Pflanzenbau

Absatzsteigerung dank guter Qualität

Die sehr guten Qualitäten und erfreulichen Erntemenge beim Brotgetreide verhelfen zu mehr Absatz von Inlandmahlweizen. Trotz grösserer Anbaufläche lag die nationale Erntemenge bei Raps unter der des Vorjahres. Die Schlussabrechnungspreise der fenaco liegen bei Brotgetreide auf und bei Raps über dem Vorjahresniveau.

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fenaco GOF

Mit knapp 450 000 t Erntemenge beim Brotgetreide liegt sie etwas höher als im Vorjahr und dies trotz einer leicht reduzierten Anbaufläche. Qualität und Quantität sind zum dritten Mal in Folge positiv ausgefallen. Erntefeuchte, Hektolitergewichte, Proteingehalte und Fallzahlen waren allesamt auf gutem Niveau, nur vereinzelt waren zu hohe Mykotoxinwerte feststellbar. Der schweizerische Getreideproduzentenverband (SGPV) hat sich unter Berücksichtigung der Überlagerungsmengen aus dem Vorjahr, der Erntemenge über dem Absatzpotenzial sowie zur Sicherstellung der physischen Aufnahmemöglichkeit der kommenden Ernte 2020 frühzeitig dafür entschieden, rund 22 200 t Brotgetreide in den Futtersektor zu deklassieren. Somit konnten die Mengenbilanz entlastet und der Preisdruck reduziert werden. Die Qualitätsselektion in den Sammelstellen ermöglicht es, auch bei guten Qualitäten die richtigen Lots dem Futtersektor zuzuführen. Dies sichert eine weitere Qualitätssteigerung zu Gunsten des Mahlgetreidemarktes.

Mehrabsatz bei Inland Brotgetreide

Von dem jährlich zur Verfügung stehenden Importkontingent für Weichweizen im Umfang von 70 000 t wurden im Kalenderjahr 2019 lediglich zirka 42 500 t genutzt. Dies vor allem für den Import von Spezialitäten. Die verbliebenen rund 27 500 t sind Ende 2019 zugunsten des höheren Inlandabsatzes verfallen. Dies hilft der aktuellen Mengenbilanz und entlastet den Marktentlastungsfond des SGPV. Den Mehrabsatz möglich gemacht haben die vorteilhafte Qualität, die steigende Nachfrage nach Schweizer Ursprung und das hohe Engagement der Partner entlang der Wertschöpfungskette Brot- und Backwaren.

Reservelager für Mengenausgleich

Die Erntemengen und die guten Qualitäten der letzten drei Ernten ermöglichen es, beachtliche Mengen auf die kommende Kampagne zu überlagern. Die vorteilhafte Qualität sichert einen möglichen Absatz im Mahlgetreidesektor auch zu einem späteren Zeitpunkt. Der Mengenüberhang hat allerdings auch Grenzen. Einerseits verursacht die Menge laufende Kosten durch Logistik, Manipulation und Lagerung, andererseits «blockiert» sie Lagerkapazitäten hinsichtlich der kommenden Ernte 2020.

Mengenmanagement

Das Mengenmanagement hat wesentlichen Einfluss auf die preisliche Stabilität. Auf nationaler Ebene stehen dazu die Elemente «Ausgleichslager, Reduktion der Importe Weichweizen, Marktentlastung in den Futtersektor und Exportunterstützung» zur Verfügung. Der Marktentlastungsfonds des SGPV erfüllt beim Brotgetreide hinsichtlich dieser Mengensteuerung eine wichtige Funktion.

Auszahlungspreise Bio

Nach Abzug der Vermarktungskosten und exklusive Mehrwertsteuer zahlt die fenaco für Bio-Druschfrüchte der Ernte 2019 folgende Preise an die Maxi-Sammelstellen aus (jeweils Basisqualität ohne Zu- und Abschläge pro 100 kg; K = Knospe, UK = Umstellungsknospe):

  • Bio Mahlgetreide: Mahlweizen K 103 Franken (Richtpreis 103 Franken), Mahlweizen UK 92 Franken*, Mahlroggen K 92 Franken (Richtpreis 92 Franken), Mahldinkel K 109 Franken (Richtpreis 109 Franken), Flockenhafer K 77 Franken 
  • Bio Futtergetreide K / UK und Bio Körnerleguminosen K / UK: Geltende Richtpreise der Bio Suisse für Ernte 2019 
  • Bio Ölsaaten: Raps K 195 Franken*, HOLL-Raps K 195 Franken*, Sonnenblumen LO K 144 Franken*, Sonnenblumen HO K 147 Franken*, Sojabohnen «Tofu» K 210 Franken*

* Die Preise bei Kulturen mit Anbauvertragspflicht gelten für die zuge teilte Vertragsware

