Mehr Geld für den Herdenschutz in der Alpsaison 2022

Die Zahl der Wölfe und der Rudel in der Schweiz nimmt zu. Um Schäden an Nutztieren zu reduzieren, stellt der Bund für die Alpsaison 2022 zusätzliche finanzielle Mittel für Herdenschutzmassnahmen zur Verfügung. Nutztierhalterinnen und Alpbewirtschafter erhalten die Möglichkeit, bei den Kantonen Gesuche zur Finanzierung von Sofortmassnahmen einzureichen. Der Bund vergütet den Kantonen anschliessend 80 Prozent der Kosten.

Der Einsatz von Herdenschutzhunden setzt einen kompakten Umtrieb der Herde voraus, was zu einem Mehraufwand für den Alp-Betrieb führt.  

Der Einsatz von Herdenschutzhunden setzt einen kompakten Umtrieb der Herde voraus, was zu einem Mehraufwand für den Alp-Betrieb führt.  

(Bild: Agridea)

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Seit einigen Jahren steigen der Bestand und die Verbreitung des Wolfs in der Schweiz. Entsprechend kommt es auch zu mehr Kontakten zwischen Wölfen und Nutztieren, das kann insbesondere während des Alpsommers vermehrt Schäden an Nutztieren zur Folge haben.

Um die traditionelle Alpwirtschaft zu unterstützen, hat der Bund zusätzliche Finanzmittel von insgesamt 5,7 Millionen Franken für die Verstärkung des Herdenschutzes gesprochen. Finanziert werden sollen damit verschiedene Sofortmassnahmen.

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat zusammen mit den betroffenen Bundesstellen und den Kantonen und in Absprache mit Landwirtschaftskreisen Massnahmen definiert. Dazu gehört etwa die Mitfinanzierung von Hilfspersonal, das die Hirtinnen und Hirten beim Umsetzen von Herdenschutzmassnahmen unterstützt. Oder es können mobile Unterkünfte auf abgelegenen Alpen gefördert werden. 

Alpbewirtschafterinnen und -bewirtschafter können bei den kantonalen Fachstellen entsprechende Gesuche einreichen. Die Kantone prüfen die Gesuche und können beim Bund beantragen, dass er 80 Prozent der Kosten rückvergütet. Die zusätzlich für den Alpsommer 2022 vom Bund beschlossenen Sofortmassnahmen ergänzen die Herdenschutzmassnahmen (Herdenschutzhunde, Zäune) und werden in die bestehende Vollzugshilfe Herdenschutz aufgenommen.

Zur besseren Unterstützung des Vollzugs des Herdenschutzes und des Wolfsmanagements ergänzt das BAFU vor der Alpsaison das Konzept Wolf Schweiz und die Vollzugshilfe Herdenschutz mit weiteren Instrumenten, beispielsweise mit einer Liste der Kriterien zur Beurteilung, welche Alpen zumutbar sind und welche nicht.

Wölfe in der Schweiz

Aktuell leben in der Schweiz rund 150 Wölfe und mindestens 15 Rudel - die Zahl nimmt zu. Für die Verfügung von Abschüssen von Einzeltieren, die Schaden anrichten, sind die Kantone zuständig. Wenn sie in ein Rudel eingreifen wollen, braucht es die Zustimmung des BAFU.

Quelle: BAFU

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