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Nutztiere

Hilfe vom Tierarzt: «Mineralstoffmangel bei Schafen und Ziegen?»

Woran erkennt man einen Mineralstoffmangel bei Schafen oder Ziegen und wie sieht die bedarfsgerechte Versorgung aus?

Schafe auf Weide_smü_05.20 (11)
(Bild: Sandra Mühlethaler, UFA AG)

Publiziert am

Beratungs- und Gesundheitsdienst für Kleinwiederkäuer BGK

Mineralstoffe und Spurenelemente werden für verschiedene Regelmechanismen im Stoffwechsel benötigt.

Mengenelemente

Bei den sogenannten Mengenelementen spielen bei Schafen und Ziegen Kalzium und Phosphor eine übergeordnete Rolle. Neben der Menge ist das Verhältnis zwischen diesen beiden Stoffen wichtig. Es sollte in einer ausgewogenen Futterration 2 : 1 betragen, im Gegensatz zu den Rindern auch während der Trächtigkeit. Probleme mit Festliegen rund um den Geburtszeitpunkt, Wachstumsstörungen bei Jungtieren oder Harnsteinbildung bei Böcken können Indizien für eine fehlerhafte Versorgung mit den Mengenelementen Kalzium und Phosphor sein.

Spurenelemente

Bezüglich der Spurenelemente werden in der Praxis häufig die typischen Anzeichen einer mangelhaften Versorgung mit Kupfer und Zink angetroffen.

Die Symptome eines Kupfermangels sind die sogenannte Kupferbrille (Pigmentverluste des Haarkleids im Augenund Nasenbereich), Leistungsschwäche, Abmagerung, Struppigkeit und bei Jungtieren neurologische Symptome wie Hinterhandschwäche. Bei Zinkmangel sind Krustenbildungen im Ohr-, Nasen- und Augenbereich zu beobachten. Der Kupferbedarf von Schafen ist tiefer als jener der Ziegen. Ausserdem reagieren Schafe empfindlicher auf eine Überversorgung. Deshalb gibt es einen klaren Unterschied bei der Versorgung mit diesen Stoffen bei den beiden Tierarten. Bei Schafen ist in der Regel keine zusätzliche Gabe von Kupfer nötig, da der Bedarf über das Grund- und das Kraftfutter gedeckt ist. Bei Ziegen sollte der Kupfergehalt bei 500 bis 1000 mg / kg Mineralstoffmischung liegen. Der Zinkgehalt eines Schaf mineralstoffes sollte 2000 bis 4000 mg / kg betragen, derjenige für Ziegen 4000 bis 6000 mg / kg.

Mineralstoff vorlegen

Von einer Mischung mit oben genannten Gehalten sollten zwischen 20 und 30 g pro erwachsenes Tier und Tag angeboten werden. Man kann nicht davon ausgehen, dass die Tiere diese Menge freiwillig aufnehmen. Daher sollten die Mineralstoffe in loser Form pro Tier und Tag verfüttert werden. Falls Mineralstoffe in Form eines Lecksteins oder einer Leckmasse eingesetzt werden, sollte man den Verzehr durch regelmässiges Wiegen überprüfen.

Viehsalz hingegen kann in einer Menge von 5 bis 10 g pro Tier und Tag oder zur freien Verfügung als Leckstein angeboten werden.

Eisen

Eine Besonderheit liegt beim Spurenelement Eisen vor. Die Bedarfsabdeckung der erwachsenen Schafe und Ziegen ist durch die Aufnahme aus frischem Grünfutter oder konserviertem Dürrfutter gewährleistet. Eine weitere Supplementierung von Eisen im Mineralstoff ist aus diesem Grund nicht nötig und auch nicht sinnvoll, da Eisen die Aufnahme von Zink und Kupfer aus dem vorgelegten Mineralstofffutter hemmt.

Mangel verhindern

Liegt ein Mangel an Spurenelementen vor, kann dieser nur langsam über die kontinuierliche Gabe einer geeigneten Mineralstoffmischung korrigiert werden. Es erfordert meistens eine Genesungszeit von mehreren Monaten. Daher lohnt es sich, die Mineralstoffversorgung je nach Tierart sorgfältig zu planen und zu überprüfen.

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