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Beispiel für die Ermittlung der Uniformität:

90 Junghennen wiegen insgesamt 80’125 g
Das durchschnittliche Gewicht ist somit 890 g
890 x 10% = 89g
890 + 89 = 979g
890 – 89 = 801
78 der 90 Aufzuchthennen haben ein Gewicht im Bereich von 801 bis 979 g.
78/90 = Uniformität von knapp 87 %

Einmal täglich leer fressen

In grösseren Ställen werden die Küken nebst separat aufgestellten Futtertellern, mit der automatischen Fütterungsanlage gefüttert. Da die Futteraufnahme noch gering ist, soll die Anzahl Fütterungen tief gehalten werden (1 bis 3 Mal täglich). Die erste Fütterung erfolgt kurz nach Einschalten des Lichtes, damit die Küken aktiv werden. Sobald sie mehr fressen, wird die Anzahl täglicher Fütterungen erhöht und die Futterteller werden nach und nach entfernt. Wichtig ist, dass der Trog einmal pro Tag leer gefressen wird. Dies wird mit einer längeren Pause, am besten in der Mitte der Hellphase, erreicht. Dadurch wird auch der Feinanteil gefressen; zudem fressen die Hühner bei den anderen Fütterungen mehr. Zusammen mit der möglichst tiefen Anzahl Fütterungen erhöht dies das Magenvolumen, sodass die Futteraufnahme zu Beginn der Legetätigkeit hoch genug ist. Fressen die Hühner bei Legebeginn nicht genug, besteht die Gefahr eines Nährstoffmangels.

Phasenfütterung

Der Bedarf der jungen Hennen verändert sich mit dem Wachstum. Eine Phasenfütterung ist deshalb notwendig. Es gibt zwei- und dreiphasige Aufzuchtprogramme. Mit beiden Systemen erreicht man die gewünschte Junghennenqualität. Die Vorliebe des Betriebsleiters oder die technischen Möglichkeiten bestimmen das Fütterungsregime.
Beim Futter sollte darauf geachtet werden, dass das Mahlgut nicht zu fein, sondern eher grob vermahlen wird. Somit hat das Futter eine bessere Faserwirkung, was für den Verdauungstrakt sowie die Kropfentwicklung von grosser Bedeutung ist. Mit einem strukturierten Mehl oder mit einem Expandat, kann diesem Umstand am besten Rechnung getragen werden. Diverse Studien aus dem In- und Ausland weisen immer wieder darauf hin, wie wichtig die richtige Vermahlung für die Magen-Darm- und Kropfentwicklung ist. Mit der UFA Expander-Futterstruktur sind die Aufzuchthennen optimal mit Fressen beschäftigt und lernen, genügend Futter aufzunehmen. Pellets und Crumbs eignen sich in dieser Phase weniger, weil das Mahlgut fein vermahlen wird und die Tiere weniger lang mit Fressen beschäftigt sind. Dies kann Untugenden, wie zum Beispiel Federpicken, hervorrufen, die in der Produktionsphase zu Problemen führen.

Management-Tipps

Kontrollgänge Anfangs 4 bis 5x täglich; ab 5. AW 2x täglich: 

  • Kontrolle Wasser 
  • Federn in Einstreu 
  • Gefiederschäden 
  • Luftqualität 
  • Trockene Einstreu
  •  Voller Kropf nach Futteraufnahme? 
  • Wird der Futtertrog 1 x pro Tag leer gefressen? 
  • Kettenreiter beachten (Küken, die auf der Kette mitfahren)

Regelmässig Gesundheitszustand beurteilen (MTool)

Wachstum wöchentlich mit der Sollkurve vergleichen

Tierbeobachtung

Eine intensive Tierbeobachtung mit der Kontrolle des Gewichts und der Futteraufnahme ist wichtig, um Abweichungen vom Soll frühzeitig zu erkennen. Nebst der Stallkarte ist MTool eine bewährte Hilfe zur regelmässigen Kontrolle des Gesundheitsund Entwicklungsstandes der Herde. Nur mit frühzeitigem Erkennen von Abweichungen oder Untugenden, kann auch rechtzeitig reagiert werden. Beim Gefiederwechsel oder bei Anzeichen auf Federpicken, ist die Lichtintensität vorübergehend zu reduzieren. Beschäftigungsmöglichkeiten wie der UFA-Pickstein Picnic Harmonie, Weizenstroh allerbester Qualität, oder ofengetrocknete Luzerne sollen jederzeit angeboten werden. Diese dienen zur Beschäftigung und sind kein Futterersatz. Quarzgrit hilft, rohfaserreiches Beschäftigungsmaterial zu verdauen und den Muskelmagen zu trainieren. 

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