Pflanzenbau

Nahrungsmittelproduktion läuft auf Hochtouren

Ungeachtet der Corona-Krise stehen in der Nahrungsmittelproduktion die wichtigen Feldarbeiten an, damit die neue Ernte eingeleitet werden kann. Insbesondere geht es nun darum, dass die Produktion rasch hochgefahren werden kann, um eine importunabhängige Inlandsversorgung zu gewährleisten.

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Trotz der Corona-Krise ist die produzierende Landwirtschaft gefordert, die nun überall anstehenden Feldarbeiten auszuführen. So müssen Hofdünger und der, aus vielen Kompostanlagen, anfallende Kompost und die Kompostsäfte ausgebracht werden. Die Winterkulturen, der Raps oder auch die Futterflächen mit den Dauer- und Futterwiesen verlangen die notwendige Pflege und Versorgung mit Nährstoffen. Bereits seit Anfang Februar hat auch der Freilandgemüseanbau mit dem Auspflanzen der ersten, kälteharten Gemüsekulturen begonnen. Diese bereits mehrwöchigen Kulturen werden jetzt ebenfalls gepflegt, wobei die mechanische und herbizidlose Unkrautbekämpfung im Vordergrund steht. So auch in einem großen Salatfeld in Kleinandelfingen, wo André Höneisen für den Gemüsebaubetrieb Ott mit der mechanischen Unkrautbekämpfung im Einsatz ist. Der Traktor ist GPS-gesteuert, während Kameras unter dem Hackgerät die Salate erkennen und damit dank der Digitalisierung das Hacken zwischen den zarten Salatpflanzen steuern.

Aktuell wird weiter intensiv im Gemüsebau gepflanzt.  Nebst den unzähligen Salatarten wird auch die breite Auswahl an anderen Freiland - Gemüsearten ausgepflanzt. Damit ist gewährleistet, dass gerade im Frischgemüse- und -Salatbereich die vorhandene Importabhängigkeit schrittweise reduziert werden kann.  Importgemüse wie Blumenkohl, Kohlrabi, Broccoli, verschiedene Salatarten oder auch Gurken und Tomaten kommen aktuell vor allem aus Italien, Spanien oder auch Marokko. Hier kann eine weitere Verschärfung der Corona-Krise dazu führen, dass solche eigentlich in der Regel verlässlichen und sicheren Importe schwieriger werden. Zugleich sind aber auch die Schweizer Nutztierhalter, unabhängig vor den einschneidenden Massnahmen durch die Ausbereitung des Coronavirus, gefordert dem Tierwohl in allen Bereichen auch unter erschwerten Umständen Rechnung zu tragen. Die Milchverarbeitung findet im bewährten und gewohnten Rahmen statt, indem die Hofabfuhr einen wertvollen Dienst erfüllt. Ein Kontakt zwischen dem Produzenten und dem Chauffeur kann dabei ausgeschlossen werden.

Der Vegetationszyklus lässt sich nicht beeinflussen

In der Nahrungsmittelproduktion gelten, betreffend Planung und Ernte, die Gesetzmäßigkeiten der Vegetationszyklen. Die zeigt eindrücklich das Beispiel der Kartoffeln auf. Für die jetzt ausgepflanzten Pflanzkartoffeln begannen die Vorbereitungen bereits im Frühling 2018. Es musste geplant werden welche Sorten und Flächen für die anspruchsvolle Saatkartoffelproduktion 2019 benötigt werden. Diese Planung ist wichtig, um genügend gesundes und überwinterungsfähiges Pflanzgut von höchster Qualität für 2020 zu produzieren. Pro Kartoffelstaude können zehn bis 15 Kartoffeln erwartet werden. Das bedeutet, dass für die Pflanzkartoffelproduktion rund acht bis zehn Prozent der gesamten Kartoffelanbaufläche benötigt wird. Pro Hektar werden zwischen 45 000 bis 55 000 Kartoffeln ausgepflanzt. Diese Speise- oder Verarbeitungskartoffeln erbringen im konventionellen Anbau, unter optimalen Bedingungen, einen Ertrag von 35 000 bis 45 000 Kilogramm. Im Bioanbau sind 20 000 bis 26 000 Kilogramm zu erwarten.

Erschwerte Rekrutierung der Arbeitskräfte

In diesen Tagen und Wochen reisen in der Regel auch die vielen benötigten Arbeitskräfte aus dem Ausland an, um ihre Arbeit vor allem auf Obst-, Beeren- und Gemüsebaubetrieben aufzunehmen. Es stehen bereits erste Erntearbeiten im Spargel-, Frühgemüse und Beerenbereich an. Hier sind diese Erntehelfer fast unerlässlich. Klassische Herkunftsländer sind Portugal, Polen, Rumänien, die verschiedenen Balkanländer sowie baltischen Staaten und vermehrt auch außereuropäische Länder wie die Ukraine. Jene Arbeitskräfte, welche es aktuell bis an die Schweizer Grenze schaffen, benötigen für die Einreise einen gültigen Arbeitsvertrag. Arbeitskräfte die später eintreffen, müssen zusätzlich zum Arbeitsvertrag auch über eine entsprechende Bewilligung für Kurzaufenthalte verfügen. Diese Regelungen sind einerseits von weiteren Entscheiden des Bundesrats abhängig und anderseits von den Transitbedingungen auf dem Landweg durch Europa, welche ebenfalls nicht mehr gewährleistet sind. Der Verband Schweizer Gemüseproduzenten (VSGP) und der Schweizer Obstverband (SOV) benötigen die meisten ausländischen Hilfskräfte für die anstehenden Pflanz- und Erntearbeiten. Sie stellen klar, dass jetzt Massnahmen ergriffen werden, um inländische Arbeitskräfte zu mobilisieren.

Quelle: Roland Müller 

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