Nutztiere

Daten, das digitale Gold

Zurzeit kommt man in den Nachrichten und Zeitungen kaum drum herum: Daten. Was macht diese so wichtig? Was kann alles damit gemacht werden? Der Landwirt als Unternehmer kann aus den Daten seines Betriebes wichtige betriebswirtschaftliche Prozesse ableiten. Der Kernzuchtbetrieb Schwizer Walenstadt, zeigt auf, wo das Potenzial liegt, wenn man Daten erfasst.

Toni Agner, der Betriebsleiter des Betriebs Schwizer beim Erfassen der Daten im Stall.

(Bild: zvg)

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Leiterin AWS UFA AG

Leiter SPP, UFA AG

In der Schweinehaltung, besonders in der Zucht, verbergen sich in den Daten wichtige Informationen. Die Leistung der Tiere beeinflusst das Betriebsergebnis massgeblich. In Fachkreisen wird immer wieder erwähnt, dass 80 Prozent des Erfolges beim Management liegen. Eine saubere Datenerfassung ist das A und O, um das Management erfolgreich zu gestalten. Ein Datenerfassungsprogramm kann durch grobe Analysen zeigen, in welchem Bereich Optimierungen möglich sind. Durch genauere Analyse ist in der Regel sogar ersichtlich, welche gezielten Massnahmen Verbesserungen herbeirufen können.

Ein Betrieb, bei dem der Einsatz eines Sauenplaners viel Erfolg brachte, ist der Betrieb Schwizer Walenstadt. Auf dem Kern- und Vermehrungszuchtbetrieb werden Edelschwein-(ES) und Primera-Jungsauen für die Remontierung von Zuchtbetrieben sowie Premo-Eber gezüchtet und aufgezogen. Der Bestand beläuft sich auf 140 Sauen, die in sieben Gruppen à 20 Sauen eingeteilt sind. Pro Jahr werden ungefähr 500 bis 600 Jungsauen verkauft. Nebst dem Betriebsleiter arbeiten noch zwei Mitarbeiter auf dem Betrieb. Da der Betrieb als Kern- und Vermehrungszüchter den Anspruch hat, höchste Leistungen zu erzielen, ist die Nutzung eines Sauenplaners unumgänglich.

Anzahl Totgeburten wurde halbiert

Der Betriebsleiter Toni Agner ist ehemaliger Zuchttechniker der UFA und hat als eine der ersten Amtshandlungen auf dem Betrieb den UFA 2000 Sauenplaner einrichten lassen. Als Erstes dient der Planer auf dem Betrieb Schwizer der Aufzeichnung der Reproduktionsleistung der Sauen. Toni Agner kann mit einer Zeitraumanalyse sehen, wo der Betrieb noch Verbesserungspotenzial hat, wie zum Beispiel beim Geburtsmanagement. Die Sauen, welche schwerere Geburtsabläufe zeigen, können gekennzeichnet und dementsprechend speziell behandelt und gefüttert werden. So wurde seit der Einführung des Sauenplaners die Anzahl Totgeburten reduziert. Auch die Verlusttage sind signifikant gesunken, dank einer rigorosen Überwachung der Umrauscher mit dem Sauenplaner.

Weniger Fehler

Neben den Leistungen der Tiere werden auch betriebswirtschaftliche Prozesse und Arbeitsabläufe verbessert. «Die Vielzahl an Arbeitslisten, die der Planer zur Verfügung stellt, erlauben eine genaue Übersicht über die anstehenden Arbeiten und durch das Erfassen der ausgefüllten Listen werden Doppelspurigkeiten vermieden», so Agner. Die Kommunikation sei Dank der Listen auch eindeutig. Es geschehen weniger Fehler, da man zum Beispiel immer weiss, welche Handlungen bei welchen Tieren bereits ausgeführt wurden. Mit dem Sauenplaner werden auch die zum Verkauf bestimmten Jungsauen gekennzeichnet. Es kann sogar der voraussichtliche Käufer hinterlegt werden. Dadurch hat der Betriebsleiter immer die Übersicht, wie viele Jungsauen er noch zum Verkauf zur Verfügung hat. Es können so auch die Sauen für die Remontierung auf dem eigenen Betrieb von denjenigen, die für den Verkauf gedacht sind, getrennt werden.

Mehr Zeit für die Tierbeobachtung

Laut dem Betriebsleiter werde die Büroarbeit dank der digitalen Datenerfassung deutlich reduziert, was ihm mehr Zeit lässt für die Durchführung der Arbeiten im Stall und für das Beobachten der Tiere. Beim Beurteilen der Jungsauen mit dem Zucht techniker werden zum Beispiel die Impfungen und die Zuchttauglichkeit direkt im Planer erfasst. Daraus kann der Lieferschein mit allen Angaben automatisch generiert werden. So besteht nicht mehr die Gefahr, dass zum Beispiel beim Erfassen des Lieferscheins Impfdaten vergessen gehen. Für Toni Agner wäre das Arbeiten ohne Sauenplaner nicht mehr denkbar.

«Es geschehen weniger Fehler, da man immer weiss, welche Handlungen bei welchen Tieren bereits ausgeführt wurden.»

Toni Agner, Betriebsleiter Schwizer Walenstadt

Der Sauenplaner kann ausserdem Sauen markieren, deren Leistungen nicht den Ansprüchen des Betriebsleiters genügen. «Durch die einstellbare Ampelanzeige auf den Sauenkarten können meine Mitarbeiter und ich auf einen Blick sehen, bei welchen Sauen wir den grössten Handlungs bedarf haben. Wir können so auch schnell die schlechtesten Sauen identifizieren und ausmerzen», so Agner. Der Zuchttechniker Hanspeter Hohl, der auf dem Betrieb die Jungsauen beurteilt, sieht auch grosse Vorteile mit dem Sauenplaner. Er kann dank den Daten, welche Toni Agner erfasst, den Jungsauenverkauf besser planen. Per Mausklick kann er auf die Daten des Betriebes zugreifen und sehen, ob noch Tiere verfügbar sind. So sieht er auch im Voraus, wie viele Tiere zur Eigenleistungsprüfung (ELP) anstehen und kann diese zeitlich besser organisieren.

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Hanspeter Hohl, UFA-Zuchttechniker bei der Feldprüfung.

(Bild: zvg)

Unterstützt die Beratung

Auch als Berater auf dem Betrieb kann Hanspeter Hohl von den Auswertungen des Sauenplaners profitieren. «Oft nutzt man in den Betrieben die Möglichkeit der Daten auswertung zu wenig», so Hanspeter Hohl. Die Betriebsauswertung, die der Berater im Planer vom Büro ausmachen kann, hilft ihm, den Besuch vorzubereiten. Er kann sich vorgängig Gedanken machen, die Schwächen des Betriebes gezielt angehen und dem Betriebsleiter helfen, um eine für ihn passende Strategie zu entwickeln.

Je mehr Betriebe Daten aufzeichnen und freigeben, desto genauer können überbetriebliche Auswertungen gemacht werden. Diese geben ein gutes Bild über die Durchschnittsleistungen ab und systematische Schwachstellen können aufgedeckt werden. So gibt es für alle Betriebe Möglichkeiten, sich zu vergleichen und weiterzuentwickeln. In Zukunft wird die Digitalisierung zunehmen und die Relevanz der Daten wird immer höher. Betriebe wie Schwizer Walenstadt zeigen, dass ein korrektes Erfassen auf dem Betrieb und ein gutes Interpretieren der Daten vom Berater für alle Beteiligten Vorteile bringt. 

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