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Pflanzenbau

Der Fokus liegt auf den Gräsern

Soll eine Kunstwiese nach drei oder mehr Jahren aus der Fruchtfolge herausgelöst werden, ist es wichtig, sich zu überlegen, welche Futterpflanzen in Zukunft an diesen Standort passen. Auf dieser Grundlage sollte dann die Futterbaumischung für die Neuanlage gewählt werden, damit die Strategie möglichst nachhaltige «Früchte» tragen kann.

Der Artenreichtum und die Zusammensetzung der Wiese hängen auch von der Schnitthäufigkeit, -höhe und dem Schnitttermin ab.

Der Artenreichtum und die Zusammensetzung der Wiese hängen auch von der Schnitthäufigkeit, -höhe und dem Schnitttermin ab.

(Mike Bauert)

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Aktualisiert am

Produktmanager Futterbau, UFA-Samen

Wiesen sind Pflanzengemeinschaften, die durch die Faktoren Wasser, Wärme und Nährstoffverfügbarkeit am Standort beeinflusst werden. Dies sind die Lebensgrundlagen, welche das komplexe Zusammenspiel einer Naturwiese beeinflussen. Zudem beeinflussen auch Pflege und Nutzung, wie etwa das Mähen und das Beweiden, die Wuchskraft der Wiese. Jeder Eingriff und jede Änderung der ökologischen Bedingungen wirkt sich auf die ganze Pflanzengemeinschaft aus. Das Resultat, sei es nach menschlichen Erwartungen positiv oder negativ, wird jedoch meist erst nach Jahren sichtbar.

Ausgewogenheit lautet das Ziel

Das Ziel im Futterbau sind Wiesenbestände mit ausgewogener botanischer Zusammensetzung. Der Anteil der Gräser sollte 50 bis 70 Prozent erreichen, und jener der Kleearten und der übrigen Kräuter zusammen 30 bis 50 Prozent nicht übersteigen.

Gräser sind im Grünland von zentraler Bedeutung. Für jeden Graslandstandort und für jede Intensität der Nutzung stehen wertvolle Futtergräser zur Auswahl. In einem hohen Mass trägt der Landwirt mit seiner Bewirtschaftung und Pflege zur Entwicklung des Grünlandbestandes bei. Das Wichtigste ist, dass die wertvollen und dauerhaften Futtergräser mit allen Mitteln gefördert werden. Kräuter und Kleearten stellen sich auf unseren Wiesen in aller Regel spontan ein.

Grundsätzlich sind in jedem Intensitätsbereich futterbaulich wertvolle, ausgewogen zusammengesetzte Wiesenbestände zu erreichen. Dies sofern geeignete Futtergräser vorherrschen, die der Intensität der Bewirtschaftung und dem Standort angepasst sind.

Die vier grundlegenden Elemente einer erfolgreichen Dauergrünlandparzelle sind:
  • Standort 
  • Ausdauernde wertvolle Futtergräser 
  • Nutzung 
  • Düngung

In intensiv genutzten Mähwiesen und Weiden prägen je nach Standort das Italienische oder das Englische Raigras, das Wiesenrispengras oder der Wiesenfuchsschwanz den Bestand. Die Wiesenrispe und der Wiesenfuchsschwanz bilden stabile, ausgewogene und gräserreiche Bestände. Raigrasflächen sind jedoch nur unter günstigen Bedingungen dauerhaft. Dies gilt besonders für das Italienische Raigras. Bilden ausdauernde Gräserarten eine dichte Pflanzendecke, so können Wiesen einen stabilen, konkurrenzstarken Pflanzenbestand schaffen, der andere Arten kaum aufkommen lässt.

Handeln und den Bestand lenken

Um eine dichte Grasnarbe zu erhalten, sind Wiesenrispe, Englisches Raigras und Wiesenfuchsschwanz die Ausgangslage. Diese Gräser können sich glücklicherweise auch als Nachzügler durchsetzen. Voraussetzung ist aber, dass durch geeignete Nutzungs- und Pflegemassnahmen die unerwünschten Arten geschwächt oder beseitigt werden. Ein simples Beispiel zur Bestandeslenkung, welches immer wieder in der Praxis beobachtet werden kann ist folgendes: Das Güllen einer Englisch-Raigras-Mähweide kann bei feuchter Witterung den Graswuchs fördern, wogegen es während einer trockenen Periode die Gräser verbrennt. In letztem Fall können sich dann Unkräuter mit starken unterirdischen Spross- und Wurzelmassen ausbreiten.

Ein hoher Schnitt fördert die Gräser, ein tiefer fördert den Weissklee-Anteil im Bestand.

Damit Schnittflächen besser verheilen

In der Praxis auch immer wieder viel diskutiert wird das Thema Schnitthöhe und scharfe Messer. Diese zwei Aspekte gehören zusammen und gewinnen in trockenen Vegetationsphasen besonders an Bedeutung. Eine Schnitthöhe von 7 bis 8 cm mit scharfen Messern lässt die Wunden schneller abheilen, und die Pflanzen veratmen weniger Wasser und Nährstoffe, bis die Schnittoberfläche abgetrocknet ist. Zerrissene und aufgefaserte Schnittflächen sind hingegen eine Qual und es braucht viel länger, bis diese Wunden verheilt sind. Die Gräser verlieren so viel Kraft und Nährstoffe. Schlecht geschnittenes Grünland benötigt zudem etliche Tage mehr als gut geschnittenes, um wieder einen einigermassen deckenden Grasbestand ausbilden zu können. Bei Stress, wie höhere Temperaturen und Trockenheit, wirken sich stumpfe Messer nochmals gravierender aus. Ein hoher Schnitt fördert die Gräser, ein tiefer fördert den Weissklee-Anteil im Bestand. 

Unser Tipp

Wie klappts mit der Wiese

  • standortangepasste Mischungswahl als entscheidender Grundstein 
  • die Eigenschaften der wichtigsten Futterpflanzen kennen, um entsprechend auf die Entwicklung der Wiese und ihrer Artengemeinschaft früh Einfluss nehmen zu können 
  • der Pflanzenbestand ist das Spiegelbild der Einflüsse, die auf ihn wirken 
  • das Ziel müssen 2⁄3 Gräser und 1⁄3 Kleearten/Kräuter sein

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