Mehrwertstrategie

Die Produktedeklaration bei Brotund Backwaren ist ein aktuelles Thema in Politik und Branche. Der Prozess für die Erarbeitung einer Mehrwertstrategie in der Getreideund Ölsaatenbranche wurde weiter vorangetrieben. Die Konsumenten werden vermehrt auf das Thema sensibilisiert. Die gestiegene Nachfrage nach Schweizer Rapsöl zu Lasten von Palmöl fordern die Urproduktion. Auch bei Backwaren wird beim Einkauf verstärkt auf die Herkunft der Rohstoffe geachtet. Die Branche erarbeitet in einem ersten Schritt die Mehrwerte von Schweizer Brot und Schweizer Rapsöl und versucht gleichzeitig bestehende Lücken aufzudecken. In den Bäckereien gekauftes Brot muss nicht zwingend aus Schweizer Rohstoffen hergestellt sein, auch wenn der Bäcker das Mehl im Inland kauft. Aus diesen Gründen ist es wichtig, beim Einkauf aktiv nach der Auslobung «Schweizer Brot» nachzufragen. Dies sichert der Urproduktion den Inlandanbau und der nachfolgenden Wertschöpfungskette die weitere Veredelung zu Gebäck aus vollständig schweizerischer Produktion.

Globaler Bestandsaufbau

Die Erntemenge an Weizen in Europa war im Vergleich zum Vorjahr um mehr als zehn Prozent und global um rund fünf Prozent höher. Auch wenn der weltweite Verbrauch gegenüber dem Vorjahr höher gerechnet wird, führt dies zu einem globalen Aufbau der Endbestände. Die gute Verfügbarkeit von hoher Qualität haben die internationalen Preise für Brotweizen absinken und die Preisdifferenz zum Inlandgetreide grösser werden lassen. Die Wirren rund um das Coronavirus in den letzten Wochen haben diese Preisvolatilität noch verstärkt (Grafik 1). Die von der Branche, vor der Ernte 2019, vereinbarten Inlandrichtpreise unterstützten die Vermarktung. Die komfortable Mengenbilanz im Inland, die Marktentlastung sowie die im Zusammenhang mit der Überlagerung stehenden Kosten, belasten den Schlussabrechnungspreis. Im Dialog mit unseren Partnern ist es uns gelungen, faire Preise zu realisieren und zusätzliche Mengen an Inlandware im Mahlsektor zu verkaufen.

Die durchschnittlichen Abrechnungspreise der fenaco an die Maxi-Sammelstellen, nach Abzug der Vermarktungskosten, betragen für die Klasse Top 49.25 Franken, Klasse 1 47.75 Franken, Klasse 2 46 Franken, A-Biskuitweizen (Vertragsware) 46 Franken pro 100 kg exklusive Mehrwertsteuer. Grafik 2zeigt die Abrechnungspreise jeder Klasse im Vergleich zu den Vorjahren und das, durchschnittlich an die Sammelstellen, ausbezahlte Lagergeld pro 100 kg.

Zusätzlich zu den erwähnten Abrechnungspreisen wurde den Sammelstellen für die Lagerung des Mahlweizens eine durchschnittliche Entschädigung von 2.17 Franken pro 100 kg ausbezahlt. Die individuellen Abrechnungen berücksichtigen den Auslagerungszeitpunkt, die logistische Anbindung, eine geleistete Akontierung sowie die ausgelieferte Qualität. Die Sammelstellen ihrerseits gestalten ihre Schlussabrechnung an die Produzenten nach ihren betriebsspezifischen Gegebenheiten, diese können von den vorgenannten Preisen abweichen.

Raps mit Potenzial

Mit einer Erntemenge von ca. 67 800 t Raps lag diese trotz höherer Zuteilungsmenge und damit verbundener Flächenausdehnung wesentlich unter dem Vorjahresniveau. Eine Erntemenge auf Basis der Zuteilungsmenge von rund 92 000 t wäre zu vermarkten gewesen.

Die Preise beim Import von pflanzlichen Ölen lagen bei den meisten Qualitäten im Vermarktungszeitfenster auf oder leicht über dem Vorjahresniveau. Leicht positiv haben sich auch die Preise bei Rapsschrot/-kuchen entwickelt. Aufgrund der unerwartet tiefen Erntemenge mussten bestehende Saatenkontrakte mengenmässig gekürzt werden und Kuchen stand nicht im gewünschten Umfang zur Verfügung, respektive musste durch Ware aus dem Import ersetzt werden. Die Sojabohnen aus der Ernte 2019 wurden vollumfänglich im Futtersektor vermarktet.

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Die durchschnittlichen Abrechnungspreise der fenaco an die Maxi-Sammelstellen, nach Abzug der Vermarktungskosten, betragen für HOLL-Raps 86.50 Franken, Raps klassisch 80.50 Franken, HO-Sonnenblumen 85.25 Fr., Sonnenblumen klassisch 78 Franken sowie für Sojabohnen 44.25 Franken pro 100 kg, exklusive Mehrwertsteuer. Zusätzlich zu diesen Preisen erhalten die Sammelstellen eine durchschnittliche Lagerentschädigung von 1.67 Franken pro 100 kg für Raps, respektive 2.81 Franken pro 100 kg für Sonnenblumen. Grafik 3zeigt die Abrechnungspreise der fenaco im Vergleich zu den Vorjahren. 

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