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Nutztiere

Was Muni fressen

Dank dem neuen Munimaststall am Agrovet Strickhof in Eschikon (ZH) können interessante und genaue Versuche mit Mastmuni unter praxisnahen Schweizer Bedingungen durchgeführt werden. Ein gemeinsamer Versuch von UFA und dem Strickhof brachte interessante Resultate bezüglich Futterverzehr, Futterverwertung und Tageszunahmen.

Der Versuchsstall am Strickhof ermöglicht, die Fütterung so einzustellen, dass jedes Tier nur an dem ihm zugewiesenen Fressplatz fressen kann.

Der Versuchsstall am Strickhof ermöglicht, die Fütterung so einzustellen, dass jedes Tier nur an dem ihm zugewiesenen Fressplatz fressen kann.

(Bild: Jonas Salzmann)

Publiziert am

Aktualisiert am

Mitarbeiter Marketing, UFA AG

Student Hochschule für Agronomie-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL)

Im Rahmen einer Semesterarbeit der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) in Zollikofen wurde ein Versuch bei Mastmuni ausgewertet, der die UFA AG zusammen mit dem Strickhof durchgeführt hat. Im Zentrum des Versuchs stand der Einsatz eines Aromazusatzstoffs, welcher jedoch weder positive noch negative Effekte bei den Muni hervorrief. Dennoch liefern die gewonnenen Daten interessante Resultate.

Einstallen und Abtränken

Am 4. März 2020 wurden am Strickhof 30 männliche AA-Tränker eingestallt. Diese wurden bis zum Umstallen in den Maststall gleich gehalten und gefüttert. Die Tränker wurden mit 56 Tagen abgetränkt. Ende Mai und mit einem Lebendgewicht (LG) von durchschnittlich 170 kg, wurden die Muni anhand ihres Gewichts in drei Gruppen eingeteilt und in den Maststall umgestallt. In Bucht 1 waren die leichtesten Muni mit durchschnittlich 147 kg LG, in Bucht 2 die mittelschweren mit durchschnittlich 161 kg LG und in Bucht 3 die schwersten Muni mit durchschnittlich 206 kg LG. Vergleicht man die Gruppen mit ihrem Einstallgewicht als Tränker, zeigt sich, dass die Muni in Bucht 1 ein durchschnittliches Einstallgewicht von 81 kg hatten und die Muni von Bucht 3 im Schnitt 87,7 kg schwer waren. Der Vergleich lässt also den Schluss zu, dass die schwereren Tränker in der Tränke- und Absetzphase den besseren Tageszuwachs (TZW) erzielten als die leichteren Tränker.

Der Verzehr

Die Grundfutterration bestand während der ganzen Mast aus 80 Prozent Mais silage und 20 Prozent Grassilage. Ergänzt wurde sie mit einem Vormastfutter und ab Masthälfte mit einem hochkonzentrierten Ausmastfutter. Ziel der Rationsgestaltung war, eine repräsentative Ration zu erstellen, wie sie oft in Schweizer Mast betrieben anzutreffen ist. Jeder Muni konnte mittels Transponder nur an einem ihm zugewiesenen Fressplatz fressen. Dies erlaubte, zweimal wöchentlich den genauen Verzehr der Einzeltiere zu messen. Über alle Gruppen hinweg hat der tägliche Verzehr bis rund 300 kg stark zugenommen und ist auf 8 kg TS gestiegen. Bis zum Mastende hin stieg der Verzehr nur noch leicht auf knapp 9 kg TS. Die maximale Kraftfuttermenge pro Muni lag bei 2,5 kg. Die Bucht 1 hatte von Anfang Juni bis Mitte Dezember einen durchschnittlichen TS-Verzehr von 7,3 kg. Die Muni der Bucht 3 frassen im selben Zeitraum pro Tag rund 700 g mehr. Da ein Grossteil der Muni entweder einen Limousin- oder Angusstier als Vater haben, wurden diese beiden Rassen im genannten Zeitraum ebenfalls miteinander verglichen. Die Angustiere nahmen durchschnittlich 730 g mehr Futter (TS) auf als die Limousintiere.

QUER gelesen

  • Schwerere Tränker erzielten im Versuch in der Tränke- und Absetzphase den besseren Tageszuwachs (TZW) als die leichteren.
  • Der durchschnittliche Verzehr ab 170 kg LG lag bei 7,6 kg Trockensubstanz (TS).
  • Die Masttiere im Versuch hatten eine Futterverwertung von 4,76 kg/kg.
  • Ein möglicher Grund für die relativ gute Futterverwertung wird im Gruppenmanagement gesehen – die Tiere waren ab dem Umstallen mit 170 kg immer in derselben Gruppe.
  • Ein hoher Tageszuwachs bedeutet nicht automatisch eine bessere Futtereffizienz.

Futterverwertung

Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit ist das Zusammenspiel zwischen Verzehr und Zuwachs, was bei diesem Versuch anhand der Futterverwertung beschrieben wurde. In Versuchen der UFA im Jahr 2015, bei denen die Futterverwertung (ICV – indice conversion viande) auf fünf Praxisbetrieben untersucht wurde, lag der ICV durchschnittlich über die gesamte Mast (150 kg bis 550 kg) bei 5,52. Das bedeutet, dass die Muni für ein Kilogramm Zuwachs 5,52 kg TS aufnahmen. Beim Versuch am Strickhof lag der ICV bei gleichen Gewichten durchschnittlich bei 4,76 kg / kg. Somit haben die Muni am Strickhof pro Kilogramm Zuwachs fast 800 g TS weniger Futter aufgenommen als die Muni in der Auswertung von 2015. Ein möglicher Grund für die bessere Futterverwertung könnte das Gruppenmanagement gewesen sein. Die Arbeit von 2015 hat deutlich aufgezeigt, dass derjenige Betrieb mit den meisten Gruppenwechseln von Einzeltieren die schlechteste Futterverwertung hatte. Am Strickhof blieben die Muni nach dem Umstallen mit 170 kg stets in derselben Gruppe. Auch das Fressplatzangebot am Strickhof, wo die Muni immer im selben Fanggitter gefressen haben und somit keine Konkurrenz am Futtertisch hatten, könnte zur sehr guten Futterverwertung beigetragen haben. Vergleicht man die beiden Versuche in Bezug auf die Energieverwertung, zeigt sich, dass die Muni am Strickhof für 1 kg Zuwachs 35 MJ NEV benötigten und die Muni von 2015 40 MJ NEV. Interessant war, dass die Muni der Bucht 1 mit einem durchschnittlichen TZW von 1,37 kg (vom Einstallen bis zur Schlachtung), trotz längerer Mastdauer, eine um 500 g bessere Futterverwertung aufwiesen als die Muni in Bucht 3 mit 1,55 kg TZW. Hier zeigt sich: Mit einem sehr hohen TS-Verzehr haben die Muni eine kürzere Mastdauer und höhere Zunahmen, aber dies lässt keinen Schluss auf die effektive Futtereffizienz zu. Auch Muni mit einem tieferen TZW können sehr effizient Fleisch ansetzen. 

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