Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Abferkeln ist die Gesamtplanung der Galtsauenration. Diese soll den Grundbedürfnissen der jeweiligen Phase entsprechen. Ein gutes Galtsauenfutter weist einen erhöhten Rohfasergehalt auf für ein gutes Sättigungsgefühl. Der Energiegehalt ist im Vergleich zum Proteingehalt hoch, um den Aufbau der Körperreserven bis zum 85. Trächtigkeitstag zu ermöglichen. Dasselbe Futter wird meistens auch für die hochtragenden Tiere eingesetzt. Mit dem zunehmenden Wachstum der ungeborenen Ferkel steigt der Energie- und Aminosäurenbedarf der Sau, weshalb die Tagesration entsprechend erhöht wird. Wo es technisch möglich ist, lohnt sich für eine tierindividuelle Fütterung die Prüfung einer zweiphasigen Galtsauenfütterung.
Raufutter einplanen
Parallel dazu sollte Raufutter ergänzt werden, um die Tierschutzvorgaben zu erfüllen und die Sättigung der Sauen sicherzustellen. Raufutter haben meist eine hohe Kationen-Anionen-Bilanz (KAB) wodurch der Kalziumstoffwechsel beeinträchtigt wird. Bei Galtrationen, in denen mehr als 15 % der täglichen TS-Aufnahme aus Raufutter stammen, sollte die Ration gründlich geprüft werden (siehe Kasten). Eine Analyse des eingesetzten Raufutters ist dabei zentral, da besonders der Kaliumgehalt im Dürrfutter und auch in Trockenschnitzeln stark variabel ist. Entsprechend kann die KAB der Gesamtration variieren.
Sanfter Futterwechsel
Trotz vorbeugender Massnahmen und guter Planung können rund um das Abferkeln Probleme auftreten. Die Übergangsfütterung in der Woche vor dem Abferkeln spielt daher eine Schlüsselrolle. Ein Verschnitt vom faserreichen Galt- zum nährstoffdichten Säugendfutter beim Futterwechsel unterstützt die Verdauung und senkt den Stress rund um die Abferkelphase. Alternativ stehen Geburtsvorbereitungsfutter zur Verfügung, welche die Faserversorgung und die Kalziumverfügbarkeit gleichermassen berücksichtigen.
Kalziumverfügbarkeit sicherstellen
Häufig liegen die Ursachen von langen Geburten, tot geborenen Ferkeln oder erhöhtem PPDS-Druck in einer Kalziumfunktionsstörung. Dabei steht der Sau während der Geburt zu wenig frei verfügbares Kalzium zur Verfügung. Auslöser dafür ist meist eine Disbalance im Elektrolythaushalt. Die Differenz zwischen Kationen und Anionen wird als Kationen-Anionen-Bilanz (KAB) bezeichnet. Liegt die KAB über 400 mmol pro kg TS, spricht man von einer basischen Stoffwechsellage. Dadurch funktionieren die Mechanismen zur Kalziumregulation vor der Geburt nicht ausreichend, die Parathormonsignale werden im Stoffwechsel folglich nur unvollständig umgesetzt. In Folge steht der Sau zu wenig Kalzium zur Verfügung, was Wehentätigkeit, Darmmotorik und Muskelkontraktionen beeinträchtigt, was einer metabolischen Alkalose entspricht.
Die Kationen-Anionen-Bilanz beeinflusst den Geburtsverlauf massgebend.
Vorbereitungswoche einhalten
Ein Absenken der KAB in der Woche vor dem Abferkeln vermeidet dies. Durch die Erhöhung der sauer wirkenden Anionen mit einem Geburtsvorbereitungsfutter wird die Kalziummobilisation gefördert und der Sau steht ausreichend Kalzium zur Verfügung. Gleichzeitig wird der Harn-pH abgesenkt, wodurch ein saures Milieu entsteht. Dies hemmt krankmachende Keime in Harn- und Geburtswegen und senkt somit das Infektionsrisiko. Die Voraussetzungen für eine rasche Geburt und mehr lebend geborene Ferkel sind somit geschaffen. Gleichzeitig wird eine optimale Verdauung der Sau sichergestellt, wodurch Probleme rund ums Abferkeln vorgebeugt werden.
Geburtsvorbereitungsanalyse
Dank umfangreicher Rationsüberprüfungen verfügt UFA über viel Erfahrung zur optimalen KAB. Betriebe, die eine zu hohe KAB erfolgreich reduzieren konnten, berichten von besseren Geburtsverläufen und einem stabileren Start in die Säugendphase. Zur Unterstützung steht im UFA-Fütterungsplan ein KAB-Rechner zur Verfügung. Zusätzlich kann UFA 362-1 All-in-One in den sieben Tagen vor bis zwei Tage nach der Geburt eingesetzt werden. Die enthaltenen sauren Salze senken die KAB zuverlässig und verschieben den Harn-pH in den gewünschten sauren Bereich. In der Praxis zeigen sich schnellere Geburten, weniger PPDS sowie ein besseres Fressverhalten der Sauen. Die UFA-Geburtsvorbereitungsanalyse nimmt nur wenige Minuten in Anspruch. Die Angaben werden von der UFA geprüft und daraus ein optimaler Lösungsansatz für den Betrieb abgeleitet.









