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Nutztiere

Hilfe vom Tierarzt: «Wie schütze ich meine Herde vor IB? »

Ein Berufskollege erzählte mir von Leistungseinbussen aufgrund infektiöser Bronchitis in seinem Legehennenbestand. Wie schütze ich meine Herde vor dieser Erkrankung?

Landwirt S. S.

Junghenne_Voliere
(Bild: Peter Röthlisberger)

Publiziert am

Tierarztpraxis am Tannenberg AG, Waldkirch

Die Infektiöse Bronchitis (IB) ist eine vor allem bei Hühnern weltweit vorkommende und hochansteckende Virus-Erkrankung. Es ist ein Corona-Virus, das sich durch zahlreiche verschiedene Serotypen mit unterschiedlich stark krankmachenden Eigenschaften auszeichnet. In einer Herde können mehrere Serotypen gleichzeitig zirkulieren.

Übertragung

Die Infektion kann als Tröpfcheninfektion via direkten Kontakt mit infizierten Tieren erfolgen, als auch via indirekten Kontakt zum Beispiel über Staub, kontaminiertes Trinkwasser, Geräte, Kleidung und Schuhe. Ist das Virus einmal in einem Bestand, breitet es sich sehr schnell über die ganze Herde aus.

Symptome und Krankheitsverlauf

Der Krankheitsverlauf ist abhängig von Faktoren wie Alter, Immunstatus, Serotyp des IB-Virus, Ko-Infektionen oder Management. Küken und Jungtiere bis zum Alter von sechs Wochen sind am stärksten betroffen. In diesem Alter sind die Symptome des Atemapparates deutlich sichtbar mit Husten, Niesen, Atemnot, Nasenausfluss, rasselnden Atemgeräuschen und Bindehautentzündungen. Ausserdem kann eine Schädigung der Nieren auftreten und Todesfälle sind nicht selten. Bei den Legehennen sind die Krankheitsverläufe meist milder. Die häufigsten Symptome sind ein Rückgang der Legeleistung in unterschiedlichem Masse und eine Veränderung der Eischalenqualität. In seltenen Fällen können leichte Symptome der Atemwegserkrankung ersichtlich sein.

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Veränderte Eischalen sind typische Symptome von IB bei Legehennen.

(Bild: Aviforum)

Vorbeugemassnahmen

Vorbeugend werden die Herden durch Impfungen geschützt. Die unterschiedlichen Impfstoffe richten sich jeweils nur gegen einen bestimmten Serotypen. Durch die kombinierte Verwendung von Impfstoffen bei der Erstellung des Impfprogrammes kann der Schutz gegen das Virus erhöht werden. Darum werden die Junghennen bereits während der Aufzucht mit verschiedenen Impfstoffen geimpft. Während der Legeperiode wird je nach Betriebssituation eine Kombination von Lebendund Inaktivatimpfungen (Impfstoff mit abgetöteten Viren) eingesetzt. Vor allem bei einem hohen Infektionsdruck kann während der Legeperiode alle sechs bis zwölf Wochen über das Trinkwasser nachgeimpft werden, um Leistungseinbussen zu vermeiden. Die Impfung schützt nur gegen das Auftreten von Krankheitssymptomen und Verlusten, nicht aber gegen eine Ansteckung mit dem Virus. Um den Infektionsdruck möglichst klein zu halten, ist es wichtig, dass auf eine gute Biosicherheit geachtet wird. Durch konsequentes Rein-Raus-System auf einem Einaltersbetrieb, mit Reinigung, Desinfektion und Leerzeit kann der IB-Druck deutlich reduziert werden.

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