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Nutztiere

Die Hühner richtig schützen

Biosicherheitsmassnahmen sind auf Geflügelbetrieben essenziell, um das Einschleppen von Krankheiten zu vermeiden. Das Seuchengeschehen um die Vogelgrippe verdeutlicht einmal mehr die Relevanz dieser Massnahmen.

D_NT3_Hygiene Geflügel

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Aktualisiert am

Redaktorin, UFA-Revue

Krankheitserreger sind so klein, dass sie mit blossem Auge nicht gesehen werden. Die verschiedenen Erreger können einerseits durch belebte Vektoren wie Menschen, Schadnager oder Insekten in den Geflügelstall gelangen. Andererseits durch unbelebte Vektoren wie Futter, Fahrzeuge oder Gegenstände. Die Hygiene auf einem Geflügelbetrieb wird in äussere und innere Biosicherheitsmassnahmen unterteilt (siehe Tabelle). Die äussere Biosicherheit enthält jene Massnahmen, die den Betrieb vor der Einschleppung von Krankheiten schützen. Die innerne Biosicherheit verhindert die Ausbreitung von Krankheiten innerhalb des Betriebs.

Eine Hygieneschleuse (siehe Grafik) sollte auf jedem Geflügelbetrieb eingerichtet sein und auch konsequent genutzt werden. Daniel Meierhans, Leiter Qualitätssicherung und Einkauf bei EiCo, ist regelmässig auf Betrieben und geht bei den Betriebsbesuchen mit den Betriebsleitenden eine Checkliste durch, wobei auch die Hygienebarriere überprüft wird. «Viele Betriebe machen dies sehr professionell, doch leider gibt es auch einige Betriebe, bei denen es an der konsequenten Umsetzung und Disziplin fehlt. Gerade mit der Vogelgrippe sind wir sehr nahe am Seuchengeschehen dran, weshalb die Biosicherheitsmassnahmen umso wichtiger sind.» Weiter erklärt Meierhans: «Es ist uns bewusst, dass wir als Eierabnehmer, genauso wie die Lieferanten von Betriebsmitteln, unseren Beitrag zur Biosicherheit zu leisten haben, beispielsweise in Bezug auf den Hygienezustand des Eiergebindes und den Eiertransport. Dies gilt insbesondere während der Jahreszeiten mit einem erhöhten Eintragsrisiko infolge eines intensiveren Seuchengeschehens in der Wildvogelpopulation.»

Britische Wissenschaftler der Agentur für Virologie, Tier- und Pflanzengesundheit haben untersucht, wie sich das Vogelgrippevirus verbreitet. Sie kamen dabei zum Ergebnis, dass sich entgegen bisheriger Annahmen das Virus nur wenige Meter über die Luft ausbreitet. Vielmehr spielen der Kontakt der Geflügelbestände mit Wildvögeln wie auch die Biosicherheitsmassnahmen (menschlicher Kontakt und Schadnager) die grösste Rolle bei der Infektion. 

Die UFA-Revue hat Daniel Würgler, Präsident Gallo Suisse, einige Fragen zu den Biosicherheitsmassnahmen und der Vogelgrippe-Situation gestellt.

Weshalb ist es so wichtig, dass die Biosicherheitsmassnahmen auf allen Geflügelbetrieben konsequent umgesetzt werden?

Mit dem konsequenten Umsetzen der Biosicherheitsmassnahmen auf den Betrieben geht es um das Leben der Tiere. Unsere Aufgabe als Produzenten ist es, unsere Tiere gegen Krankheiten zu schützen. Die Hygienemassnahmen aufrechtzuerhalten, braucht sehr viel Disziplin. Ich bin aber überzeugt, dass es sehr gut investierte Zeit ist und diese Massnahmen Grundlagen einer guten Herstellungspraxis sind.

Wird es zur Norm, dass die Hühner im Winter nicht auf die Weide dürfen?

Wir sind momentan mit der Vogelgrippe in einer ausserordentlichen Situation. Wir haben alle miterlebt, wie einschneidend und langandauernd die Covid-19-Pandemie war. Wir hoffen auch bei der Vogelgrippe, dass man es mit der Zeit in den Griff bekommt. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass wir uns im kommenden Winter wieder damit befassen müssen.

Was macht Gallo Suisse hinsichtlich der Massnahmen zur Vogelgrippe, um die Geflügelbetriebe zu unterstützen?

Gallo Suisse vertritt die Interessen der Produzierenden gegenüber den Behörden. Wir versuchen zudem mit offener und transparenter Kommunikation zu unterstützen. Dazu stellen wir den Betrieben verschiedene Dokumente und Aushangschilder zur Verfügung. Wichtig ist auch, dass die Produzentinnen und Produzenten gegenüber der Bevölkerung Erklärungen bieten, sodass diese verstehen, weshalb sie zum Beispiel den Stall nicht betreten dürfen.

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